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Döbeln Kippen im Brautloch, Fäkalien im Klo: Teenager randalieren
Region Döbeln Kippen im Brautloch, Fäkalien im Klo: Teenager randalieren
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08:12 12.05.2019
Roßweins sogenanntes Brautloch am Markt wird von Jugendlichen gern genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Das artet in jüngster Zeit immer öfter aus. Quelle: Sven Bartsch
Rosswein

Randale in Roßwein. Eingeschlagene Scheiben, beschmierte Fassaden, ein blanker Po in der Öffentlichkeit. Kippen im Brautloch auf dem Markt, laute Musik, Pöbelei, Glasscherben. Ein mit Fäkalien beschmiertes öffentliches WC. Auf dem hatten Jugendliche im Oberschulalter jüngst auch den Seifenspender herausgerissen und mit dem Inhalt den Durchgang zwischen Markt und Kirche in eine Rutschbahn verwandelt. Was die Stadt denn unternehme gegen diese „Jugendbande“, fragten einige Stadträte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) jüngst. „Wenn wir nicht handeln, fliegen irgendwann die Scheiben vom Rathaus ein“, befürchtet Stadtrat Steffen Thiele (SPD). Und Hans-Jürgen Schibiak (CDU) fragte: „Wie lange wollen wir uns das denn noch gefallen lassen?“

Junge Täter sind nicht strafmündig

Von „gefallen lassen“ kann nicht direkt die Rede sein. Denn die Stadt tut bereits, was in ihren Möglichkeiten liegt, um die nicht strafmündigen Jugendlichen erstens dingfest zu machen und zweitens zu bestrafen. Viel Handhabe allerdings bleibt nicht. Denn wenn im Elternhaus der Fünft- und Sechstklässler nicht bzw. mit einem Schulterzucken reagiert wird, kann die Stadt auch nicht mehr viel tun.

„Wir können das Jugendamt informieren, was wir auch schon getan haben, wenn Eltern überfordert sind“, sagt Ordnungsamtsleiterin Kristina Gebhardt. Genauso habe man bereits im Rathaus mit Vertretern des Jugendamtes zur Problematik zusammen gesessen. Doch das Amt habe ebenso nur beschränkte Möglichkeiten.

Schadensansprüche gegenüber den Eltern zu stellen ist meist aussichtslos. „Das bedeutet so viel zusätzlichen Aufwand, da vielleicht irgendwann zu einem Ergebnis zu kommen, da würde eine extra Person gebraucht, die das bearbeitet“, sagt Veit Lindner. Genau diese Frage stellte etwa Hans-Jürgen Schibiak im Stadtrat: Ob man denn das Ordnungsamt nicht personell aufstocken könne? Und auch wenn Veit Linder antwortete, dass das allein der Stadtrat entscheiden könne – finanziell wäre es wahrscheinlich gar nicht machbar. Außerdem müsse man auch aufpassen, den VZE-Schlüssel der Stadt einzuhalten, sonst stünde ganz schnell die Rechtsaufsicht auf der Matte.

Kameraüberwachung am Markt

Das Ordnungsamt der Stadt läuft bereits verstärkt Streife. Irgendwann allerdings ist die Arbeitszeit beendet. „Dann muss einfach auch mal jeder einzelne, der etwas mitbekommt, zum Hörer greifen und die Polizei anrufen“, sagt Kristina Gebhardt. Denn genau genommen ist es auch deren Aufgabe, gegen Randale vorzugehen.

Hier sieht Veit Lindner den Staat in der Pflicht. Es könne nicht sein, dass die Kommune die Lücken im System füllt. Das Geschäftsfeld des Ordnungsamtes sei nämlich eigentlich ein anderes und an sich schon umfangreich genug. Wo es früher fünf Polizisten für Roßwein gab, ist jetzt eine Stelle verblieben. Genaugenommen eine halbe, denn Roßweins Polizist müsse immer wieder Vertretung für Ostrau übernehmen.

Was also tun? Ordnungsamtschefin Kristina Gebhardt wird jetzt im Brautloch Papierkörbe aufstellen lassen, Rauch- und Alkoholverbotsschilder ebenso. Damit können bei Verstößen Platzverweise ausgesprochen werden. Auch eine Überwachungskamera will Bürgermeister Veit Lindner für das Brautloch.

Und weil die Rechtslage nicht mehr hergibt um die Jugendlichen Konsequenzen für ihr Verhalten spüren zu lassen, hat man jetzt zumindest schon mal den Verursacher der Fäkalien-Schmiererei zum Reinigungseinsatz verdonnert. Außerdem werden demnächst Jugendliche, die unter anderem den Schuldurchgang mit Edding beschmiert hatten, den ebenfalls Zaun am Kirchgemeindehaus mit Drahtbürsten reinigen und neu streichen. Die Farbe dazu stellt Pfarrer Heiko Jadatz zur Verfügung, der die Aktion auch beaufsichtigen wird.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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