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Döbeln Ostrauer Rat lehnt Solarpark an Bahnlinie ab
Region Döbeln Ostrauer Rat lehnt Solarpark an Bahnlinie ab
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11:07 17.05.2019
Der Ostrauer Gemeinderat lehnt Solarpark an Bahnlinie ab. (Symbolbild) Quelle: dpa
Ostrau

Mit einer deutlichen Ablehnung hat der Ostrauer Gemeinderat auf das Ansinnen von Landwirt Gerhard Zehnter und Thomas Bock von der fränkischen Firma Münch Energie reagiert, einen rund 1,25 Hektar großen Solarpark nahe der Ostrauer Bahnlinie zu errichten. Bei einer Enthaltung stimmten die Räte geschlossen mit Nein gegen das Vorhaben. Endgültig vom Tisch ist das Projekt damit noch nicht, aber die Umsetzung erscheint mehr als unwahrscheinlich.

Mögliche Probleme mit der Raumordnungsbehörde

„Das Landratsamt hat uns klar gesagt, es steht nur hinter dem Projekt, wenn auch die Gemeinde dahinter steht“, hatte Thomas Bock zu Beginn seiner Ausführungen selbst erklärt. Sein Plan: Eine Ecke des bislang landwirtschaftlich genutzten Bodens neben dem Vier-Seit-Hof nahe der Bahnlinie zwischen Ostrau und Stauchitz am Wiesengrund in Jahna mit Photovoltaik-Modulen zu belegen. Die fast quadratische Fläche würde dann 110 Meter vom Gleis aus ins Feld ragen. „Der Strom geht dann ins öffentliche Netz, wird aber von einem Direktvermarkter als grüner Strom angeboten, den Sie auch beziehen können“, sagte Bock in die Runde.

Bürgermeister Dirk Schilling, der das Thema bereits mit den Gemeinderäten vorberaten hatte, brachte Kritik in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck. „Was uns stört, ist, dass es sich gerade nicht um Unland oder Hanglagen handelt, sondern besten Ackerboden. Wir sind es als Gemeinde außerdem gewohnt, dass ein Bauwilliger zuerst uns mit seiner Idee anspricht“, sagte er. Zudem verwies er auf mögliche Probleme mit der sächsischen Raumordnungsbehörde, die Bodenversiegelungen kritisch gegenübersteht.

Bodenbesitzer wirbt für Projekt

Der Besitzer des Bodens, Landwirt Gerhard Zehnter, der seinen Firmensitz in der Gemeinde Nünchritz bei Riesa hat, aber auch über 200 Hektar in der Lommatzscher Pflege verfügt, warb dennoch für das Projekt. „Ich bin selbst Landwirt und würde ungern guten Boden versiegeln. Aber dort passt es genau rein und der Boden ist weiterhin nutzbar. Die Module werden nur aufgestellt und das Regenwasser versickert ganz normal“, sagte er.

Thomas Bock bot auf Nachfrage des Bürgermeisters auch die Schaffung der notwendigen Ausgleichsfläche in der Gemeinde Ostrau an. Und Gerhard Zehnter versicherte, er werde auch den derzeit nicht bewohnten Vier-Seit-Hof „nicht einfallen lassen. Ich habe eine Familie mit sechs Kindern. Es kann sein, dass eines davon mal herzieht“, sagte er.

Solarmodule auf Hofdächern keine Alternative

Auf die Nachfrage aus der Runde, warum nicht die Dächer der Gebäude für die Sonnenstromerzeugung genutzt werden, erklärte Zehnter, dass die Sanierung und Bestückung der Dächer mit den Modulen rund 170.000 Euro kosten würde. Eine Summe, die durch den verkauften Strom nicht wieder einzuspielen wäre.

Der Jahnaer Gemeinderat Ralf Vogt war letztlich soweit seine Zustimmung zu erteilen, „wenn die Ausgleichsfläche hier bleibt und es nicht ausufert.“ Dennoch lehnte der Rat letztlich ab. Für den Fall, dass das Projekt nun auch vor dem Landratsamt scheitert, hatte Zehnter bereits angekündigt, sein Land einfach weiterhin landwirtschaftlich nutzen zu wollen.

Von Sebastian Fink

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