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Döbeln SED-Funkturm Hartha: „Betreten und Fotografieren verboten“
Region Döbeln SED-Funkturm Hartha: „Betreten und Fotografieren verboten“
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10:25 16.10.2019
Das Objekt „Töpelner Straße“ wie es heute aussieht. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Der alte SED-Richtfunkturm von Harthawar in der vergangenen Woche bereits Thema bei der DAZ. René Wagner aus Pirna recherchiert und schreibt über die Betonriesen, die im ganzen Gebiet der ehemaligen DDR verteilt sind. Auch über den einsamen Riese von Hartha gibt es einiges zu erfahren. Den Aberglauben, das die Türme zum Abhören der Bevölkerung genutzt wurden, räumte Wagner aus. Die Türme dienten der parteiinternen Kommunikation der SED. Als Reaktion auf die Geschichte wurde die DAZ von Thomas Schmidt kontaktiert. Schmidt lebte in seiner Kindheit und Jugend in den 1950er Jahren in der Leipziger Straße 61 in Hartha, ganz in der Nähe des Turmes. Uns hat er von einem ganz besonderes Erlebnis erzählt.

Eine Landmarke und die Erkennung von Weitem - dort ist Hartha

Mitte der 1950er Jahre begann der Bau des Funkturmes unter dem Namen „Objekt Töpelner Straße“. Der gehörte schon bald zum Alltag der Harthaer, berichtet Wolfgang Schmidt. „Der Turm mit der Antenne wurde auch eine Landmarke und die Erkennung von Weitem – dort ist Hartha. Bei Spaziergängen sahen wir von den Höhen um das Harthaer Kreuz aus mit einem Feldstecher oft in die Umgebung. Dabei meist beobachtet von einem Diensthabenden der Volkspolizei, der aus einem der obersten Fenster des Turmes das Geschehen in der Umgebung abcheckte.“

Das Objekt „Töpelner Straße“ im Jahr 1957: der Harthaer Richtfunkturm. Quelle: Wolfgang Schmidt

Dann verschlechterte sich die politische Stimmung zwischen DDR und BRD, auch in Hartha blieb das nicht ohne Folgen. Schmidt, mittlerweile mit einer guten Fotoausrüstung ausgestattet und kurz vor dem Umzug nach Leipzig, juckte es in den Fingern: „Im Herbst 1961 trieb es mich, mit der Kamera die Wolken neben dem ‘Objekt’ in den Sucher zu bekommen.“ Als Standort wählte Wolfgang Schmidt den Weg von der Sternenwarte hinauf Richtung Töpelstraße. Mit einem Gelbfilter vor der Linse wollte er die Wolkenbildung hervorheben. „Eine Aufnahme machte ich da jedoch nicht, um nicht der Sabotage verdächtig zu werden. Doch dann sah ich, wie der polizeiliche Beobachter am Turmfenster plötzlich verschwand. Ich ahnte nichts Gutes.“

Schmidt sollte Recht behalten. Schnell begab er sich auf den Rückweg, setzte sich an den Waldrand und fotografierte unschuldig in die andere Richtung. „Der Volkspolizist hat mich natürlich zweifelsfrei am Fotoapparat erkannt.“ Das er nur die Wolken fotografieren wollte, wurde ihm nicht geglaubt. „Nach der Kontrolle meines Personalausweises musste ich den Zelluloidfilm zurückspulen, den behielt er ein.“ Der Volkspolizist entließ ihn schließlich mit der Nachricht, Schmidt würde von ihnen hören. „Ganz wohl war mir nicht.“

Zurück zu Besuch in Hartha

Einige Wochen nach dem Vorfall erhielt Schmidt, aus Leipzig zu Besuch in Hartha, von seiner Mutter den entwickelten Schwarz-Weiß-Film mit einem persönlichen Gruß vom Abschnittsbevollmächtigten (ABV) der Volkspolizei mit der Bitte, nicht derart fotografisch zu provozieren. „Ich war überrascht, dass das Vorkommnis sein Ende in Hartha fand, obwohl ich jetzt in Leipzig gemeldet war.“

Warum die Sache letztlich so glimpflich ausging, ist unbekannt. Vielleicht lag es daran, das er in Hartha bekannt war. Vielleicht auch daran, das Schmidt und die Kinder des ABV bis 1956 in die gleichen Klassen der Harthaer Grundschule gingen. „Ich weiß es nicht. Nebenbei war es jedoch erfreulich, ich hatte 65-DDR-Pfennig Filmentwicklungsgebühr gespart.“

Von Vanessa Gregor

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