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Döbeln Personelle Probleme zu groß für AWO
Region Döbeln Personelle Probleme zu groß für AWO
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17:18 24.02.2017
Ende Juni gibt der AWO Kreisverband Mulde-Collm die Trägerschaft für die Döbelner Tafel ab.
Ende Juni gibt der AWO Kreisverband Mulde-Collm die Trägerschaft für die Döbelner Tafel ab. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Döbeln

Ende Juni gibt der AWO Kreisverband Mulde-Collm die Trägerschaft für die Döbelner Tafel ab (DAZ berichtete). Geschäftsführer Daniel Schippan äußerte sich am Freitag auf Anfrage im Namen des Vorstandes zu den Gründen. Schweren Herzens habe man den Beschluss einstimmig gefasst, die beiden Tafeln in Döbeln und Grimma aus der Trägerschaft zu entlassen. „Über 15 Jahre haben wir dieses Angebot aufrechterhalten und sind nun mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht mehr in der Lage, die personelle und organisatorische Betreiberverantwortung zu schultern.“

Der Grund dafür sind personelle Probleme. Weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben, sei es nicht mehr möglich, genügend Unterstützung durch Maßnahmeteilnehmer für die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin Elvira Illgen der Tafel zu stellen. Der Bedarf kontinuierlicher Anleitung der Teilnehmer durch die Leitung sei gestiegen. „Die Akquise und Bindung von Freiwilligen für den sowohl körperlich und auch mental belastenden Aufgabenbereich ist äußerst schwierig und rückläufig.“ Dadurch würden zeitliche Ressourcen von Elvira Illgen beansprucht, die nicht vorhanden sind. Die Leiterin der Tafel hat jahrelang ohne Vertretung gearbeitet. Für die vielen Aufgaben – Abholen, Transportieren, Sortieren Lagern und Aufteilen der Lebensmittel, Verwaltungstätigkeiten und Überwachung einzelner Prozesse – gäbe es wesentlich weniger Unterstützung als in den Vorjahren. Weil sich auch die ordnungspolitischen Betriebsvorschriften erhöht hätten, könne unter den aktuellen Umständen die gebotene Qualität der ausgereichten Lebensmittel mittelfristig nicht sichergestellt werden.

Dass die AWO die Tafeln in Döbeln und Grimma abgibt, bedeute aber nicht, dass diese Leistungsangebote vor Ort tatsächlich enden müssen, erklärt Daniel Schippan. Die AWO stehe in engem Kontakt mit dem Landesverband Die Tafeln und werde zukünftige Varianten mit allen Kräften unterstützen. Möglich sei sowohl ein neuer Sozialverband als Träger, als auch die Gründung eines freien Vereines. „Die AWO ist für beide Varianten offen.“ Und werde beide mit allen Kräften unterstützen. So könne man sich neben der kostenfreien Übergabe der gesamten Ausrüstung auch die Übernahme der Miete bis Jahresende vorstellen.

Von Manueal Engelmann

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