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Döbeln Petra Steurer nimmt Abschied vom Roßweiner Rathaus
Region Döbeln Petra Steurer nimmt Abschied vom Roßweiner Rathaus
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17:03 29.05.2019
Petra Steurer und ihre Stadt: Obwohl sie in Döbeln lebt, ist Roßwein für sie mehr Heimat. Hier war sie fast 25 Jahre Bauamtsleiterin und hat einige Katastrophen mitgemacht. Quelle: Foto: S. Bartsch
Rosswein

Auf das Ausschlafen freut sie sich ganz besonders. Oft hat Petra Steurer in den letzten Jahren nachts wach gelegen, mit um die Arbeit kreisenden Gedanken, und war müde, wenn dann früh der Wecker klingelte. Das ist jetzt vorbei. Sowohl das Weckerklingeln, als auch die Arbeit. Nach fast 30 Jahren im Dienst der Roßweiner Stadtverwaltung geht die 63-jährige Bauamtsleiterin nun in den Ruhestand.

Seit April 1991 im Roßweiner Rathaus

Am Wochenende hat sie gemeinsam mit ihrem Mann den Zwergduftflieder in ihrer heimischen Garten-Oase eingepflanzt, den ihr der Bürgermeister zur letzten Stadtratssitzung zusammen mit einem großen Dankeschön überreicht hat: Sie habe Unwahrscheinliches geleistet in den zurückliegenden Jahren, die Zusammenarbeit mit ihr sei aus seiner Sicht perfekt gewesen. So manch starken Beruhigungskaffee musste Petra Steurer sich im Bürgermeisterbüro einschenken lassen, wenn sie mit Tränen in den Augen beim Stadtoberhaupt schlechte Nachrichten von der Fördermittelbehörde abladen musste. Petra Steurer hat einige Katastrophen im Roßweiner Bauamt mitgemacht: Zwei Hochwasser 2002 und 2013, den Starkregen 2008. Das sei für sie die schlimmste Zeit gewesen. „Zumal ich persönlich auch betroffen war und das Wasser einen halben Meter in der Stube hatte.“ Drei Tage konnte sie 2002 nicht aus ihrem Haus. Danach ging für die Bauamtsleiterin das große Aufräumen im Job weiter. „Wir standen immer unter Geld-Druck“, beschreibt sie eine der großen Herausforderungen, denen auch sie als Bauamtsleiterin sich stellen musste. Um den Haushalt zu stärken waren die Mitarbeiter im Hochwasserjahr auf 32 Wochenstunden gegangen. Die Arbeit blieb die gleiche, „auf die Stunden konnte man da nicht schauen.“

Roßwein sei mehr ihre Heimat als Döbeln, wo sie geboren und aufgewachsen ist und inzwischen auch wieder lebt. Es gibt nur wenige Straßen in der Stadt, in denen Petra Steurer seit ihrem Arbeitsantritt am 1. April 1991 im Roßweiner Rathaus keine Baumaßnahme begleitet hat. Angefangen hat die studierte Bauingenieurin nach ihrer Elternzeit als ABM-Kraft im Bauamt. Nach zwei Jahren ging dieses Anstellungsverhältnis in ein festes über. „Mitarbeiterin im Bauamt wollte ich sein, nicht Chef“, sagt Petra Steurer mit dem ihr eigenen zurückhaltenden Lächeln. Doch als über Nacht die Stelle des Amtsleiters neu besetzt werden musste, bewarb sie sich und bekam den Job schließlich im Oktober 1994. Nebenbei machte sie wie viele andere Rathausmitarbeiter die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Dass das Amt im laufe der Zeit personell so zusammengeschrumpft ist, bedauert sie. Wo es anfänglich noch jeweils einen Verantwortlichen für Tief- und Hochbau gab, lastete dies am Ende alles auf ihren Schultern.

Abschalten selbst im Urlaub schwierig

Petra Steurer hat alle Herausforderungen angenommen und gegeben, was sie konnte. Auch wenn mancher Arbeitstag hart an der Grenze gewesen sei. „Es ist eine unheimlich vielfältige Aufgabe gewesen, es gab 1.000 verschiedene Fälle.“ Doch dazu gehörte eben auch, dass manches Mal der Bürger auf der Matte stand und sich über ein Problem beschwerte. So richtig abschalten konnte sie auch im Urlaub immer nur, wenn sie mit ihrem Mann weit weg gereist ist. In diesem Jahr soll es nach Kroatien gehen oder auf die Masuren.

Ihr größtes Projekt ist die Stadtsporthalle gewesen, die sie genau wie die Komplettsanierung der Oberschule von Anfang bis Ende begleitet hat. Das Industriestadion, die letzte Hochwassermaßnahme in Roßwein, wird erst am 30. Juni offiziell übergeben – also außerhalb ihrer Amtszeit. Sehen lassen wird sie sich dort – „vielleicht“, lächelt sie. In Roßwein wird man Petra Steurer auf jeden Fall trotzdem immer mal zu Gesicht bekommen. Schließlich lebt einer ihrer Söhne und ihre beiden jüngsten Enkel in der Stadt, in der sie inzwischen fast jede Straße und jedes Gebäude kennt.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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