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Döbeln Siegfried Hempel aus Bennewitz ist der Lokalheld 2019
Region Döbeln Siegfried Hempel aus Bennewitz ist der Lokalheld 2019
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18:47 28.06.2019
Der Lokalheld 2019 Siegfried Hempel (3.v.l.) im Kreise der Gratulanten: Judith Fröhlke (v.l.), Leiterin Vertrieb und Marketing der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, Annelore Hempel, Uwe Krahl, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Döbeln und Juliane Scheder vom Vertriebsmanagement der Sparkasse. Quelle: Sven Bartsch
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Die Überraschung war wirklich gelungen. Siegfried Hempels Frau Annelore half, sie perfekt zu machen. Es käme jemand von der Sportgruppe und er solle deshalb am Donnerstagnachmittag mal Zuhause bleiben, hatte die Ehefrau nach Absprache mit der DAZ geflunkert. Als in Hempels idyllischem Garten dann plötzlich Leute von der Sparkasse und von der Zeitung auftauchten, war der fast 81-Jährige ziemlich perplex. Langsam aber sicher schwante ihm, dass es hier nicht um die Sportgruppe, sondern um etwas ganz anderes, etwa ganz Besonderes ging.

Die Welt ein bisschen besser machen

„Herr Hempel, sie sind unser Lokalheld 2019. Viele Menschen haben für sie und für ihr tolles Engagement gestimmt. Wir freuen uns alle sehr, dass sie als erster den Lokalheld-Titel erhalten“, sagte Judith Fröhlke, Leiterin Vertrieb und Marketing der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft. Hempel mache mit seinen Müllsammel-Aktionen die Welt ein bisschen besser. „Sie leisten das uneigennützig, wir sind stolz auf sie. Und wenn man solche Dinge tut, dann bekommt man manchmal auch etwas zurück“, leitete Fröhlke auf den Preis über, den Siegfried Hempel für seinen Einsatz erhält.

Den überreichte Uwe Krahl, Vorstandschef der Kreissparkasse Döbeln – einen Scheck über 1.000 Euro: „Wir freuen uns, dass es Menschen gibt, wie sie. Sie sind ein leuchtendes Beispiel. Und es ist zu wünschen, dass andere ihnen nacheifern dabei, etwas für die Gemeinschaft zu tun.“

Mit dem Thema Müll gepunktet

Als Siegfried Hempel den Scheck und ein großes, rotes, symbolisches Luftballonherz in den Händen hielt, glänzten seine Augen. „Ich bin nah am Wasser gebaut“, sagte der rüstige Senior. Als erstes bedankte er sich, bei den hunderten Stimmengebern. Für ihn sei es einerseits kurios, dass er ausgerechnet mit dem Thema Müll so punkten konnte. Andererseits hat Siegfried Hempel, der regelmäßig mit dem Fahrradanhänger loszieht, um Müll vom Straßenrand aufzusammeln, auch eine Erklärung dafür: „Ich glaube, es hat etwas mit den Themen Klimawandel und Umwelt zu tun, über die gerade viel gesprochen wird. Es ist schlimm, dass so viel Müll im Straßengraben landet. Dort bleibt er ja nicht. Er gelangt auf Felder, wo unsere Nahrungsmittel wachsen und in unsre Bäche. Deprimiert hat mich vor allem, dass auch Schadstoffe unter den weggeworfenen Dingen sind.“

Siegfried Hempel in der Natur. Quelle: Sven Bartsch

Siegfried Hempel hofft, dass er mit seiner Teilnahme an der Lokalheld-Aktion all denen einen Denkanstoß geben kann, die Plasteflaschen oder andere Verpackungen achtlos wegwerfen. „Ich stehe eigentlich nicht so gern in der Öffentlichkeit und ich war auch nicht sofort bereit, mich in der Zeitung vorstellen zu lassen.“

Letztlich war das aber der Ausgangspunkt für seine Nominierung – eine Bewohnerin von Bennewitz und Bekannte aus der Sportgruppe hatte ihn vorgeschlagen. Beim Voting gab es schließlich einige Tage lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Siegfried Hempel und Claus Dieter Andrä aus Leisnig. Die Stimmgeber nutzten alle drei möglichen Kanäle, also Internet, Telefon und Coupon, wobei die Online-Stimmen die größte Anzahl ausmachten. Ganz knapp mit fünf Stimmen liegt der Bennewitzer am Ende vorn.

Wer noch als Lokalheld 2019 nominiert war

Binnewitz:
Tatjana und Jörg Thiele aus Binnewitz pflegen Familie

Döbeln:
Andreas Riethig im Dauereinsatz fürs Ehrenamt

Leisnig:
Wolfgang Rosemann ist Hauptmann der Stiefelwacht

Leisnig:
Claus-Dieter Andrä – mit wachen Sinnen durch die Stadt

Roßwein:
Michaela Filla hat ein großes Herz für kleine Streuner

Roßwein:
Uwe Glawion ist zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen

Das von Judith Fröhlke überreichte rote Luftballonherz steht natürlich für den Herzenswunsch, den sich der Lokalheld für sein Preisgeld erfüllen kann. „Ich nehme diesen Preis an!“, sagte Siegfried Hempel mit einem Schmunzeln und in Abwandlung des bekannten Spruches von Marcel Reich-Ranicki. Der Preis sei für ihn auch stellvertretend für alle ehren- und hauptamtlichen „Müll-Männer“. Mit seiner Frau Annelore hat sich der Bennewitzer zwei Verwendungen ausgedacht. 400 Euro möchte er an den Verein ELA Deutschland spenden, eine Selbsthilfeorganisation für an Leukodystrophie Erkrankte. Hempels 51-jähriger Sohn leidet seit zwölf Jahren an dieser schlimmen Stoffwechselkrankheit, die die Funktion der Nerven massiv und zunehmend beeinträchtig. „Das belastet uns sehr. Noch gibt es kein Mittel, das dagegen hilft“, sagt Annelore Hempel. Für das Auffrischen der Westseite ihres Häuschens wollen Hempels 600 Euro verwenden. Die Bennewitzer leiden nämlich nicht nur unter dem Lärm der nahen A 14, sondern laut Siegfried Hempel auch unter dem dort produzierten Feinstaub. „Das weht alles hier herüber, macht die Früchte am Baum und die Fassaden schwarz.“ Also ein weiteres Umweltproblem, für das der Fahrradanhänger eines Lokalhelden aber zu klein ist.

Von Olaf Büchel

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