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Döbeln Neuer Schwung für Mampferia-Projekt im Jugendhaus
Region Döbeln Neuer Schwung für Mampferia-Projekt im Jugendhaus
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09:09 27.01.2019
Noch ist es leer, das Hochbeet im Garten des Jugendhauses. Silvio Römhildt soll als neuer Sozialarbeiter im Team das Mampferia-Projekt in Schwung bringen. Dann wird auch das Beet befüllt und bepflanzt. Quelle: Foto: Manuela.Engelmann-Bunk
Rosswein

Die Küche im Roßweiner Jugendhaus ist frisch gefliest und gemalert. Ein Herd mit sechs Kochplatten steht bereit. Genauso Backofen, ein paar Schränke, eine Arbeitsplatte. Gekocht werden kann hier aber noch nicht, erstmal muss nämlich irgendwer die Einrichtung zusammenbauen. „Das werde dann wohl ich machen“, sagt Silvio Römhildt. Der 36-Jährige ist neben Nicole Schröder der Neue im zweiköpfigen Sozialarbeiter-Team des Jugendhauses. Er soll das Mampferia-Projekt, für das der Verein eine zweite Sozialarbeiterstelle finanziert bekommt, endlich richtig in Schwung bringen.

Erzieher mit erlebenspädagogischer Ausbildung

Von seinem Vorgänger hatte sich der Verein im gegenseitigen Einvernehmen getrennt, weil die Auffassungen über die Art und Tempo der Projektumsetzung dann doch verschiedene waren. Von Silvio Römhildt, der aus der Erlebnispädagogik kommt und mit seinen 36 Jahren ein bisschen mehr Erfahrung mitbringt, erhofft sich auch Vereinschefin Karolina Kempe einiges. Der Erzieher mit erlebnispädagogischer Ausbildung fuchst sich gerade in das Projekt ein und schmiedet Pläne.

Zueinander gefunden haben der zweifache Vater und das Jugendhaus über das La Libertate-Festival, das im Schloss Gersdorf stattfindet, und bei dem Römhildt im Organisationsteam mitwirkt. Das Mampferia-Projekt weckte sein Interesse. Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit, Bewegung im Freien sind Themen, die für den Erzieher auch privat eine große Rolle spielen. „Ich hab mich von Anfang an darin wiedergesehen“ sagt er, der privat versucht, sich größtenteils vegetarisch oder vegan zu ernähren, kein Auto besitzt und alle Wege mit dem Fahrrad zurücklegt. Wie etwa seinen neuen Arbeitsweg von Gersdorf, wo er vor kurzem zur Kommune ins Schloss gezogen ist. Im Projekt geht es für ihn vor allem auch darum, ein Bewusstsein für das Maß der Dinge zu finden. „Im Grunde meines Herzens bin ich aber ein Künstler“, sagt er und lacht. Er spielt Didgeridoo und Percussion, baut die Instrumente auch selbst. Und er malt.

Erfahrungen im Jugendhaus Naunhof gesammelt

Gelernt hat Silvio Römhildt, der in Gera geboren und in Altenhof aufgewachsen ist, nach dem Fachabitur Sozialwesen Maler und Lackierer. Weil das nicht sein Ding war, wechselte er zum KfZ-Elektriker. Später ließ er sich zum Solartechniker ausbilden. Nach einem Unfall orientierte er sich noch einmal komplett um und absolvierte die Erzieher-Ausbildung. Tätig war er in verschiedenen Kindereinrichtungen der Region und sozialen Einrichtungen. So etwa in der Intensivwohngruppe Kompass in Gallschütz. Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist sein Ding, sagt er. Und das kann für den Job im Jugendhaus Roßwein nur von Nutzen sein.

Erfahrungen in der Jugendarbeit bringt Silvio Römhildt auch aus seiner Zeit im Jugendhaus Naunhof mit. „Das hab ich mit aufgebaut“, erinnert sich der frühere Clubratsvorsitzende, der schon damals meist die Ruhe bewahrte und immer versuchte, mit dem richtigen Ton zwischen den Fronten zu vermitteln.

Aktuellen Problemen entgegentreten

Jetzt in Roßwein will er gern dem aktuellen Problem des Hauses entgegentreten: Aufgrund der langen Baumaßnahmen und daraus resultierenden Schließzeiten sind viele Kinder weggeblieben. Bis die Küche im Jugendhaus fertig ist, soll aus der Not eine Tugend gemacht, und vielleicht erst einmal andere Locations für das gemeinsame Kochen genutzt werden. Das Bürgerhaus sei eine Möglichkeit. Oder vielleicht sogar die Oberschule. Zu der soll es zukünftig sowieso einen engeren Kontakt geben, ein Termin mit der Sozialarbeiterin ist bereits ausgemacht. Mit besonderen Angeboten, die man vielleicht auch mal außerhalb des Jugendhauses umsetzt, sollen die erreicht werden, die die Einrichtung nicht kennen oder sonst nie vorbeikommen würden.

Im Garten des Jugendhauses steht ein Hochbeet, das darauf wartet, mit Erde befüllt und bepflanzt zu werden. Urban Gardening, Anbau auf engstem Raum, wird im Mampferia-Projekt ein Thema sein. Mit dem Schloss Gersdorf strebt Silvio Römhildt zudem eine Kooperation an, ein größeres Kartoffelfeld soll dort für das Projekt zur Verfügung stehen und nicht nur Platz für Erdäpfel, sondern auch anderes Gemüse bieten.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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