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Döbeln Tonnenschweres Provisorium führt künftig über die Zschopau
Region Döbeln Tonnenschweres Provisorium führt künftig über die Zschopau
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10:46 25.04.2018
Mitarbeiter einer niederländischen Spezialfirma montierten am Dienstag die ersten Teile eine ausgeliehenen Stahlbrücke über die Zschopau. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Nicht kleckern sondern klotzen, war bis Dienstagabend angesagt. Bis 16.30 Uhr lag das erste 40,5 Meter lange und 120 Tonnen schwere Segment der neuen Behelfsbrücke in Töpeln auf den Betonpfeilern. Mittwochabend soll das zweite 40-Meter-Teil liegen. Ein 20 Meter Stück vollendet dann die 100-Meter lange Behelfsbrücke.

Ein Fahrspur, eine Gehspur – so sieht die Behelfsbrücke aus, über die ab Mai der Verkehr wechselseitig per Ampelregelung rollen wird. Quelle: Thomas Sparrer

Die holländischen Stahlbauer hatten einige Stunden Zeit verloren, weil am Mittag ein Kompressor auf der Baustelle streikte und sie die riesigen Schrauben von Hand anziehen mussten. Ein Techniker der Döbelner Firma Kohrmann brachte das Aggregat aber ganz schnell wieder zum Laufen.

„Wir schaffen unseren Zeitplan“, waren die sieben Stahlbauer danach wieder optimistisch. Denn am Freitag ist in Holland „Koningsdag“. Mit Musik, Straßenfesten, Freimärkten und Kirmes feiert man im Nachbarland den Geburtstag König Willem Alexanders.

Mit diesen Schrauben werden die Brückenteile zusammengefügt. Quelle: Thomas Sparrer

„Der Tag ist arbeitsfrei und wir wollen am Freitag zuhause zu sein“, sagt der Vorarbeiter der sieben Männer vom holländischen Retro Bridge-Team. Das Unternehmen lieferte am Morgen mit mehreren Schwertransporten die ersten Teile der Behelfsbrücke an, die gut ein Jahr lang in Töpeln die Straßenbrücke der B 175 über die Zschopau ersetzen soll.

„Wenn die Jungs bis Donnerstag fertig sind, feiere auch ich den Königstag mit“, sagt Sven Weißflog von der Döbelner Bau Logistik schmunzelnd. Sein Unternehmen baut die neue Brücke im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Da hängt Teil zwei am Haken. Quelle: Thomas Sparrer

Thomas Beyhl (51) und Steffen Grübner (33) sind die Kranführer der Firma Faltermeyr aus Dresden, die die tonnenschweren Brückenteile sanft und zentimetergenau in die stählernen Führungen auf dem Fundement heben. Thomas Bleyhl ist seit 1985 Kranfahrer und nicht aus der Ruhe zu bringen. Sein Kollege dirigiert ihn per Funk. Die Holländer geben Handzeichen: Daumen hoch für aufwärts und runter für absetzen.

Nur die Kraftfahrer an der Ampel haben weniger Geduld, als am Vormittag immer mal ganz kurz der Verkehr gestoppt wird. Denn die Autos und Lastwagen rollen nur wenige Meter an den schwebenden Brückenelementen vorbei. Beim Anheben hätte sich so ein Teil leicht in Richtung Fahrbahn drehen können. Das wollten die Bauleute nicht riskieren.

Die Lastwagenfahrer Toine, Nick und Henri haben bereits am frühen Morgen ihre Brückenteile angeliefert. Auf der Stoßstange eines Scania-Lasters besprechen sie die Heimfahrt durchs Ruhrgebiet zurück ins holländische Venlo. Quelle: Sven Bartsch

Die Kollegen montierten unten am Fluss derweil schon je ein 13,5 und ein 27 Meter Brückenteil. Zusammen 40,5 Meter lang und 60 Tonnen schwer wird es anschließend auf das Fundement gehoben. Das nächste Teil wird direkt daran gesetzt. Mit 120 Spezialschrauben mit 24 und 30 Millimeter Durchmesser und 80 Millimeter Länge werden die beiden Fahrbahnhälften zusammengeschraubt.

Auf einem Rollbrett schiebt sich der Monteur durch den Spalt zwischen den Brückenteilen, um die riesigen Schrauben zu befestigen. Quelle: Thomas Sparrer

Auf einem Rollbrett fährt einer der Monteure durch eine Art Tunnel zwischen den Stahlteilen, um die Schrauben anzuziehen. Am Donnerstag wird der Riesenkran mit seinen allein 165 Tonnen Gegengewichten wieder abgebaut. Ein kleinerer Kran hebt dann noch die letzten 20 Meter Teile ein.

Wenn die Behelfsbrücke im Mai in Betrieb geht, ändert sich die Ampelregelung. Damit sich der Ampelverkehr nicht bis in den Kreisverkehr Schweta zurückstaut, rückt die Ampel vor den Kreisel.

Von Thomas Sparrer

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