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Döbeln Region Döbeln: Sturm Eberhard richtet viel Schaden an
Region Döbeln Region Döbeln: Sturm Eberhard richtet viel Schaden an
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17:22 11.03.2019
Von einem Versorgungs-Gebäude der Veolia bei Großweitzschen hat der Sturm die Dachbahnen vom Dach geblasen. Quelle: Sven Bartsch
Region Döbeln/Mittelsachsen

Nicht nur die Bahnverbindungen in der Region hat Eberhard getroffen. Die Döbelner Feuerwehr rückte mit insgesamt 30 Kameraden am Sonntag, zwischen 18 und 23 Uhr, zu acht Einsätzen aus. Vor allem entwurzelte, umgestürzte oder abgebrochene Bäume waren der Grund dafür, zum Beispiel an der Teichstraße, der Rosa-Luxemburg-Straße und in Forchheim. „Die Schäden sind alles in allem überschaubar“, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher für Döbeln und die Ortsteile. Beispielsweise sei das Dach des Bauhofgebäudes in Lüttewitz in Mitleidenschaft gezogen worden.

Sturm „Eberhard“ ist durch den Altkreis Döbeln geweht und hat dabei einige Spuren hinterlassen. Neben Einschränkungen im Bahnverkehr sind auch zahlreiche Bäume umgeknickt.

Das Sturmtief erreichte den Landkreis Mittelsachsen gegen 18 Uhr. Mitarbeiter des Versorgungsunternehmens Mitnetz Strom verzeichneten in dieser Zeit erste Stromausfälle. Gegen 22.30 Uhr waren rund 8.500 Kunden unversorgt. Durch Umschalten auf andere Leitungen konnten einige Kunden wiederversorgt werden.

Am Montag waren gegen 1.15 Uhr dann noch einmal rund 10.000 Kunden in Mittelsachsen ohne Strom, darunter auch der Raum Mockritz. Gegen 11.30 Uhr hatten etwa noch 400 Kunden keinen Strom. „Hauptursache im Landkreis Mittelsachsen waren umgestürzte Bäume, die Leitungen herunterrissen und zu Mastumbrüchen führten“ sagte Evelyn Zaruba, Pressesprecherin von Mitnetz Strom.

Zudem würden Freileitungen mehrfache Störungen aufweisen, die repariert werden müssen. Die Monteure seien seit Sonntagabend im Einsatz und arbeiteten mit Hochdruck an der Wiederversorgung. Auf Grund der Vielzahl von Störungen im Niederspannungsbereich werden die Reparaturen voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dabei kann es auch nochmals zu kurzen Versorgungsunterbrechungen kommen. Der Netzbetreiber bittet darum, sich bei anhaltenden Störungen oder sichtbar defekten Leitungen und Anlagen umgehend unter der Störungshotline 0800 2 305070 oder der Servicenummer 0800 2 884400 zu melden.

Bushaltestelle und Laube ohne Dach

In den drei Gemeinden nördlich von Döbeln schlug der Sturm bei mehreren Dächern zu. In Kattnitz wurde ein Laubendach abgeweht, das in eine naheliegende Freileitung zu stürzen drohte. Die Ostrauer Feuerwehr rückte aus und zerteilte es, um Schlimmeres zu verhindern, berichtete Bürgermeister Dirk Schilling.

Auf der B 169 bei Merschütz blockierte ein Baum die Straße. Auch hier musste die Feuerwehr ran. Von 20.24 Uhr an, als die erste Sirene ertönte, bis etwa 1.30 Uhr in der Nacht waren die Kameraden im Einsatz.

Die Bushaltestelle am Spielplatz in Zschaitz verlor ebenfalls ihr Dach. Ein umknickender Baum am Doktorberg riss zudem eine Straßenlaterne um. Am Hohlweg wurde eine Freileitung von Bäumen getroffen, was für einen Teil der genannten Stromausfälle sorgte, so Bürgermeister Immo Barkawitz.

Glück im Unglück hatte die Gemeinde Großweitzschen: Die kommunalen Wohnblöcke Am Waldrand in Westewitz, die noch auf ihre Dachsanierung nach Sturmtief Friederike im Januar 2018 warten, wurden wieder beschädigt. „Es ist zum Glück nur ein kleinerer Schaden. Die Reparaturen beginnen erst noch“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert.

Ast donnert auf fahrenden Pkw

In Roßwein kam der Fahrer eines VW am Sonntagabend nicht nur mit dem Schrecken davon. Während er auf der Döbelner Straße fuhr, donnerte infolge des Sturms ein großer Ast auf die Windschutzscheibe seines Pkw. Verletzt wurde der 31-jährige Fahrer nicht, doch der Schaden an seinem Auto beträgt nach Schätzungen rund 12.000 Euro. Die Stadt Roßwein generell kam laut Bauhof-Chefin Monika Weigel noch einmal mit einem blauen Auge davon. „Die meiste Arbeit hatten wir damit, den Müll von den Straßen zu lesen, weil die Einwohner ihre gelben Tonnen schon am Sonntag vor die Türen gestellt hatten.“ Auf dem Festplatz an der Mulde ist weiterhin eine große Linde dem Sturm zum Opfer gefallen und auch drei Tannen im Wohngebiet Am Sportplatz konnten dem heftigen Sturm nicht standhalten. Auf dem Hartenberg und in einem privaten Waldstück Richtung Gleisberg sind Bäume in die Leitungen der Envia gestürzt.

