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Döbeln Puppen aus Porzellan begeistern in Waldheim
Region Döbeln Puppen aus Porzellan begeistern in Waldheim
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09:00 14.12.2018
Mittlerweile sind die Räuchermännchen ausverkauft, die François Maher Presley in der Galerie an der Schlossstraße zeigt. In dieser sind aber noch bis Ende Januar Helma von Appens handgefertigte Porzellanpuppen zu sehen. Ein Besuch der Galerie ist wie eine Zeitreise in die Gründerzeit.
Mittlerweile sind die Räuchermännchen ausverkauft, die François Maher Presley in der Galerie an der Schlossstraße zeigt. In dieser sind aber noch bis Ende Januar Helma von Appens handgefertigte Porzellanpuppen zu sehen. Ein Besuch der Galerie ist wie eine Zeitreise in die Gründerzeit. Quelle: Dirk Wurzel
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Waldheim

Entzückend. Wenn François Maher Presley durch die Galerie der Stiftung mit seinem Namen an der Waldheimer Schlossstraße geht, sagt er oft „entzückend“. Diese Galerie zeigt handgefertigte Porzellanpuppen. Handgefertigt bis ins letzte Detail. Sogar die Unterröcke näht die Hamburgerin Helma von Appen selbst, die derzeit ihren Puppenschatz an der Schlossstraße zeigt. Und diese Ausstellung finden auch Menschen entzückend, die sonst nicht viel mit Puppen am Hut haben. Helma von Appen ist Grandmaster of Dollmaking – auf gut deutsch: Großmeisterin des Puppenmachens.

In jeder einzelnen Puppe steckt eine Menge Arbeit. Sogar die Unterwäsche näht Helma von Appen selbst. Quelle: Dirk Wurzel

Es ist das Hobby der Hamburgerin, diese sogenannten Reproduktionspuppen in liebevoller und detailverliebter Handarbeit herzustellen. Diese kommen den originalen Vorbildern aus der Gründerzeit sehr nahe. Ihre Herstellung ist ein eigenständiges Kunsthandwerk. Dieses eint die Fertigkeiten vieler Berufe. Zunächst gießt sie den Puppenkörper aus Porzellan, das im Brennofen hart und fest wird. Dann bemalt die Hamburgerin die Puppen, gibt ihnen die Frisuren und näht die Bekleidung. Etwa einen Monat arbeitet sie an einer Puppe. Die Preise, die Helma von Appen dafür aufruft, stehen in keinem Verhältnis zu dem großen Arbeitsaufwand. In der Galerie der François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur stehen ganze Familien aus Porzellan.

Viele Puppen haben ihre originalen Vorbilder in der Gründerzeit. Quelle: Dirk Wurzel

Großen Absatz fanden die Produkte, die Gefangene sächsischer Justizvollzugsanstalten angefertigt haben und die der Gitterladen in der Galerie feil bot. Das Waldheimer Ehepaar Kornmeier kümmert sich schon seit Jahren ehrenamtlich darum, war sonst immer mit einem Stand auf dem Waldheimer Weihnachtsmarkt vertreten und in diesem Jahr erstmals in der Galerie an der Schlossstraße. „Es wurden alle Räuchermännchen verkauft“, sagt François Maher Presley, der bedauert, dass es die rauchende Weihnachtsdeko künftig wohl nicht mehr geben wird, da der Gefangene entlassen worden sei, der sie anfertigte. Helma von Appens entzückende Puppen sind noch bis Ende Januar an der Schlossstraße zu sehen, ebenso die Bilder des Kriebethaler Malers Ekkehart Stark.

Auch was die Mode betrifft, unternimmt die Ausstellung eine Reise in längst vergangene Zeiten. Quelle: Dirk Wurzel

Von Dirk Wurzel