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Döbeln Samtpfoten schreiben Brief – Happy End für ausgesetzte Katzen in Roßwein
Region Döbeln Samtpfoten schreiben Brief – Happy End für ausgesetzte Katzen in Roßwein
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10:06 13.08.2019
Eines der drei Kätzchen, die Michaela Filla mit Unterstützung weiterer Tierfreunde groß gezogen hat. Quelle: privat
Rosswein

Nein, Katzen können immer noch nicht reden. Auch die Roßweiner nicht. Es gibt aber Menschen in der Muldestadt, die sich zu einer Katzeninitiative zusammengeschlossen haben und vor allem den heimatlosen Tieren helfen und eine Stimme geben. Michaela Filla und ihre Mitstreiterinnen kümmern sich um freilebende Katzen in Roßwein, versorgen diese und lassen sie kastrieren. Eine weitere unkontrollierte Ausbreitung der Tiere soll so eingedämmt werden. Den bezeichnenden Namen „Roßweiner Streuner“ hat sich die Initiative gegeben. Und manchmal – so wie im Fall von Paulinchen, Theo und Carly – lässt Michaela Filla die Katzen auch selbst „zu Wort“ kommen.

Am Silo ausgesetzt

„Ihr kennt uns als die ,drei Waisen vom Silo’. Wir wurden am 24. Mai, gleich nachdem wir geboren worden sind, unserer Katzenmutti weggenommen, in einen Eimer gepackt und am Silo an der Bahndammstraße ausgesetzt“, berichtet das Trio in einem Brief an die DAZ. Trotzdem handele es sich bei den Drei um „Glückskatzen“. Denn sie wurden von Familie Fuchs entdeckt und völlig unterkühlt zu Michaela Filla gebracht. Gerade noch rechtzeitig, um sie vor dem ansonsten sicheren Tod zu bewahren. Als „Katzenmutti“ hatte die 52-Jährige nun einen Rund-um-die Uhr-Job. Mit einer winzigen Milchflasche stillte sie den Hunger der kleinen Stubentiger, alle zwei bis drei Stunden mussten sie gefüttert werden. „Wir haben verdammt viel Arbeit gemacht, aber wir haben überlebt. Dank Familie Filla und unserer Katzensitterin Ramona Frenzel sind wir zu stattlichen Mietzekatzen herangewachsen“, steht in dem Brief.

Dank Familie Filla und Katzensitterin Ramona Frenzel sind die Streuner zu stattlichen Mietzekatzen herangewachsen Quelle: privat

Einige Unruhe hatten die kleinen Wollknäuel damals schon in die Stadt gebracht, aber positive Unruhe. Viele Menschen nahmen an dem Schicksal der Kätzchen teil. Auch die Döbelner Allgemeine Zeitung hatte darüber berichtet und den Spendenaufruf der Roßweiner Katzeninitiative unterstützt. Daraufhin waren sowohl Geld als auch Futter gespendet worden. Jeder Euro hilft. Denn das Geld wird nicht nur für den Kauf von Futter verwendet, sondern auch für das Kastrieren der Streuner.

Familienanschluss gefunden

„Streunende Katzen haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht. Das sind alles Tiere, die irgendwann ausgesetzt wurden“, weiß Michaela Filla, die in diesem Sommer sogar eine der Nominierten bei der Lokalheld-Aktion von DAZ und Sparkasse Döbeln war. Was die drei kleinen Kätzchen betrifft, gibt es ein richtiges Happy end, so steht es auch in dem Brief geschrieben: „Wenn sie diese Zeilen lesen, sind wir schon bei unseren neuen Familien. Das Gute daran – wir bleiben alle Roßweiner.“ Paulinchen hat sich demnach in Ramona verguckt und andersherum. Sie wird eine große Schwester bekommen. Theo und Charly haben das Glück und dürfen zusammenbleiben.

Die Katzeninitiative kümmert sich weiterhin um freilebende, entlaufene oder ausgesetzte Tiere. Das Spendenkonto, dass zur Unterstützung bei der Stadtverwaltung Roßwein eingerichtet wurde, hat weiter Bestand. So wie Paulinchen, Theo und Charly gerettet werden konnten, soll es auch anderen Artgenossen in schwierigen Situationen ergehen.

Spendenkonto: Kreissparkasse Döbeln, IBAN DE03 8605 54 62 0031 9300 01, Katzeninitiative Roßwein

Von Olaf Büchel

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