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Döbeln Todesfall Morgenstern: Parallelen zu jüngstem Gerichtsfall in Döbeln?
Region Döbeln Todesfall Morgenstern: Parallelen zu jüngstem Gerichtsfall in Döbeln?
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10:32 13.09.2019
Ein Platz für Christians Foto daheim. In der Tasse - ein Weihnachtsgeschenk – brannte während der Suche nach dem Vermissten eine Kerze. Nun gibt es Parallelen zu einem Fall in Waldheim, der jüngst vor Gericht landete. Quelle: Steffi Robak
Leisnig/Waldheim

Wie schnell man in die Fänge von gefährlichen Drogendealern geraten kann, bekam ein junger Mann am eigenen Leib zu spüren. Nach seinen Schilderungen wurde er von Kriminellen, die regelmäßig aus einer sächsischen Großstadt anreisten, erheblich unter Druck gesetzt. Er ließ sich darauf ein, für diese Drogen zu verkaufen...

Mit diesen Worten beginnt der Bericht über eine Gerichtsverhandlung gegen einen 21-Jährigen,der jüngst vorm Döbelner Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe wegen des Handels mit Drogen verurteilt wurde. Die Einlassungen des 21-Jährigen vor Gericht hält die Richterin für eine „ziemlich abenteuerliche Geschichte“.

Nicht die Augen davor verschließen

Sie kennt nicht die seit Monaten polizeibekannten Fakten um den Todesfall Christian Morgenstern aus Leisnig. Für dessen Eltern ändert der Gerichtsbericht alles. „Da werden wir sehr nachdenklich“, sagt die Mutter Susan Morgenstern.

Die Eltern werden angesichts der vom Angeklagten geschilderten Geschehnisse und im Rückblick auf den Tod ihres Sohnes extrem aufmerksam. Ebenso wie der Waldheimer hatte ihr 20-jähriger Sohn in jüngeren Jahren Haschisch konsumiert, dies aber zuletzt nach eigenem Bekunden bleiben lassen. Bisher schien dieses weit zurück liegende Ereignis nicht zwingend im Zusammenhang zu stehen mit Christians Tod im Januar. Spätestens seit dem Gerichtsbericht stellt sich das jedoch anders dar. Vor den Parallelen könne doch niemand die Augen verschließen, meinen die Eltern.

Möglicherweise andere Erklärung

Christian Morgenstern war am 1. Januar nach einer Silvesterfeier verschwunden und Wochen später tot aus der Mulde geborgen worden. Nach Ansicht der Polizei stürzte er in der Absicht, sich zu töten, von der Fußgängerbrücke in Fischendorf in den Fluss. Die Umstände lassen sich spätestens nach den Schilderungen des jüngst Angeklagten auch anders erklären.

Wie den Ermittlungsbehörden im Fall Morgenstern bereits vorliegende Chat-Nachrichten erhellen, hatten Fremde Christian immer wieder Drogen aufgenötigt – wie auch dem Angeklagten. Diese sollte er verkaufen, um angebliche „Schulden“ zu begleichen – wie auch der Angeklagte. Dieser verkaufte den Stoff auf dem Kaufland-Parkplatz in Waldheim.

Situation eskaliert und als Suizid verschleiert?

Christian Morgenstern verließ am 1. Januar übereilt die Silvesterfeier, um – nach Ansicht der Eltern – zum Rewe-Parkplatz zu gehen und dort wen zu treffen. Dem Angeklagten im Prozess hatten die Fremden die Geldkarte, Brieftasche, Schlüssel, Ausweise abgenommen. Diese Dinge waren auch Christian abgenommen worden, fehlen teils noch immer. Einiges davon lag am Neujahrstag mit seiner Kleidung auf der Brücke.

Der Angeklagte gab an, tätlich bedrängt worden und verzweifelt gewesen zu sein - fürs Gericht nichts weiter als eine abenteuerliche Geschichte, so sehr es auch nach einem Szenario klingt, welches am Neujahrstag in Leisnig möglicherweise eskalierte und als Suizid verschleiert wurde. Im Februar wurde Christian Morgenstern in der Mulde gefunden. Im Februar riss der Kontakt der Dealer zu dem jüngst verurteilten Waldheimer ab.

Es gibt einen „gesondert Verfolgten“

Im Zusammenhang mit dem dortigen Fall gilt einer der Bedränger als „gesondert Verfolgter“, was die Staatsanwaltschaft Chemnitz jedoch auf Anfrage nicht weiter erläutert. Von dort wird auf Anfrage mitgeteilt: „Es gibt weiterhin keine Hinweise, dass für den Tod des Christian Morgenstern ein bislang unbekannter Täter verantwortlich ist.“

Die Akten befinden sich bei der Polizei, so dass der Staatsanwaltschaft nicht bekannt ist, welche Zeugen im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens gehört wurden und was diese ausgesagt hätten. Noch immer laufe das Auslesen des Smartphones. Mit Blick auf die Vorgänge in Waldheim sagt Vater Dirk Morgenstern: „Der junge Mann hatte wahrscheinlich riesiges Glück, dass die Polizei ihn erwischt hat. Das hat ihm das Leben gerettet.“

Von Steffi Robak

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