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Döbeln Christian Morgenstern vermisst: Parallelen zu anderem Fall?
Region Döbeln Christian Morgenstern vermisst: Parallelen zu anderem Fall?
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10:23 16.01.2019
An der Stelle der Brücke lag Christian Morgensterns Jacke. Vater Dirk wünscht sich Ermittlungen auch an anderen Stellen. Doch die Spurenlage ist dünn. Quelle: Foto: Steffi Robak
Leisnig

Für Christian Morgensterns Eltern ist am wichtigsten: Dass alle Ermittlungsbehörden weiter an einem Strang ziehen, die Suche nach ihrem verschwundenen Sohn Christian so lange fortgesetzt wird, bis über seinen Verbleib Klarheit herrscht. Am Neujahrstag ist er verschwunden. Sie halten nur eine Gewalttat für wahrscheinlich.

Die Brücke, ein Supermarktparkplatz oder doch wo ganz anders? Wo sich Christian Morgenstern zuletzt in der Neujahrsnacht aufhielt, kann niemand genau sagen.

„Das öffentliche Interesse wächst“, schildert der Vater. Die Leisniger sowie Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet fühlen mit den Eltern und versuchen zu helfen. Unter anderem kommen Anfragen von Fernsehsendern. Trotzdem will die Familie bodenständig und sachlich mit dem Vorgang umgehen. Dirk Morgenstern hält den Kontakt zu den Medien. Der jedoch am dringendsten herbeigesehnte nächste Schritt steht noch aus: Dass auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz in einer Straftat die Ermittlungen aufnimmt.

Parallele zum Fall Lösche?

Tut sich hier eine Parallele auf zu dem Fall Sophia Lösche? Im Juni 2018 verschwand die 28-Jährige, die in Leipzig studierte. Einen Teil ihres Heimwegs nach Bayern trampte die junge Frau. Eine Stunde nach dem letzten Telefonkontakt zur Familie – sie hatte das Autokennzeichen durchgegeben – brach der Kontakt ab. Der Familie war klar: Ihr muss etwas zugestoßen sein. Sie meldeten die junge Frau als vermisst. Und als einen Vermisstenfall behandelte die Polizei den Fall auch tagelang, während für die Familie fest stand: Hier muss eine Straftat vorliegen. Freunde und Familie ermittelten, nutzten dafür ebenfalls das Internet. Als die Polizei nach neun Tagen über Sophias Auffinden berichtete, hatte die Familie bereits sämtliche Informationen – aus eigener Recherche.

Vermisst in der Bundesrepublik Deutschland

Anfang des Jahres waren insgesamt 12.651 vermisste Personen registriert, davon:

2.053 vermisste Kinder (bis 13 Jahre)

4.536 vermisste Jugendliche (14 – 17 Jahre)

4.048 vermisste Erwachsene (ab 18 Jahren)

Anfang des Jahres 2018 waren insgesamt 14.220 vermisste Personen registriert, davon:

1.961 vermisste Kinder (bis 13 Jahre)

6.287 vermisste Jugendliche (14 – 17 Jahre)

3.961 vermisste Erwachsene (ab 18 Jahren)

Anfang des Jahres 2017 waren insgesamt 17.190 vermisste Personen registriert, davon:

1.917 vermisste Kinder (bis 13 Jahre)

9.126 vermisste Jugendliche (14 – 17 Jahre)

3.978 vermisste Erwachsene (ab 18 Jahren)

Staatsanwaltschaft im Entscheidungsprozess

„Die beiden Fälle sind nicht miteinander vergleichbar“, sagt Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Die Spurenlage sei im Fall Christian Morgenstern viel dünner. Das stimmt in sofern, weil außer dem Weg zur Brücke, wo seine Kleidung lag, kein anderer Weg mit einem Spürhund abgesucht wurde. Die Kriminalpolizei ist in die Ermittlungen bereits eingebunden.

Eine Funkzellenauswertung des Telefons, die über eine einfache Ortung weit hinaus gehen würde, gab es noch nicht. Wie mehrere Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz versichern, müssten dafür ungeheure Datenmengen ausgewertet werden. Dies könne nur auf richterliche Anordnung veranlasst werden - wenn die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht für eine Straftat feststellt. Ingrid Burghart sagt dazu auf Anfrage: „Die Entscheidung dazu ist noch nicht getroffen. Es werden jedoch schon jetzt im Rahmen des Verfahrens die notwendigen Maßnahmen getroffen.“ Der Entscheidungsprozess läuft seit dem Montag.

Eltern wenden sich an Ministerpräsident

Unter anderem befasst sich aber auch seit dem Wochenende die Kriminalpolizei mit dem Fall. Das gibt den Eltern Hoffnung auf einen baldigen Ermittlungsfortschritt. Die Eltern äußern sich lobend über alle an den Ermittlungen beteiligten Beamten, wenngleich sie es für unverständlich halten, dass kein Anfangsverdacht auf eine Straftat bestehen soll. „Der besteht für uns seit der Übergabe der persönliche Sachen von Christian, am 1. Januar 15.15 Uhr durch den Finder“, sagt Vater Dirk Morgenstern.

Um auf die Dringlichkeit ihres Falles aufmerksam zu machen, schrieb die Mutter Susan Morgenstern einen Brief an den Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Sein Referent Markus Franke sagt dazu: „Wir haben den Fall besprochen. Mit dem Vater habe ich telefoniert. Die Entscheidung trifft letztlich die zuständige Staatsanwaltschaft.“

Von Steffi Robak

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