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Döbeln Sächsische Fahnder legen Autoschiebern das Handwerk
Region Döbeln Sächsische Fahnder legen Autoschiebern das Handwerk
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15:47 25.01.2019
Fahndungserfolg mit Hubschrauber bei Hoyerswerda. Quelle: Polizei Sachsen
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Hainichen/Dresden/Hoyerswerda

Der Soko-Kfz des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) sind in dieser Woche gleich mehrere hochwertig Karossen ins Netz gegangen. „Die vielen Feststellungen unserer Einsatzkräfte in den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass die Autobahn 4 regelmäßig genutzt wird, um gestohlene Fahrzeuge nach Osteuropa zu verbringen“, sagt Sonja Penzel, Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz. Kein Zufall also, dass die Ermittler gleich drei mal auf der Autobahn in der Nähe von Hainichen fündig geworden sind.

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Am Dienstagmorgen nahmen die Beamten der Gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) Chemnitz dort einen schwarzen BMW X3 mit hessischen Kennzeichen ins Visier und setzten sich mit dem „Bitte folgen“-Signal vor den auffällig langsam fahrenden Wagen. „Nachdem das Fahrzeug zunächst bis auf die Verzögerungsspur der Anschlussstelle Hainichen folgte, beschleunigte es abrupt und zog wieder zurück auf die Autobahn“, teilt das LKA mit. Mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde auf dem Tacho konnte der Fahrer in Richtung Dresden flüchten und die Beamten erfolgreich abschütteln. Die Polizei streute zwar umgehend breit, gab Informationen an die Bundespolizei sowie die Autobahnpolizei, verständigte zudem den im Einsatz befindlichen Hubschrauber und gab die Daten in das Kennzeichenerfassungssystem ein. Doch der BMW blieb wie vom Erdboden verschluckt.

Koordinierte Aktion bei Dresden

Keine zwei Stunden nach dem vorangegangenen Fehlschlag hängten sich die Beamten der GFG Chemnitz hinter den nächsten BMW – diesmal mit belgischen Kennzeichen. Eine Abfrage ergab jedoch, dass die Nummernschilder eigentlich zu einem Ford Fiesta gehören. Für den Zugriff zog die GFG Kollegen der Autobahnpolizei sowie den Hubschrauber heran. Die Kräfte stoppten das Fahrzeug in einer koordinierten Aktion zwischen den Anschlussstellen Dresden-Neustadt und Wilder Mann. Die Umweltplakette verriet den Beamten, dass der BMW in Frankfurt am Main gestohlen wurde. Der Fahrer – ein 40-jähriger Pole – gilt nun als tatverdächtig und wurde vorläufig festgenommen. Ein erster Schnelltest auf Amphetamine verlief nach LKA-Angaben positiv.

Bei Dresden ziehen Beamte das verdächtige Fahrzeug aus dem Verkehr. Quelle: Polizei Sachsen

Zwei Tage später, am Donnerstagmorgen, ging der GFG Chemnitz bei Hainichen der nächste Fisch ins Netz. Ein rasender Mercedes mit niederländischen Kennzeichen erregte die Aufmerksamkeit der Polizisten. Wie die Abfrage ergab, sind die Nummernschilder jedoch einem Opel zugeordnet. Erst auf Höhe des Autobahndreiecks Dresden-Nord entschlossen sich die Beamten dazu, den verdächtigen Wagen aus dem Verkehr zu ziehen. Doch der Plan ging nicht auf. Der Mercedes kollidierte mit einem der Einsatzfahrzeuge. Anschließend drückte der Unbekannte Fahrer das Gaspedal durch und konnte so den Fahndern entkommen. Erst kurz vor Hoyerswerda hefteten sich Beamte der GFG Chemnitz und Bautzen wieder an den Mercedes. In Hoyerswerda sprang der Fahrer plötzlich aus seiner Karosse und haute zu Fuß ab – mit Erfolg, denn selbst Hubschrauber und Fährtenhund konnten dem Flüchtigen nicht mehr auf die Spur kommen. Der Mercedes steht nun zur Untersuchung bei den Kriminaltechnikern der Polizeidirektion Görlitz.

Erst Kollision auf der Autobahn, dann Flucht nach Hoyerswerda. Quelle: Polizei Sachsen

„Die Fahndungswoche der Polizei Sachsen zeigt, dass sich eine koordinierte Aktion über Diensstellengrenzen hinaus auszahlt“, resümiert Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU). „Mit dieser Einsatztaktik gelingt es, den Autoschiebern das Handwerk zu legen und Sachsens Autobahnen sowie Landstraßen noch gezielter und effektiver zu kontrollieren.“

Einsatz auch in Hoyerswerda

Neben den Einsätzen, die sich bei Hainichen abspielten oder zumindest dort ihren Ursprung hatten, gelang es den Fahndern nach einer Verfolgungsjagd aus der Luft und am Boden außerdem in der Nähe von Hoyerswerda einen weiteren Tatverdächtigen samt Fahrzeug aufzugabeln. Das Gesamtergebnis der Fahndungswoche: zwei gestellte Tatverdächtige und drei sichergestellte Autos, die zuvor in Hessen gestohlen wurden.

Mit Unterstützung aus der Luft gibt es kein Entkommen. Quelle: Polizei Sachsen

Von André Pitz

25.01.2019
25.01.2019