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Döbeln Roßweiner Zukunftsforum: Ideen sind gut, Macher sind besser
Region Döbeln Roßweiner Zukunftsforum: Ideen sind gut, Macher sind besser
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11:32 04.07.2019
Die Grüne Aue in Roßwein steht zum Verkauf. Nicht das einzige Lokal der Stadt, das seine Pforten schließt, wenn sich kein Nachfolger findet. Wie man die Gastronomiekultur in Roßwein beleben könnte, war Thema im jüngsten Zukunftsforum. Quelle: Olaf Büchel
Rosswein

Wohin soll die Reise gehen für Roßweins Zukunftsforum? Zur letzten Zusammenkunft vor der Sommerpause warf Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) die Frage in den Raum, was man sich denn für das nächste Jahr auf die Fahnen schreiben wolle. Ein wenig habe er den Eindruck der Ermüdung des Forums, in den jüngsten Sitzungen hatte es mit konkreten Vorschlägen oder Ideen aus der Runde wohl etwas mau ausgesehen. Natürlich gebe es Erfolge in der Vergangenheit: So habe man die Bürgerhaus-Idee ins Rennen geschickt und auf den Weg gebracht, die Familienförderung für die Innenstadt oder auch den Bürgerhaushalt. Doch davon abgesehen gäbe es genügend offene Wunden in der Stadt und wirklich Neues habe man im letzten Jahr eben nicht aufs Tableau gehoben.

Wilder Mann in Ostrau als leuchtendes Beispiel

Günther Thiele ergriff als Erster das Wort und sprach die aus seiner Sicht wichtige Gaststättenkultur in de Stadt an, die bald gar nicht mehr vorhanden sei. Die Börse werde wohl nicht mehr lange machen, die Wartburg auch nicht. Die Gaststätte Hempel stehe bereits zum Verkauf, die Grüne Aue ebenso. Ob es denn nicht Ideen gäbe, wie man diesen Prozess aufhalten kann? Ob denn nicht die Stadt mal Geld in die Hand nehmen könnte, um Leute heranzuholen?

Thiele führte das Beispiel Wilder Mann in Ostrau an. Dort sei ein wunderbares altes Objekt gerettet worden, während in Roßwein der Herkules mit seinem Saal verkauft und der historischen Bedeutung beraubt worden sei. Bürgermeister Veit Lindner antwortete mit einem Hinweis, der für viele Vorschläge an diesem Abend gleichermaßen galt: „Es braucht einen Macher.“ Das Beispiel Wilder Mann, wo ein Verein die Initiative ergriffen hat, um das Objekt zu erhalten und zu betreiben, zeige das sehr deutlich.

Andreas Riedels Anstoß anschließend ging in eine ähnliche Richtung wie Thieles Hinweis: Der Marktplatz in Roßwein sei völlig verödet, müsse belebt werden, mit Sitzgarnituren und – Gastronomie. Und Monika Lautenschläger schlug vor, die vielen leer stehenden Wohnungen im Neubaugebiet doch für eine Begegnungsstätte zu nutzen. Günther Zeugfang warf ein, dass doch der seit Ewigkeiten leer stehende Blumenladen von Veit Bernd ideal für ein Tagescafé sei.

Anschubfinanzierung für neue Gastronomen

Allen Vorschlägen ist gemein, dass es jemanden braucht, der die Sache in die Hand nimmt. Wünschen kann man sich viel, allein, es muss umsetzbar sein. Veit Lindner appellierte in die Runde, sich umzuhören und gegebenenfalls Leute ranzuholen, die sich vorstellen könnten, in Roßwein Gastronomie zu starten. Gerade für die Grüne Aue sei es wichtig jemanden zu finden, wobei man da vielleicht auch prüfen könnte, potenzielle Betreiber mit einer Art Anschubfinanzierung zu unterstützen.

Diskutiert wurde ebenso eine mögliche Tanzveranstaltung für die Roßweiner, ein Projekt, das Jörn Hühnerbein schon länger im Hinterkopf hat und das er bereit ist, konkret anzugehen. Günter Zeugfang schlug eine öffentliche Posaunenchorprobe auf dem Hartenberg vor, um die grüne Lunge Roßweins stärker zu nutzen. Eine Idee, die auch bei Veit Lindner auf Wohlwollen stieß, vielleicht könne man mal einen musikalischen Frühschoppen organisieren, um die Roßweiner raus in die Natur vor der Haustür zu locken.

Keine extra Aufgaben für Bauhof schaffen

Grün war ein gutes Stichwort. Monika Lautenschläger fragte, ob es denn nicht möglich sei, ein paar mehr Bäume in der Innenstadt zu platzieren, auf der Dresdner Straße vielleicht. Das ginge eher nicht, weil unter dem Gehwegpflaster Kabel liegen, erklärte der Bürgermeister. Wohl aber sei es möglich, beispielsweise eine Kletterrose an den Hauswänden hochranken zu lassen. Auf diese Art können man auch zur Begrünung und zu einem attraktiveren Erscheinungsbild der Stadt beitragen.

Entscheidend bei allen Ideen sei, dass nicht der Bauhof der Stadt noch mehr extra Aufgaben bekäme, sondern die Initiative aus der Bevölkerung komme.

Der nächste Zukunftsworkshop findet am 1. Oktober, 18 Uhr, im Rathaussaal statt.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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