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Döbeln Pilzkrankheit bedroht Ahornbäume
Region Döbeln Pilzkrankheit bedroht Ahornbäume
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18:05 04.06.2019
Auf dem Holz wird ein schwarzer rußartiger Belag sichtbar, auf dem sich die Sporen befinden.
Auf dem Holz wird ein schwarzer rußartiger Belag sichtbar, auf dem sich die Sporen befinden. Quelle: Carsten Pitsch
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Region Döbeln/Leipzig

Im Umfeld von Leipzig nimmt die durch eine Schlauchpilzart hervorgerufene Krankheit bedrohliche Ausmaße an. Einzelexemplare aber auch ganze Waldbestände sind betroffen. „Hunderte von Ahornbäumen sind befallen. Der extrem trockene und zudem heiße Sommer 2018 hat die Bäume unter akuten Wasserstress gesetzt. Das begünstigte die Verbreitung des Pilzes und den Ausbruch der Erkrankung an bereits geschwächten Ahorn-Bäumen“, erklärt Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig.

Auch Bäume in der Region betroffen

Die Ausbreitung erfolgt über die Pilz-Sporen. Auch im Raum Döbeln sind bereits Ahornbäume erkrankt, wie Revierförster Dirk Tenzler bestätigt. „Die Rußrindenkrankheit ist hier noch nicht so großflächig aufgetreten, es gibt eher vereinzelte Fälle. Aber sie gibt es“, sagt der Forstexperte. Betroffen seien zum Beispiel der Kommunalwald in Döbeln, aber auch private Waldbesitzer, Bäume bei Technitz, Sörmitz und am Geyersberg.

Eigentlich seien Bäume wie der Bergahorn in der Region auf dem Vormarsch und nahezu flächendeckend vorhanden, so der Revierförster. Es bestand die Hoffnung, einen gewissen Ersatz für die massenweise sterbenden Fichten gefunden zu haben. Nun müsse man laut Tenzler die Entwicklung genau beobachten. Befinden sich die Ahornbäume doch oft in der so genannten zweiten Baumschicht, sind also noch relativ jung. Von der Rußrindenkrankheit befallen sind aber die größeren, älteren Bäume.

Schwarzer rußartiger Belag

Der auslösende Pilz stammt aus Nordamerika und schädigt hier in Deutschland seit 2005 vor allem den Bergahorn, seltener auch Spitzahorn , Silberahorn und Feldahorn. Betroffene Bäume sterben innerhalb eines oder mehrerer Jahre ab. Zu Beginn der Erkrankung treten Schleimflussflecken am Stamm sowie sogenannter Rindenkrebs auf. Im weiteren Verlauf welken die Kronen und sterben ab. Charakteristisch sind grüne bis blaue Flecken im Holzkörper. Nach dem Absterben blättert die Borke an der Stammbasis ab. Dabei wird auf dem Holz ein schwarzer rußartiger Belag sichtbar, auf dem sich die Sporen befinden. „Nach dem Absterben der Bäume setzt relativ schnell die Weißfäule ein. Die Standfestigkeit nimmt rapide ab und die Beseitigung der betroffenen Bäume kann aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht notwendig werden“, informiert Andreas Padberg vom Leipziger Forstbezirk.

Fichten verschwinden

Akutes Thema für den Wald in der Döbelner Region bleibt der Borkenkäfer. Der feuchte und kühle Mai hat dessen Vormarsch zwar etwas gebremst. Aber die aktuelle Hitze und erneute Trockenheit treibt weitere Sorgenfalten auf die Stirn von Dirk Tenzler. „Die Waldbesitzer sind angehalten, ihre Bestände weiterhin regelmäßig und aufmerksam zu kontrollieren“, mahnt der Revierförster. Doch Kontrolle ist nur die eine Seite. Die andere: Die Waldbesitzer sind mittlerweile häufig mit der dramatischen Situation überfordert. Denn ist „Käferholz“ einmal aufgespürt, müsste es auch schnellstens heraus aus dem Wald. Es fehlt aber an Unternehmen, die das bewerkstelligen können. Und auch an Geld. Denn die Nadelholz-Preise sind im tiefen Keller und ein wenigstens kostendeckendes Beräumen wird immer fraglicher.

Trotzdem: die Fichtenbestände sind auf dem großen Rückzug. Zum Beispiel in einem Waldstück zwischen Naußlitz und Haßlau ist das gut zu beobachten. Dirk Tenzler: „Bis Jahresende ist die Fichte dort komplett verschwunden.“

Von Olaf Büchel