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Döbeln Aufstehen: Die Mittelsachsen sammeln sich in Leisnig
Region Döbeln Aufstehen: Die Mittelsachsen sammeln sich in Leisnig
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20:11 30.07.2019
Spontan zusammengerückt für ein Foto: Die Gruppe Mittelsachsen der bundesweiten Bewegung Aufstehen. Die Gruppe tagt einmal monatlich in Leisnig. Quelle: Foto: Freund / privat
Mittelsachsen/Leisnig

Jaaa, sie lebt noch, die Bewegung „Aufstehen“. Auch wenn sich ihre frühere Galionsfigur Sahra Wagenknecht (Vorsitzende der Bundestagsfraktion Die Linke) nicht mehr ganz vorn an den Karren spannt, rückten die Anhänger der Bewegung dennoch zusammen und bleiben den Zielen aus dem Gründungsaufruf vom September 2018 treu. Es existiert eine Gruppe für Mittelsachsen – eine von mehreren im Freistaat. Die Mittelsachsen tagen regelmäßig in Leisnig.

Der Lion und der Pilzfreund

Was tun die Leute vom Aufstehen in Mittelsachsen? Diese Zeitung fragte nach. Rede und Antwort stehen der parteilose Peter Freund aus Niederstriegis und Dieter Kunadt aus Leisnig. Ersterer ist bekannt von diversen Aktivitäten des Lions Clubs, als dessen Präsident Freund schon fungierte und dessen Sekretär er momentan ist. Dieter Kunadt ist passionierter Pilzberater und -sammler und im Stadtrat von Leisnig für die Linkspartei aktiv.

Mittelsachsen tagt in Leisnig

„Die Mär, dass Aufstehen tot ist, ist jedenfalls widerlegt“, sagt Peter Freund. So sehen es mit ihm zusammen die Mitglieder aus dem Raum Mittelsachsen. Und die treffen sich regelmäßig einmal monatlich, und zwar immer am dritten Mittwoch des Monats, in Leisnig.

Jedenfalls sieht sich die Bewegung Aufstehen noch immer ausdrücklich als Sammelbewegung und nicht als irgendwie linke Splittergruppe oder als Sammelbecken für politisch extrem denkende oder gar Anhänger von Verschwörungstheorien.

Anfangs sogar Verschwörungstheorien

„Von Beginn an gab es bei uns vom Grünen-Sympathisanten bis hin zum Kapitalismus-Abschaffer wirklich die ganze Bandbreite politischer Denkart. Manche standen Verschwörungstheorien verdächtig nahe. Die Leute mit den ganz krassen Auffassungen bemerkten jedoch, dass sie bei uns nicht an der richtigen Adresse sind“, schildert Kunadt. Man habe sich bald getrennt. Freund erläutert: „Aufstehen, das ist keine Gruppe mit einem Parteiprogramm, sondern eine Kompromissbewegung. Wir einigen uns auf Kernpunkte, auf die sich alle im Konsens einlassen können.“

Alles möglich, außer es ist extrem

Was daneben an politischen Auffassungen stehe, könne stehen bleiben – außer rechtes, rassistisches und generell menschenverachtendes Gedankengut. Kunadt erläutert außerdem die mehr oder weniger dezentralisierte Arbeitsweise: „Frau Wagenknecht hat sich ja nicht völlig von der Bewegung zurück gezogen. Auch existiert noch der Zentralvorstand in Berlin. Jedoch sind wir in Mittelsachsen überein gekommen, dass wir unsere Aktivitäten ohne unmittelbare Anbindung an den Zentralvorstand fortzusetzen. Unseres Wissens haben das mehrere sächsische Gruppen so für sich entschieden.“ Wie Freund informiert, existieren Gruppen in Leipzig, Dresden, Chemnitz, auch in Bautzen und Zwickau, insgesamt zehn in Sachsen. Eine davon ist Mittelsachsen.

Bewegung rückt in den Stiefel ein

Als Tagungsort ist das Gasthaus „Zum Stiefel“ in Leisnig gewählt, aus praktischen Gründen, sagt Peter Freund: „Ich kenne das Gasthaus von unseren Zusammenkünften des Lions-Clubs. Wir sind dort gut aufgehoben und haben das Gasthaus für die Bewegung als Treffpunkt gewählt.“

Nachdem im September 2018 die Bewegung Aufstehen ihren größten Aufwind hatte mit 170 000 eingeschriebenen Menschen, habe es ihn geärgert, dass es hieß, in Mittelsachsen würde nichts passieren. Am 7. Oktober 2018 wurde deshalb die Gruppe Mittelsachsen gegründet. Die Anhänger würden auch aus der weiteren Umgebung kommen, sind etwa 30 an der Zahl, wobei rund die Hälfe zu jedem Treffen anwesend ist. Und was tun sie dort? „Wir sehen uns als Vernetzer, unterstützen unter anderem Aktionen wie Fridays for Future mit Flugblatt- und Info-Aktionen“, so Kunadt. Am 24. August wollen die Mittelsachsen bei einer Demonstration vom „Sommer der Solidarität“ der Bewegung Unteilbar mit präsent sein.

Wahlinfostand wird nichts

Im Vorfeld der in Sachsen bevorstehenden Landtagswahlen hätten es Freund und Kunadt gern gesehen, wenn die mittelsächsischen Kandidaten aus dem einstigen Aufstehen-Initiatoren-Spektrum Linkspartei, SPD und Grüne einen gemeinsamen Info-Stand zur Wahl präsentiert hätten. Doch interessanterweise hätten sich Einzelne damit sehr bedeckt gehalten – vielleicht schon mit Blick auf bevorstehende Koalitionsverhandlungen. Das lässt die Akteure von Aufstehen jedoch nicht einknicken.

Flagge zeigen für den Frieden

Momentan versuchen sie, die Bürgermeister von Mittelsachsens Kommunen dazu zu bewegen, für die Aktion „Majors for Peace“ Flagge zu zeigen, und das im wahren Wortsinn. Roßwein habe sich schon dazu bereit erklärt, in Leisnig will der Bürgermeister das Ansinnen dem Stadtrat vorstellen. Es ist also weiterhin etwas in Bewegung bei der Bewegung Aufstehen.

www.aufstehen.de/sachsen

Von Steffi Robak

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