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Roßweiner Handballer schicken Spenden-Lkw ins Flutgebiet

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18:35 20.07.2021
Einfach anpacken: Katharina Artelt und Jens Feldmann von den Roßweiner Handballern haben getreu diesem Motto über das Wochenende eine riesen Spendenaktion gemanagt.
Einfach anpacken: Katharina Artelt und Jens Feldmann von den Roßweiner Handballern haben getreu diesem Motto über das Wochenende eine riesen Spendenaktion gemanagt. Quelle: Sven Bartsch
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Roßwein

Als Katharina Artelt am Freitagmittag beschloss, ein paar Babysachen ihrer sechs Monate alten Tochter in die alte Heimat nach Nordrhein-Westfalen zu verschicken, um so einen kleinen Beitrag zur Unterstützung der Hochwasseropfer zu leisten, ahnte die Wahl-Roßweinerin nicht, wie schnell ihre Aktion Fahrt aufnehmen würde. Fast das komplette Wochenende verbrachte die Handballerin in der Stadtsporthalle. Nicht, um zu trainieren. Sondern um gemeinsam mit vielen anderen Helfern Spenden anzunehmen, zu sortieren und für den Transport vorzubereiten. Am Dienstag konnte ein komplett befüllter Sattelzug auf den Weg ins knapp 600 Kilometer entfernte Bad Neuenahr geschickt werden.

Statt einer Kiste mit Babysachen geht jetzt ein Sattelzug mit Spenden auf die Reise. Gesammelt wurde drei Tage in Roßweins Stadtsporthalle. Quelle: Sven Bartsch

Vor vier Jahren ist Katharina Artelt nach Roßwein gekommen – der Liebe wegen natürlich, sagt sie und lacht. Bei den Handballern des Roßweiner SV fand sie auch eine sportliche Heimat. Und jetzt viele Bereitwillige, die auf ihre spontane Umfrage nach Kinderkleidung reagierten. Und dann wurde die Sammelaktion ganz schnell ganz groß. Unter den Handball-Kollegen, die fast alle Kinder haben, fanden sich nicht nur ruckzuck Spender, sondern auch Mitmacher. Handball-Abteilungsleiter Jens Feldmann beispielsweise, der gemeinsam mit Katharina Artelt die Aktion in die Hände genommen hat und koordinierte.

Haben die Aktion gemeinsam koordiniert: Katharina Artelt und Jens Feldmann. Quelle: Sven Bartsch

Mit einem Kollegen tauschte er seine Schicht, so dass er nach der Arbeit in der Stadtsporthalle sein konnte. Die füllte sich unheimlich schnell. „Eigentlich wollten wir nur den kleinen Vorraum der Halle nutzen“, lacht Feldmann, der bei der Spedition Benzinger arbeitet, die auch den Lkw für den Transport zur Verfügung stellt. Am Dienstagvormittag stand die Hälfte der Turnhalle voll mit ordentlich sortierten Paletten: Bettwäsche, Erwachsenen-Kleidung, Lebensmittel, Geschirr, Decken und Handtücher, Waschmittel und, und, und. Über die sozialen Netzwerke hatte sich herumgesprochen, dass die Roßweiner sammeln. „Die Leute sind von überall her gekommen, sogar aus Dresden und Hainichen.“ Von Monsator aus Döbeln gab es noch zwei Waschmaschinen, die RHG stellte Notstromer zur Verfügung, von Geldspenden der Firma Maluck aus Hainichen und der Polenz AG sind Schubkarren, Gummistiefel, Schaufeln besorgt worden.

Jetzt haben die Roßweiner erst einmal aufgehört zu sammeln. Doch es soll eine Anschlussaktion geben. „Wir stehen im direkten Kontakt mit Betroffenen und werden dann direkt nach Bedarf Spenden annehmen“, so Katharina Artelt.

Von Manuela Engelmann-Bunk