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Döbeln Startschuss für den letzten Bauabschnitt in der Sörmitzer Au
Region Döbeln Startschuss für den letzten Bauabschnitt in der Sörmitzer Au
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16:50 14.01.2019
Für den letzten Abschnitt des Baugebietes Sörmitzer Au haben die Erschließungsarbeiten begonnen. Jens Baran (l.) und Mario Böhme von der Baufirma LFT bauen ein 600-er Abwasserrohr ein.
Für den letzten Abschnitt des Baugebietes Sörmitzer Au haben die Erschließungsarbeiten begonnen. Jens Baran (l.) und Mario Böhme von der Baufirma LFT bauen ein 600-er Abwasserrohr ein. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Endspurt im Eigenheimgebiet Sörmitzer Au in Döbeln: Gerade wird hier der siebente und letzte Bauabschnitt erschlossen. Mitarbeiter der Baufirma LFT Straßen- und Tiefbau verlegen die ersten Abwasserrohre. Bis zum Sommer soll die neue Erschließungsstraße fertig sein. Pappelweg wird sie heißen und Adresse für noch einmal 20 Eigenheimbauer sein. Neun der 20 Parzellen sind schon reserviert oder verkauft.

Interessenten auch aus Dresden

„Unter den Interessenten im letzten Bauabschnitt des Wohngebietes sind neben Einheimischen Bauwilligen auch Familien aus Dresden und aus Leipzig“, sagt Thorsten Kurth. Der Immobilienmakler der Kreissparkasse Döbeln vermarktet die Parzellen. Mittlerweile liegen die Preise aufgrund der großen Nachfrage aber auch wegen gestiegener Baupreise bei 99 Euro pro Quadratmeter.

Für den letzten Abschnitt des Baugebietes Sörmitzer Au haben die Erschließungsarbeiten begonnen. Neun der entstehenden 20 Parzellen sind schon weg. Quelle: Sven Bartsch

Seit Sommer 2017 waren der Akazienweg und die Ulmenstraße im sechsten Bauabschnitt erschlossen und teilweise schon bebaut worden. Von den 18 Grundstücken mit Quadratmeterpreisen um die 85 Euro sind 17 verkauft.

600 neue Einwohner in Sörmitzer Au

Bis 2020 werden im neuen Eigenheimgebiet 190 bis 200 neue Einfamilienhäuser und Reihenhäuser entstanden sein. Bei durchschnittlich mindestens drei Bewohner je Haus werden dann in dem Stadtteil Sörmitzer Au 600 Einwohner leben. Die Flächen in Sörmitz sind damit ausgereizt. Auch im zweiten Eigenheimgebiet auf den „Sonnenterrassen“ in Döbeln-Nord brummt die Nachfrage.

Wohngebiet Sonnenterrassen brummt

Im ersten Bauabschnitt des innenstadtnahen Wohngebietes sind bereits ein gutes Dutzend neue Einfamilienhäuser und die sechs Stadtvillen der Wohnungsgenossenschaftfortschritt mit je zwei Etagen und vier Wohnungen bezogen wurden. Im ersten Abschnitt sind hier noch wenige Parzellen frei. Auch der zweite Bauabschnitt des Eigenheimgebietes „Sonnenterrassen“ ist schon gestartet. Zwei Häuser sind auch hier schon im Bau. Das Bauland kostet hier 90 Euro pro Quadratmeter.

Angebot wie in großen Städten

Makler Torsten Kurth freut sich über eine gute Nachfrage nach erschlossenem Bauland in Döbeln. Für ihn ist das aber auch kein Wunder: „Döbeln bietet als Kleinstadt alles, was sonst nur größere Städte zu bieten haben. Wir haben Theater, Kino, Gastronomie, Schwimmhalle, Sportstätten, alle Schularten, dazu Kindertagesstätten, Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu einem schönen Radwegenetz und viel Natur in der Umgebung“, so Torsten Kurth. Im Speckgürtel der großen Städte sind die Grundstückspreise nicht nur höher. Wer dort die Ruhe in Randlagen sucht, kann beim Wachstum von Leipzig beispielsweise nie wissen, ob er in zehn Jahren noch am Rand oder nicht schon mittendrin wohnt.

Bahn nach Dresden muss wieder her

Auch die gute Autobahn- und Straßenanbindung Döbelns kommt bei den Eigenheim-Interessenten von Außerhalb gut an. Wenngleich Torsten Kurth bemerkt hat, dass gerade die aus dem Raum Dresden kommenden Grundstückskäufer die angekündigte Wiederbelebung der direkten Bahnverbindung nach Dresden dringend herbeisehnen. Denn die Autobahn ist Richtung Dresden für Pendler gerade alles andere als ein Vergnügen. Deshalb findet es der Makler unheimlich wichtig, dass man von Döbeln aus maximal in einer Stunde mit der Bahn nach Dresden oder Leipzig kommt.

Parzellen für Rechnungshofmitarbeiter

Für die Stadt und den Stadtrat wird die Ausweisung neuer Eigenheimbaugebiete in Döbeln in diesem Jahr ein Thema sein. Denn solche erschlossenen Baugebiete werden bei einem anhaltenden Boom stark nachgefragt und könnten ein Standortvorteil sein. Makler Torsten Kurth etwa hat schon erste Anfragen aus dem Umkreis des Landesrechnungshofes zu verzeichnen, der ja ab 2020 von Leipzig nach Döbeln umziehen soll.

Kommentar: Bahnanbindung bleibt Hausaufgabe

Döbeln hat eigentlich alles, was man zum Leben in einer Stadt der kurzen Wege braucht. Die Nachfrage nach Bauland in stadtnahen Lagen Döbeln scheint dafür Beweis genug. Theater, Kino, Abends essen gehen, Einkaufen, Wandern, Radeln , Schwimmen im Hallenbad – Döbeln bietet vieles, was man in einer kleinen Stadt, abseits der großen Zentren gar nicht vermuten würde. Und wer gern Auto fährt, ist in weniger als einer Dreiviertelstunde in Dresden, Leipzig oder Chemnitz, um Opernhaus, Gewandhaus, Staatsschauspiel oder Semperoper oder auch nur Großstadtflair zu genießen.

Das schnelle Bevölkerungswachstum in den Ballungsräumen von Leipzig und Dresden macht zudem für viele Menschen Städte wie Döbeln als Wohn- und Arbeitsort interessant. Denn gerade an Leipzig ist zu sehen, wie zeitaufwendig es ist, wenn der Bau von Kitas und Schulen mit dem Bevölkerungswachstum einher gehen soll. Wer in Leipzig Familienplanung betreibt, sollte sich am besten schon Jahre vorher um den Kinderbetreuungsplatz Gedanken machen. Auch hier böte Döbeln Alternativen zur Großstadt an.

Für dieses und nächstes Jahr sind hier aber ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Nach Abschluss der vorhandenen Baugebiete, müssen neue Eigenheimstandorte vorbereitet werden. Und es muss das Superwahljahr politisch genutzt werden, um eine vernünftig getaktete direkte Bahnverbindung nach Dresden wieder zu beleben. Denn die übervolle Autobahn ist langfristig eher ein Pendlerschreck.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer