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Döbeln Strom und Erdgas werden ab Januar teurer
Region Döbeln Strom und Erdgas werden ab Januar teurer
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18:28 13.11.2018
Zwischen zwei und fünf Euro mehr im Monat muss der Durchschnittskunde der Döbelner Stadtwerke im kommenden Jahr mehr fürs Erdgas bezahlen. Quelle: dpa
Döbeln

Die Stadtwerke Döbeln erhöhen zum 1. Januar 2019 die Preise beim Strom und beim Gas. Das kündigten Stadtwerke-Geschäftsführer Gunnar Fehnle und Prokuristin Simone Friedrich an.

Nach Jahren der Konstanz beziehungsweise gesenkter Preise müssen die Kunden nun wieder etwas tiefer in die Tasche greifen. „Allerdings sind die Preiserhöhungen moderat und auch transparent für unsere Kunden“, verspricht der Stadtwerkegeschäftsführer.

Beim Erdgas hatten die Stadtwerke Döbeln seit dem 01. November 2013 den Preis stetig gesenkt oder ihn zumindest konstant gehalten. Beim Strompreis gab es eine jährliche Anpassung. Die Preise stiegen oder fielen je nach Bezugskonditionen und Steuern beziehungsweise Umlagen. Zuletzt hatten die Stadtwerke Döbeln zum 1. Januar 2018 den Strompreis gesenkt.

„Wenn die Preise an der Strombörde oder am Gasmarkt fallen, haben wir auch unsere Preise gesenkt. Wenn die Preise steigen, haben die Stadtwerke versucht, diese so gut es geht mit einer schlanken Unternehmensstruktur zu kompensieren. Aber das reicht eben nicht immer aus“, so Gunnar Fehnle. In diesem Jahr sind die Bezugspreise beim Erdgas um 30 Prozent. Die Preise an der Strombörde sogar um 50 Prozent gestiegen. Da die Stadtwerke immer im laufenden Jahr ihre Strom- und Gaskontingente für das Folgejahr einkaufen, machen sich die neuen höheren Preise erst ab Januar bemerkbar.

Beim Erdgas steigen die Kosten für die Kilowattstunde je nach Tarif um durchschnittlich 0,28 Cent netto je kwh. Für einen Kochgaskunden mit etwa 600 kWh im Jahr steigen die Kosten gegenüber 2018 um zwei Euro brutto und für den Warmwasserkunden mit etwa 2600 kWh Verbrauch im Jahr um 8,66 Euro brutto.

Bei Thermen (dezentrale Heizung und Warmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern) mit etwa 9100 kWh Jahresverbrauch erhöhen sich die Jahreskosten um 30,32 Euro brutto. Beim Ein-Familien-Haus mit 18 000 kWh im Jahr steigen die Kosten um 59,98 Euro brutto.

Beim Strom steigen die Kosten je nach Tarif um durchschnittlich 0,58 Cent netto je Kilowattstunde. Bei einem Haushaltkunden mit dem Wahlprodukt „doblina®2000 privat und treue“ steigen die Kosten bei einem Jahresverbrauch von 1500 kWh um 10,35 Euro brutto. Bei einer Familie mit einem Verbrauch von 4000 kWh erhöht sich der Strompreis um 27,61 Euro brutto im Jahr.

Kleine Gewerbekunden mit dem Wahlprodukt „doblina®2000 profi und treue“ und einem Verbrauch von 5000 kWh müssen 29 Euro netto im Jahr mehr für ihren Strom ausgeben. Bei größeren Gewerbekunden mit einem Verbrauch von 25000 kWh steigen die Kosten um 145 Euro netto im Jahr.

Alle Strom- und Erdgaskunden, bei denen sich die Kosten ändern, werden ab nächster Woche von den Stadtwerken schriftlich darüber informiert. Das Unternehmen versorgt derzeit etwa 4000 Kunden mit Erdgas und 16 Haushalte und Gewerbekunden in seinem Netzgebiet mit Strom.

Bei der Tarifgestaltung setzt das 100-prozentige Tochter-Unternehmen der Stadt Döbeln auf treue Kunden. Bestandskunden kommen den besten Preis. Lockangebote für Neukunden, die später auslaufen gibt es nicht.

Ab Januar übernehmen die Stadtwerke Döbeln auch die Stromversorgung und das Netz in den Döbelner Ortsteilen, der früheren Gemeinde Mochau.

Kommentar: Ärgerlicher Kreislauf

Der Kreislauf ist ärgerlich. Vor allem, weil wir Verbraucher dafür die Zeche zahlen und vielleicht ungerechterweise auf unsere Energieversorger wie die Stadtwerke schimpfen.

Die Opec-Staaten drehen an der Ölpreisschraube und wollen die Förderquoten senken. Doch nicht nur die Autofahrer an der Tankstelle und die Besitzer einer Ölheizung müssen tiefer in die Taschen greifen, auch die Erdgas- und die Stromkunden müssen drauf legen. Und das obwohl die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreises nicht mehr existiert. Doch Geldanleger stürzen sich an den Börsen bei steigenden Ölpreisen wohl auch auf andere Rohstoffe, in der Hoffnung mit steigenden Preisen Geld zu verdienen. Das treibt die Bezugspreise für die Energieträger nach oben.

Beim Strom gibt es noch einen anderen Preistreiber: Vater Staat.

Denn die Energiewende, die Förderung von Windrädern, Photovoltaikanlagen und zeitgleich den Ausbau der Netze kosten viel Geld. Und für den Fall, dass Wind und Sonne nicht verfügbar sind, müssen konventionelle Kraftwerkskapazitäten vorgehalten werden. Das muss der Stromkunde im Strompreis mitbezahlen. Das ist keine Erfindung der Stadtwerke. Wer Kernkraft und Kohlekraftwerke ablehnt, stattdessen auf regenerative Energie setzt, der spürt das auch bei der Stromrechnung. Die letzten Jahre zumindest waren die Verbraucher mit niedrigen Gas- und Ölpreisen und einem relativ konstanten Strompreis verwöhnt.

Im Moment aber sieht es an den internationalen Märkten wohl eher so aus, als wenn mit einem weiteren Anstieg der Preise zu rechnen ist.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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