Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Leisnig: Waldläufer unterwegs zwischen zwei Burgen
Region Döbeln Leisnig: Waldläufer unterwegs zwischen zwei Burgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 23.07.2019
Remo Stäglich, Waldläufer und Veranstaltungsmanager auf den sächsischen Burgen Mildenstein und Kriebstein. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Ein paar hundert Jahre eher geboren, wäre Remo Stäglich ein „Waldläufer“ geworden. Als das bezeichnet sich der neue Veranstaltungsmanager der Burgen Mildenstein in Leisnig sowie Kriebstein in Kriebstein. Manchmal ist er dort anzutreffen in Leinengewand, Ledermantel, mit Gugel bekleidet und einem Schwert am Gürtelt.

„Das war damals eine Art Alltagsgewand für Männer in den Zeiten, wenn sie nicht mit ihrem Lehnsherren zu Felde zogen“, erläutert der 34-Jährige. Er selbst zieht in dieser Kleidung auf Mittelalterfeste. Und die Familie zieht mit.

Als sich jüngst die Burg Kriebstein in die Burg der Märchen verwandelte, stand der Rochlitzer in dieser Gewandung wie selbstverständlich auf der Bühne, und er hat auch kein Problem damit, in dieser Kluft auf der Burg Mildenstein Gäste zu empfangen.

2020 wieder ein Burgfest auf Mildenstein

In den Wäldern zwischen Mildenstein und Kriebstein hätte er heute wahrlich eine Menge hin und her zu laufen, denn für beide Burgen fungiert Stäglich als Veranstaltungsmanager. Was er dafür gerade tut: Das Jahresprogramm für 2020 vorbereiten – auf Mildenstein soll es dann wieder ein Burgfest geben – und die Außenwirkung der Leisniger Burg steigern.

Nicht nur am Tag, ... Quelle: Sven Bartsch
...auch in der Nacht hinterlässt die Burg Mildenstein beim Betrachter einen bleibenden Eindruck. Quelle: Steffi Robak

Während die Burg Kriebstein, die ebenso heißt wie der Ort, wo sie liegt, mit der Talsperre um die Ecke noch auffällig mit Natur und Erlebnis lockt, steht Mildenstein in der öffentlichen Wahrnehmung diesbezüglich etwas isoliert da – zu unrecht, wie Stäglich findet. Er hat sich vorgenommen, die Mildensteiner Felsspornburg etwas stärker ins öffentliche Licht zu rücken, mit den Dingen, mit denen sie punkten kann.

Besonderheit in Leisnig: der Kinderhofstaat

Museumspädagogik werde schon jetzt dort groß geschrieben, mit Brotbacktagen oder Ritterzeitführungen, in denen Kinder lernen, wie die Menschen früher auf der Burg lebten. Immerhin hatte es hier sogar einen gesonderten Kinderhofstaat gegeben, und so etwas ist eher selten.

Im Herrenhaus kann sogar in der Schwarzküche auf offenem Feuer gekocht werden. Quelle: Sven Bartsch

Etwas anderes hat Mildenstein als Plus zu bieten: Für Veranstaltungen sind Räumlichkeiten verschiedenster Art und Vielfalt vorhanden, von der Fürstenstube mit beeindruckendem Kamin bis zu den Rittersälen und dem Burghof selber. „Sehr beliebt ist die Burg für Hochzeitspaare“, hat Stäglich festgestellt. Da werde das Jahr 2020 mit der Zahlendopplung eine Menge Zustrom bringen.

Was Stäglich an den Rittersälen extrem reizt: Hier liegt für Gastronomen, die ein Festmahl ausrichten sollen, alles Gute nah beieinander: Die Säle, die Küche und ein Raum, wo sie sich für ein Buffet entfalten können. Auch in diese Richtung will Stäglich verstärkt denken. Möchte jemand einen der Räume mieten und den Caterer gleich mitbringen, können eigene Wünsche sehr individuell erfüllt werden. „Dafür hat Mildenstein allerbeste Voraussetzungen, bis hin zur modernsten Küchentechnik – für Gastronomen ein gutes Arbeiten.“

Burg Mildenstein in Leisnig: 2020 gibt es wieder ein Burgfest. Quelle: Wolfgang Sens

Schwiegereltern daheim – Wahl fiel auf Sachsen

An dieser Stelle verdrahten sich die Mildensteiner Qualitäten mit der beruflichen Passion des Assistenten für Hotelmanagement. Er studierte am Institut für Hotelmanagement in Pirna, absolvierte einen Auslandsaufenthalt in Südafrika, arbeitete Im Kempinski Hotel Frankfurt Gravenbruch, wo er die Großveranstaltungen verantwortete. Seine nächste berufliche Station war das Hotel Hilton in Bonn. Dort lernte er seine Frau kennen, damals verantwortliche Managerin für den Bereich Speisen und Getränke.

In Bonn kamen die beiden Söhne der Stäglichs zur Welt. Nach weiteren Stationen wie dem Excelsior Hotel Ernst Köln fiel die Entscheidung: Es geht zurück nach Sachsen. Ausschlaggebender Punkt dafür: Die Kinderbetreuung sei hier besser organisierbar, zum einen, was die Kindereinrichtungen und deren Öffnungszeiten anbelangt. Doch schon allein die simple Tatsache, dass Stäglichs Schwiegereltern in unmittelbarer Nähe wohnen, sei einfach unbezahlbar. „Da ist einiges einfach viel entspannter zu lösen“, sagt er. Seine Frau arbeite auch in Sachsen wieder im Hotelsektor. Zusammen schaffen sie das: Er bringt die Jungs morgens in die Kita, sie holt sie am Nachmittag ab.

Mit Frau und zwei Söhnen unterwegs im Mittelalter

Auf seine zwei Burgen freue er sich jedenfalls riesig. Auch oder gerade weil sie für ihn teils völlig neue Herausforderungen bereit halten. „Es sind teils völlig neue Arbeitsaufgaben. Aber mir hat es durch den Beruf noch nie Schwierigkeiten bereitet, mich in neue Dinge hineinzudenken und an neue Situationen anzupassen.“

Früher habe er Veranstaltungen zu organisieren und zu betreuen gehabt, jetzt müsse er sie auch verkaufen – „auf diese Arbeit freue ich mich“, sagt Remo Stäglich. In der Freizeit, die ihm bleibt, kann er immer noch als Waldläufer von Fest zu Fest ziehen, mit seiner Frau, die sich der Kräuterkunde verschrieben hat, und seinen Söhnen, die schon ganz beherzt ihre Holzschwerter schwingen.

Von Steffi Robak

Die Rheinmetall-Tochter Amprio will 2021 mit einem eigenen E-Bike in Serie gehen. Den Zuschlag für die Motorenproduktion könnte der ebenfalls zum Konzern gehörende Harthaer Standort von Pierburg bekommen. DAZ-Volontärin Nicole Grziwa hat schon einmal getestet, wie der elektrische Drahtesel rollt.

23.07.2019

In der Nacht zum Dienstag brannte eine Laube an einem Waldrand bei Westewitz. Übrig blieb nur noch der Löschschaum.

23.07.2019

Für falsche Freunde spielt er den Drogenboten. Und kauft auch im Waldheimer Rathaus Haschisch von einem Dealer. Muss der junge Mann jetzt ins Gefängnis?

23.07.2019