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Döbeln Studentenwohnheim: Projekt steht, Stadtrat angetan
Region Döbeln Studentenwohnheim: Projekt steht, Stadtrat angetan
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09:03 16.02.2019
Die früheren Studentenwohnheime in Roßwein sollen ein Pflegeheim werden. Baustart könnte nach vorsichtigen Überlegungen schon im Herbst sein. Quelle: Sven Bartsch
Rosswein

Es wird ernst für Roßweins frühere Studentenwohnheime. Und das ist durchaus positiv zu sehen. Vor anderthalb Jahren verkaufte die Stadt Roßwein die beiden Blöcke in der Stadtbadstraße an einen privaten Investor aus Chemnitz, der aus den beiden Häusern – ganz im Interesse der Stadt – Wohnraum für die älteren Roßweiner schaffen wollte. Seither ist nichts passiert, was bereits die ersten Zweifler auf den Plan rief, ob das Objekt tatsächlich zeitnah weiterentwickelt werden würde.

Pläne vorgestellt

Jetzt haben Eigentümer und Architekt das Vorhaben den Roßweiner Stadträten unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt. Vielversprechend klinge das, was geplant sei, bestätigt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Sehr viel mehr ist weder von Roßweins Stadtoberhaupt, noch vom neuen Eigentümer der früheren Studentenbuden zu erfahren. Erst soll der Bauantrag eingereicht und positiv beschieden werden, bevor man mit mehr Informationen an die Öffentlichkeit gehen werde. Geplant sei, so gibt Veit Lindner die Pläne des Investores wieder, bis Sommer den Bauantrag einzureichen und im Herbst mit den Baumaßnahmen zu beginnen.

Dass es so lange gedauert hat, bis den Stadträten ein spruchreifes Konzept samt Bauplänen vorgestellt werden konnte – bereits im Herbst 2018 war das vorgesehen, liege unter anderem daran, dass von den früheren Studentenwohnheimen keine Bestandsunterlagen auffindbar gewesen sind, wie Architekt Wolfgang Stürmer berichtet. Der frühere Roßweiner ist Bauhausfan und hat das Objekt für den Chemnitzer Investor geplant. „Wir haben alles akribisch aufarbeiten müssen.“

Pflegeheim und altersgerechtes Wohnen in Roßwein

Was wird gebaut? Angedacht ist ein Pflegeheim sowie altersgerechtes Wohnen. Dabei soll zunächst der an der Straße liegende Block zum Pflegeheim ausgebaut werden. Danach gehe es an den zweiten Block, der zur Mulde hin steht. In dem soll barrierefreies Wohnen möglich werden. An beiden Häusern soll es einen Fahrstuhl geben. Vielleicht kann zukünftig auch eine Tagespflege Einzug halten, um ein zusätzliches Angebot für Senioren zu schaffen.

Bis dato ist ein großer Teil der Wohnheime noch vermietet. Vor allem ausländische Arbeitskräfte leben in den einfachen Zimmern, die meist von den Firmen direkt für ihre Angestellten angemietet werden. Was mit diesen Mietern passiert, wenn die Sanierungsmaßnahmen am Objekt beginnen, stehe noch nicht fest. Auf jeden Fall, sagt Bürgermeister Veit Lindner, werde es eine Lösung geben. Schließlich gäbe es genug anderen freien Wohnraum in der Stadt.

Erst für Studenten, dann für Arbeiter

2011 hatte die Stadt die beiden sechsstöckigen Studentenwohnheime erworben, um zu verhindern, dass sie schließen, verwildern und dubiosen Investoren in die Hände fallen. Gelungen ist es, sie so lange zu erhalten, wie es Studenten in Roßwein gab. Nachdem der Freistaat im Sommer 2014 den Hochschulstandort Roßwein dichtgemacht hatte, wandelte sich die Nutzung der Gebäude vom Wohnheim für Studenten hin zur Unterkunft für Arbeiter, die vor allem in den großen Zentrallagern von Rewe bei Rüsseina und Edeka bei Berbersdorf tätig sind. Mitte 2017 waren die Objekte abgeschrieben und sind dann an Heiko Lindner von der Color-Dream-GmbH aus Chemnitz verkauft worden. 85.000 Euro hatte die Stadt dafür verlangt.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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