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Döbeln Sachsenkreuz-Freunde starten durch in Hartha, Leisnig und Waldheim
Region Döbeln Sachsenkreuz-Freunde starten durch in Hartha, Leisnig und Waldheim
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07:37 15.03.2019
Vier Akteure aus dem etwa 15 Leute starken Freundeskreis Sachsenkreuz (von links): Silke Weise aus Hartha, Dietmar Hack und Albrecht Hänel aus Waldheim sowie Brigitte Kromer aus Leisnig während ihrer jüngsten Zusammenkunft. Quelle: Foto: Steffi Robak
Hartha/Leisnig/Waldheim

Vier Freunde sollt ihr sein – manchmal ist das leichter gesagt als getan. Leichter ist es, an etwas herum zu miesen, worum andere sich mit ganzem Herzen bemühen. Davon können die zehn bis fünfzehn Sachsenkreuz-Freunde ein Lied singen. Und wenden sich dann wieder den erfreulichen Dingen zu.

Ausgleichender Pol zur Neid-Debatte

Sie kommen aus Hartha, Leisnig und Waldheim, ursprünglich auch Geringswalde. Diese vier Kommunen sind im Städtebund Sachsenkreuz miteinander verbunden – auf Verwaltungsebene. Dabei gibt es mit Themen wie der Drogeriemarkt-Ansiedlung genug Gelegenheit, auf den Nachbarn ein kritisches Auge zu werfen. Die Sachsenkreuz-Freunde wollen dazu der ausgleichende Pol sein. Ihr Wunsch: auf Bürger-Ebene Gutes zu bewegen.

Dass die Sachsenkreuz-Freude hinter mancher öffentlichkeitswirksamen Aktion stecken, ist kaum zu bemerken. Wenn am 3. Oktober bei der Baufirma Estler die große Party für alle steigt, haben die Sachsenkreuz-Freunde dafür gesorgt. Hans-Jürgen Estler gehört dazu.

Privates Netzwerk der Bürger

„Unsere Aktivitäten betrachten wir als private Initiative von Bürgern“, erläutert Dietmar Hack aus Waldheim. In der Wendezeit hatte er mit seinem Freund Jost Handtrack die Städtepartnerschaft zwischen Waldheim und Landsberg zu begründen geholfen. Jetzt wünscht er sich, die Bürger der viel dichter beieinander liegenden sächsischen Nachbarstädte würden aufeinander zu rücken.

Die Sachsenkreuz-Freunde unterstützen das Jugendzeltlager der Feuerwehren und engagieren sich für den gemeinsamen Kulturtag der Schulen. „Zum Tag der Sachsen präsentieren wir gemeinsam unsere Städte“, sagt Brigitte Kromer. Sie kommt aus Leisnig.

Schon zum Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich hatte der Freundeskreis an einem Tag der Sachsen Kontakt aufgenommen. Sein Nachfolger Michael Kretschmer habe jüngst bei gleichem Anlass den Stand der Sachsenkreuzler direkt angesteuert. „So werden unsere Städte bekannt“, meint Silke Weise aus Hartha. Gerührt und geknüpft wird auf allen Ebenen, wenn auch zumeist im Stillen.

Es zündet auf Vereinsebene

Auf Vereinsebene habe es teils schon gut gezündet. Anknüpfungspunkte zu suchen und zu finden sei ein Erfolgserlebnis, so Albrecht Hänel. An der Spitze des Waldheimer Heimatvereins hält er dort die Fäden zusammen. Er freut sich, wenn sich Akteure der Vereine, ob Kulturbund, Verschönerungsverein oder generell Gruppierungen mit ähnlichen Anliegen, miteinander austauschen. Das mag nicht immer funktionieren, wenn die Handlungsfelder doch andere sind oder man nicht den Draht zueinander hat. „Wichtig ist, aus dem Verbindenden zu schöpfen.“

Die jüngste verbindende Aktion der Sachsenkreuz-Freunde ist eine Wanderausstellung durch die Sachsenkreuz-Städte. Momentan hängen die Bilder im Rathaus von Leisnig und vermittelt einen Überblick, wie viele, teils hochkarätige Künstler hier in der Gegend arbeiten. Was den Freundeskreis besonders freut: Auch Geringswalde fragte an, ob die Ausstellung als nächstes ins dortige Rathaus kommt. Die Stadt Geringswalde gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Städtebundes, hatte sich jedoch zuletzt davon wieder entfernt. „Wenn wir nun durch die Ausstellung wieder eine Annäherung herstellen können – um so besser“, sagt Hack.

Gespannter Blick Richtung Kommunalwahl

Die im Mai bevorstehende Kommunalwahl erwarten die Sachsenkreuz-Freunde mit Spannung. Hack kann sich vorstellen, dass Akteure aus dem Freundeskreis Kontakt aufnehmen zu den Ratsfraktionen in den jeweiligen Kommunen. „Vielleicht kennen uns ja noch gar nicht alle, und es gibt weitere Ideen, wo wir uns oder wo sich andere in unser Netzwerk einbinden können.“

Eins haben die Sachsenkreuz-Freunde auf dem Schirm: Sie setzen sich für die Wiedereinführung der früheren Städtebund-Umlage ein, plädieren jedoch auf einen etwas niedrigeren Betrag. Früher zahlte jede Kommune einen Euro pro Einwohner. Das Geld fließt in gemeinsame Aktivitäten wie den Kulturtag der Schulen oder das Jugendfeuerwehrlager. Die Umlagenzahlung liegt derzeit auf Eis.

Wer Ideen hat, meldet sich per Email

Mittlerweile greifen die Sachsenkreuz-Freunde hin und wieder schon mal ins eigene Portemonnaie. Es müsse ein gewisser Grundstock her, wenn auch nicht wieder ein Euro pro Einwohner. Doch ganz ohne Beitrag gehe es auf Dauer nicht. Was gar nichts kostet, das sei – gefühlt – auch nichts wert. Das wäre angesichts der vielen guten bisher geschaffenen Anknüpfungspunkte ein Trugschluss.

Die Sachsenkreuz-Freunde bereiten jetzt die Feier für den 3. Oktober vor und denken über eine nächste, die Bürger verbindende Kreativ-Aktion nach. Wer möchte, kann sie per Email unter der Adresse sachsenkreuz-freunde@web.de erreichen.

Von Steffi Robak

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