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Döbeln Schaufenster oder Saufenster?
Region Döbeln Schaufenster oder Saufenster?
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14:09 09.02.2019
Hopfen und Malz verloren dürfte bei diesem ehemaligen Schaufenster auf der Dresdner Straße sein. Doch es gibt andere, die sich möglichgerweise mit einfachen Mitteln beleben lassen.
Hopfen und Malz verloren dürfte bei diesem ehemaligen Schaufenster auf der Dresdner Straße sein. Doch es gibt andere, die sich möglichgerweise mit einfachen Mitteln beleben lassen. Quelle: Manuela Engelmann-Bunk
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Rosswein

Das nächste Schul- und Heimatfest in Roßwein steht vor der Tür und nicht nur Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) wird ein wenig mulmig, wenn er an all die leeren Schaufenster seiner Stadt denkt. Die meisten geben tatsächlich kein schönes Bild ab. Trostlos wirkt beispielsweise die Dresdner Straße aus diesem Grund. Das soll sich ändern, und am besten mit einfachen Mitteln. Im jüngsten Zukunftsforum gab Veit Lindner seine Idee kund und es wurde fleißig diskutiert.

Ein schöner Spruch fürs leere Fenster

Wie es denn wäre, wenn man in diese Schaufenster Banner hängen würde mit Gedichten, Versen, schöngeistigen Gedanken? Das sei eine einfache Möglichkeit, ein totes Schaufenster zu beleben. Prinzipiell fand der Vorschlag Anklang. Allerdings würde das Vorhaben wahrscheinlich bei jenen Häusern scheitern, deren Besitzverhältnisse unklar sind. Und deren Besitzer nicht vor Ort sind. „Man müsste die Eigentümer zunächst ansprechen und das Einverständnis einholen.“

Patenschaften für Schaufenster

Hubert Paßehr, CDU-Stadtrat und zweiter stellvertretender Bürgermeister von Roßwein, schlug vor, mit Blick auf die bevorstehende 800-Jahr-Feier der Stadt ein Projekt daraus zu machen und verschiedene Akteure die betreffenden Schaufenster ansprechend dekorieren zu lassen. Astrid Sommer vom Bürgerhaus-Team brachte daraufhin die Möglichkeit ins Spiel, dass Unternehmen oder Vereine die leeren Schaufenster doch zur Präsentation nutzen könnten. „Man müsste Patenschaften übernehmen“, schlug sie vor, um Verantwortlichkeiten zu schaffen. Laufen könnte das unter dem Motto „Schaufenster satt Saufenster“.

Und man könnte damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und der Tatsache entgegenwirken, dass beispielsweise viele Kinder und Jugendliche in der Stadt erwiesenermaßen gar nicht wissen, welche Angebote es eigentlich direkt vor Ort gibt.

Kaum geeignete Schaufenster

Der Roßweiner Händler Jörg Senf wandte ein, dass dies schwierig werden dürfte, da es beispielsweise in der Dresdner Straße aufgrund des allgemeinen Zustandes der Häuser kaum noch ein leeres Schaufenster gäbe, in dem eine ansprechende Präsentation möglich wäre. Da sei es schon die einfachste Lösung, einen Spruch über die Scheibe zu kleben.

Dies wolle man nun tatsächlich in Angriff nehmen. Der erste Schritt sei dabei, die Eigentümer der Gebäude mit entsprechenden Schaufenstern zu kontaktieren und ihnen den Vorschlag zu unterbreiten.

Von Manuela Engelmann-Bunk