Entwurzelt in Waldheim

Kurz nach 21 Uhr gingen die Kettensägen-Einsätze für die Kameraden der Waldheimer Feuerwehr am Sonntag los. Verteilt auf zwei Löschfahrzeuge und einen Mannschaftstransportwagen fuhren 17 Feuerwehrleute zu umgestürzten Bäumen in Heiligenborn am Viadukt, der Mittweidaer Straße in Höhe Post, an den Schulberg und nach Schönberg an den ehemaligen Gasthof. „Am Schulberg hat es die Steigleitung im Geländer erwischt“, teilt Mandy Thümer, Leiterin des Waldheimer Ordnungsamtes, mit. Diese Leitung ist wichtig für die Versorgung mit Löschwasser in der Schule. Gegen 23.40 Uhr endeten die Sturm-Einsätze in Waldheim. Vorläufig. Denn schon am frühen Montagmorgen ging es gegen halb eins weiter. An der Masseneier Straße und in Massanei waren wieder umgestürzte Bäume zu beseitigen. Dann war bis halb sechs Ruhe. Um 5.29 Uhr fuhren sechs Kameraden mit dem Löschfahrzeug zur Kita an der Goethestraße, um Holzbruch zu beseitigen. Der Hubsteiger war gegen 8 Uhr gefragt. In Gebersbach war eine Baumkrone umgeknickt und in eine Stromleitung gefallen. Vier Kameraden kümmerten sich darum.

Auch die Mitarbeiter des Waldheimer Bauhofes kümmerten sich um „Eberhards“ Schäden. Am alten Sägewerk, auf dem Niethammerberg, am Schulberg sowie in Gilsberg und am Radweg in Kaiserburg machten die Männer Kleinholz. Auch hier hatte der Sturm Bäume umgeweht. Ebenso etliche Baustellenschilder und Absicherungen. In Teilen von Reinsdorf war der Strom ausgefallen.

Hartha: Stadtwald mehr und mehr verwüstet

Die Stadt Hartha ist nach dem erneuten Sturmtief recht glimpflich davon gekommen. Auf der Verbindungsstraße von Nauhain nach Westewitz kippte in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Baum auf die Straße. Bis in die frühen Morgenstunden gab es dort kein Durchkommen. „Gegen neun Uhr war aber alles wieder frei und befahrbar“, entwarnt Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Erneut zugesetzt haben „Eberhard“ und „Dragi“ dem Sorgenkind der Industriestadt. Erst kürzlich fielen etliche Bäume des Stadtwäldchens dem Orkantief „Bennet“ zum Opfer und knickten der Reihe nach ab. In den letzten Tagen mussten die nächsten dran glauben. „Das Problem ist, dass durch die vielen Stürme, die wir in der Vergangenheit hatten, der Baumbestand im Stadtwald gesunken ist, sodass die Bäume, die jetzt noch stehen, weniger geschützt und damit immer anfälliger werden.“ Die Sperrung einzelner Wege, die bereits vor einer Woche erfolgte, bleibe erstmal aufrecht, so das Stadtoberhaupt weiter. Da das zwei bis drei Hektar große Areal nahezu dauerhaft Einsatzort des Bauhofes ist, überlegt die Stadt schon seit längerem, das Waldstück generalzuüberholen. „Wir denken darüber nach, den Wald grundlegend aufzuforsten.“ Auch den Trimm-dich-Pfad, der seit 2014 Teil des Wäldchens ist, kann schon länger nicht mehr von den Harthaern genutzt werden. „So wie es jetzt ist, ist das kein Zustand“, bekräftigt Kunze.

Leisnig: Straßen bleiben finster

„Gegen 18 Uhr wurden Erwägung gezogen, für Leisnig eine Sonderlage auszurufen, so wie es auch im Leipziger land geschah“, erläutert Uwe Dietrich vom Bau- und Ordnungsamt der Stadt. Sonderlage hätte bedeutet, das Feuerwehrgerätehaus ununterbrochen zu besetzen. Vom Szenario der Sonderlage wurde zwar Abstand genommen. Dennoch war das Gerätehaus in Leisnig bis nach Mitternacht besetzt.

Zu insgesamt acht Einsätzen rückten die Feuerwehrleute von Leisnig aus. Vorrangig waren Schäden durch umgestürzte Bäume zu beheben. Auf dem Gelände der RHG an der Georg-Friedrich-Händel-Straße hatte der Sturm ein Gartenhaus umgeweht. Am Straßenbeleuchtungsnetz gab es zahlreiche Kurzschlüsse, weil Freileitungen sich berührt hatten. Im Laufe des Tages war Stadtelektriker Bernd Starke damit beschäftigt, diese Schäden zu beheben.

Schaden im Klosterbucher Forst: rund 2.000 Festmeter Holz

Revierförster Ronald Köllner sagt über den Klosterbucher Forst nach dem Sturm:„Es sieht schlimm aus. Straßen und Wege im Wald sind zu.“ Etwa 2.000 Festmeter Holz hat der jüngste Sturm allein im Klosterbucher Forst geworfen, schätzt der Leiter vom Staatsforstbetrieb Wolfgang Kühns ein. Der Klosterbucher Forst gehört zusammen mit dem Thümmlitz-Wald dem Freistaat Sachsen und wird vom Staatsbetrieb Sachsenforst bewirtschaftet. Zum Vergleich: Zirka 10.000 Festmeter Schaden waren zuletzt nach den Sturmtiefs Friederike, Herwart und davor Kyrill in diesem Waldgebiet zu verzeichnen.

Kühns weiter: „Nach den Stürmen vor etwa einem Jahr hatten wir die Aufräumarbeiten nahezu beendet. Jetzt müssen wir in den kommenden Wochen erneut mit Technik in den Wald.“ Das Problem: Für den Monat April wird bei zunehmenden Temperaturen mit der sprunghaften Vermehrung des Borkenkäfers und weiterer Waldschädlinge gerechnet. Das Wurfholz müsse demnach schnellstmöglich aus den Wäldern.

Von Eigener Bericht

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