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Döbeln Ostrau greift tief ins Portemonnaie
Region Döbeln Ostrau greift tief ins Portemonnaie
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20:01 13.03.2019
In Ostrau wird viel investiert. Zugleich steigen die Personalkosten bei sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Quelle: Gerhard Dörner (Archiv)
Ostrau

Es passiert viel in den letzten Jahren in der Gemeinde Ostrau. Das macht sich in diesem Jahr erstmals auch deutlich im Gemeindesäckel bemerkbar: Rund 436 000 Euro müsste Kämmerin Ulrike Brückner-Kremtz aus der Rücklage der Kommune entnehmen, wenn alle geplanten Investitionsvorhaben umgesetzt werden. Von 1,276 Millionen Euro zu Jahresbeginn würden damit nur etwa 840 000 Euro übrig bleiben.

„Natürlich bin ich kein Fan davon, so viel Geld aus der liquiden Rücklage zu entnehmen. Ich habe immer lieber eine Eins davor. Aber eine Gemeinde soll auch leben und dafür braucht man Geld“, sagt die Kämmerin, die den Planentwurf am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung vorstellte.

Hohe Summen für den Straßenbau

Und leben heißt in Ostrau in den vergangen drei Jahren bauen und sanieren. Beispiel Straßenbau: Für die Delmschützer Straße muss die Kommune trotz Förderung rund 66 000 Euro beisteuern, knapp 22 000 Euro sind es beim Radweg von Jahna nach Pulsitz. Für die Straßenbeleuchtung in Kiebitz sind rund 47 000 Euro Eigenanteil fällig, weitere 40 000 Euro für andere Straßen in der Gemeinde.

Beispiel Gebäudesanierung: Für die Erneuerung der Kindertagesstätte in Kiebitz sind 41 000 Euro eingeplant. Die Erweiterung der Feuerwehr Ostrau steht mit 50 000 Euro zu Buche.

Am Sportplatz geht es richtig los

Für den Sportplatz Ostrau werden dieses Jahr 45 000 Euro Eigenmittel in die Außenanlage, Flutlicht und das neue Sportlerheim investiert. Für den Dorfplatz Schrebitz, die Kalköfen in Münchhof und das Kneipp-Bad an der Eschkemühle sind zusammen knapp 16 000 Euro eingeplant.

Am Sportplatz Ostrau geht es dieses Jahr richtig los: Die Außenanlagen werden erneuert und eine Flutlichtanlage gebaut. In den nächsten beiden Jahren soll das Sportlerheim folgen. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)

Dazu kommen Neuanschaffungen wie wie das Tanklöschfahrzeug und die beiden Tragkraftspritzenfahrzeuge für die Feuerwehren. Hier werden zusammen 78 000 Euro fällig. Knapp 9000 Euro fließen in das Mini-Soccerfeld an der Grundschule. Außerdem werden wieder 151 000 Euro Schulden getilgt. Geht das so weiter, ist Ostrau bis Ende 2024 schuldenfrei.

Gewerbesteuereinnahmen gesunken

Doch die Investitionen sind nicht allein dafür verantwortlich, dass die Einnahmen von insgesamt knapp 7,7 Millionen Euro im Finanzhaushalt nicht ausreichen, um alle Kosten zu decken. „Die Gewerbesteuer ist die eine Seite“, sagt Ulrike Brückner-Kremtz. „Wir haben sie in diesem Jahr mit 900 000 Euro angesetzt – rund 300 000 Euro weniger als im letzten Jahr“, sagt sie.

Die andere Seite sind die erheblich gestiegenen Personalkosten. Rund 300 000 Euro muss die Kommune 2019 mehr aufwenden als noch im letzten Jahr. Das liegt sowohl an Tariferhöhungen als auch an Neueinstellungen in den Kindereinrichtungen.

Plan bis 27. März einsehbar

Ob die Rücklage der Gemeinde allerdings wirklich so stark leiden muss, wie geplant, ist keinesfalls sicher: „Wir gehen davon aus, dass nicht alle geplanten Maßnahmen dieses Jahr umgesetzt werden können. Und vielleicht werden wir von der Gewerbesteuer auch positiv überrascht“, hofft die Kämmerin.

Der Plan liegt ab 18. bis 27. März in der Kämmerei öffentlich aus. Die Einspruchsfrist endet am 4. April. Am 16. April soll der Gemeinderat den Plan beschließen.

Von Sebastian Fink

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