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Döbeln Region Döbeln: Im Elterntaxi zur Abiprüfung
Region Döbeln Region Döbeln: Im Elterntaxi zur Abiprüfung
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17:24 10.04.2019
Die Gewerkschaft Verdi organisiert heute einen Warnstreik bei den Bussfahrern. (Symbolbild) Quelle: Archiv
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Döbeln

Vom Schulbus sahen die Schüler der Region Döbeln gestern Morgen nicht mal die Rücklichter. Bis 8 Uhr waren Busfahrer der Regiobus GmbH im Warnstreik. Besonders die Zwölftklässler, die gestern Englisch-Abitur schrieben, brauchten das Elterntaxi statt Bus.

Laut Gewerkschaftssekretär Jürgen Becker von der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) beteiligten sich alle Busfahrer im gesamten Kreis Mittelsachsen. „Der Warnstreik soll vor den am 11. April geplanten Tarifverhandlungen noch mal ein deutliches Zeichen setzen“, so Becker.

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Besorgnis am Gymnasium

Die zu erwartenden Beeinträchtigungen in der Schülerbeförderung führten vor allem am Döbelner Lessing-Gymnasium und dem Harthaer Martin-Luther-Gymnasium zur Besorgnis. Grund dafür waren die am Mittwoch stattfindenden Abiturprüfungen im Fach Englisch, bei denen in Döbeln etwa 50 Abiturienten betroffen waren. Der Schulleiter des Döbelner Lessing-Gymnasiums, Michael Höhme, bestätigte jedoch, dass alle Schüler planmäßig zu den Prüfungen und zum regulären Unterricht erschienen seien.

Auch in Hartha waren alle Prüflinge pünktlich. „Alle Abiturienten waren am Vortag von ihren Tutoren per Mail über den anstehenden Streik informiert worden“, berichtet Lothar Weisheit, Schulleiter des Martin-Luther-Gymnasiums. Auch in den unteren Klassen kamen die Schüler maximal einen Bus später zum Unterricht.

Auch mal aufs Fahrrad umsteigen

„Die Gefährdung der Abiturprüfungen war unbeabsichtigt“, kommentiert Gewerkschafter Becker. An der Pestalozzi-Oberschule in Hartha kam es zu keinen Unregelmäßigkeiten im Schulablauf. „Unsere Schüler sind sehr engagiert und sind entweder von den Eltern gebracht worden oder kurzerhand aufs Fahrrad umgestiegen. Manche kamen allerdings eine Stunde später“, sagt Schulleiterin Kerstin Wilde. In der Peter-Apian-Oberschule Leisnig sind diese Woche aufgrund von Klassenfahrten ohnehin nur wenige Schüler anwesend und diese sind von den Eltern zur Schule gebracht worden.

Fahrgemeinschaften verabredet

In der Grundschule Ostrau haben sich die Eltern kurzerhand per Whatsapp zu Fahrgemeinschaften verabredet. So haben die Eltern Schulausfälle und Schlimmeres durch den Streik verhindert.

„Ob in Zukunft weitere Streiks drohen, hängt vom Ausgang der Tarifverhandlungen ab“, sagt Gewerkschaftssekretär Jürgen Becker.

Von Martin lange