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Döbeln Kontrovers: Babybauch zum Kirchenkonzert in Waldheim
Region Döbeln Kontrovers: Babybauch zum Kirchenkonzert in Waldheim
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19:13 02.09.2019
„Magnifikat XXL“ – Konzert mit Musik von Melchior Vulpius am 1. September 2019 in Waldheim. Quelle: Steffi Robak
Waldheim

Die Aufnahmen für die vorerst letzte Doppel-CD sind fertig, das dazugehörige ist Konzert gespielt: Am Sonntag erlebten rund 100 Zuhörer in der Waldheimer Stadtkirche, wie vielfältig der neutestamentliche Lobgesang der Maria musikalisch gestaltet sein kann – selbst aus der Feder von ein und demselben Komponisten, von Melchior Vulpius. Seine Musik ist 400 Jahre alt.

Ungewöhnlich für die Waldheimer Konzertreihe war das Programm-Deckblatt: Kantor René Michael Röder entschied sich für die moderne Abbildung einer nackten schwangeren Frau – nicht ohne damit für Gesprächsstoff zu sorgen.

Das Deckblatt zum Konzertprogramm „Magnifikat XXL“. Quelle: R.M. Röder

Hintergrund: Als die schwangere Maria auf ihre ebenfalls schwangere Cousine Elisabeth trifft und von dieser gegrüßt wird, preist Maria daraufhin Gott. Ihr psalmartiger Gesang ging als das „Magnifikat“ in die sakrale Musiktradition ein. Im Lateinischen lautet die erste Zeile „Magnificat anima mea Dominum“ und wird mit „Meine Seele preist den Herrn“ übersetzt.

„Es steckt viel Sozialkritisches und Revolutionäres in diesem Text, den Vulpius noch dazu von einer Frauenstimme singen lässt“, erläutert Röder, „denn Maria singt von einem Gott, der sich ihr und allen Geringen, Machtlosen und Hungernden zuwendet. Die Mächtigen, Reichen und Hochmütigen dagegen stürzt er vom Thron.“ Röder habe lange überlegt, wie er die 400 Jahre alte Musik in die Herzen der heutigen Menschen bekommt – das Bild eines Babybauchs spreche jeden Menschen an, ist der Waldheimer Kantor überzeugt.

„Was hat uns Vulpius heute noch zu sagen, welche Beziehung können wir heute zu ihm aufbauen? Der dankbare Blick einer werdenden Mutter nach oben, in einer für jeden heutigen Menschen vertrauten Darstellung, verkörpert das für mich am stärksten. Wir nehmen für die CDs ja keine Museumsstücke auf, sondern fragen uns, wie wir die darin enthaltene Aussage transportiert bekommen.“

In den Tagen vorm jüngsten Konzert wurde mehr Musik aufgenommen als auf zwei CDs passt. Am 24. November, dem Ewigkeitssonntag, gibt es deshalb zum Gottesdienst um 14 Uhr erneut Vulpius-Motetten zu hören.

Von Steffi Robak

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