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Döbeln Schüler wollen Licht im Wald von Leisnig
Region Döbeln Schüler wollen Licht im Wald von Leisnig
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15:05 16.10.2018
Straßenleuchten, am besten sogar im Wald – das würde den Oberschülern in Leisnig gefallen. Quelle: André Kempner
Leisnig

Sollte ein Stück Schulweg durch die grüne Lunge der Stadt führen? Darum ging es jüngst in Leisnig im Landkreis Mittelsachsen. Dort führt ein Stück des Weges zwischen Schule und Sporthalle durch den Wald. Dafür wünschen sich die Schüler der Peter-Apian-Oberschule: Der Weg sollte eine ordentliche Beleuchtung bekommen. Im Jugendstadtrat stellten sie ihre Idee vor.

Aus Süden kann es Schulweg sein

Für mache, nämlich die Schulkinder die aus südlicher Richtung, ist der Stadtwald der potenzielle Schulweg. Ein paar Schritte durch die grüne Lunge der Stadt – warum eigentlich nicht. Sollte jemand sehr früh am Morgen schon die Wege nutzen wollen, sollten dort auch die Wege beleuchtet sein – das meinen zumindest die Schüler. Doch tatsächlich ist der Schulweg von dort draußen hin zu den beiden Schulen klar: Entlang der Chemnitzer Straße führt er ebenso sicher und logisch zur Schule wie über die Jahnstraße für jene, die dort in den Wohngebieten wohnen.

Kommentar: Beim Luxus hört der Spaß auf

Auch noch Straßenlampen für die Wege im Leisniger Stadtwald – das klingt tatsächlich nach Luxus. Als würden die Apian-Schüler aus dem Jugendstadtrat mit ihrer Forderung überziehen. Dabei steckt ein sehr realer Kern hinter ihrer Überlegung. Wer zu Fuß durch die Stadt unterwegs ist – und das sind Kinder und Jugendliche mangels Autos zumeist – der sucht die kürzesten Wege, um Zeit zu sparen. Älter Menschen betrifft das ebenso. Sie sparen neben Zeit auch Kraft, so könnte ein Argument lauten. Wobei das bei einem straffen Waldspaziergang schon wieder in ganz anderem Lichte erscheint. Dass die Schüler lieber Zeit sparen, wenn sie zum Unterricht auf den Sportplatz und wieder zurück zur Schule gehen, das leuchtet ein. Da scheint die Abkürzung durch den Wald mitten am Tag als logische Konsequenz. Jedoch muss auch der Weg mitten an einem Unterrichtstag, von Schule zu Sportplatz und zurück, gewissen Sicherheitsanforderungen genügen. Schon allein deshalb scheidet der Wald aus. Daran würden auch mitten an einem Unterrichtsstag die Lampen am Waldweg nichts ändern. Ob damit generell mehr Menschen ihren Weg in die Stadt dort entlang nehmen würden, wenn er besser beleuchtet wäre, ist ohnehin fraglich. Denn er bleibt unwegsam, selbst wenn er beleuchtet wäre. Lampen entlang der Leisniger Waldwege – es mag berechtigte Gründe geben, sich zu wünschen. Letztlich wäre das ein ziemlicher Luxus. Und wenn die Stadt das bezahlen soll, dann hört der Spaß auf.

Schneller zum Sportplatz und zurück

Die Schüler im Jugendstadtrat sind allerdings über eine andere Schiene darauf gestoßen, dass es im Wald ein bisschen mehr Licht geben könnte auf den Wegen: Durch den Stadtwald könnten sie auch zum Sportunterricht gelangen, auf den Sportplatz an der Linde.

Zeitsparende Abkürzung

In den Frühjahrs- beziehungsweise Sommermonaten gehen die Leisniger Schüler zum Sportunterricht bis zum Sportplatz an der Linde. Es könnte Zeit gespart werden, wenn durch den Stadtwald eine Abkürzung genommen werden könnte. Nun braucht man im Sommer für den Weg von der Schule zum Sportplatz vielleicht nicht unbedingt Licht. Denn dort hin wird schließlich mitten am Tag gegangen. Dennoch erscheint es für die Schüler sinnvoll, den Weg durch den Wald ein stückweit zu kultivieren.

Licht im Wald ziemlich teuer

Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) der die Jugendstadtratssitzung geleitet hat, verweist einerseits auf die doch relativ lange Wegstrecke. „Es wäre mit sehr hohen Kosten verbunden, dort überall Lampen aufzustellen. Zumal es nicht zwingend nötig wäre: Der Weg zwischen Schule und Sportplatz ist gut über öffentlich Fußwege und Straßen zu absolvieren. Schon allein das rechtfertigt nicht, dass wir dort Lampen hinstellen sollen.“ Goth verweist noch auf einen weiteren Fakt: Sollte die Stadt sich dort diesbezüglich engagieren, müsste auch an den Winterdienst für die Wege dort eine Lösung gefunden werden.

Wald sollte Wald bleiben

Bei der dortigen Topografie – es handelt sich nun einmal um einen Wald in Hanglage – würde auch dies einen sehr hohen Aufwand mit sich bringen. Stichwort Wald: Im Vergleich zu einer Parkanlage sollten dort auch die Verhältnisse bleiben, wie sie in einem Wald üblich sind. Goth dazu: „Die Möglichkeiten, im Stadtwald die Wege mit einer Art Straßenbeleuchtung zu versehen, schätze ich gegenwärtig für sehr gering ein.“

Von Steffi Robak

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