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Döbeln Trauer um Gerd Müller: „Ein Mensch, der nie nein gesagt hat“
Region Döbeln Trauer um Gerd Müller: „Ein Mensch, der nie nein gesagt hat“
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15:20 02.05.2019
Trauer um Gerd Müller (Symbolbild) Quelle: Archiv
Kiebitz

Rund um Kiebitz und Schrebitz war Gerd Müller so bekannt wie sein berühmter Namensvetter. Gelernter Fleischer und viele Jahre bei Pikant in Döbeln, bis zur Rente 2017 bei Friki angestellt und zeitlebens in der Schrebitzer Feuerwehr engagiert, hatte er immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand für die Familie, Freunde, Nachbarn. „Er war ein Mensch, der nie nein gesagt hat“, sagt seine Tochter.

Am Ostermontag hat sie ihren Vater verloren, mit 65 Jahren, bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung zur Staatsstraße 41 zwischen Schrebitz und Gallschütz. Mit dem Simson-Moped war er unterwegs. „Er sagte noch zu meiner Mutter, ich wische nochmal schnell im Haus und dann fahre ich eine Runde...“, erzählt die Tochter.

„Seinen Piepser hatte er immer dabei“

Dass seine langjährigen Kameraden von der Schrebitzer Freiwilligen Feuerwehr mit zum Unfallort gerufen wurden, gehört zur Tragik dieses Ereignisses. „Mein Vater stammt aus Schrebitz, war immer in der Feuerwehr und vor allem seit er Rentner war, immer voll dabei. Vorher hatte er ja in Schichten gearbeitet und konnte nicht zu jedem Einsatz fahren. Seinen Piepser hatte er immer dabei“, sagt seine Tochter.

Viel habe er getan für die Leute im Dorf, in Schrebitz, sagt sie. Wohl auch deshalb hat sein Tod so viele Beileidsbekundungen bei der Familie, aber auch über diese Zeitung hervorgerufen. „Er machte viele Hausschlachtungen, da ging immer ein Weg rein. Und er hat sehr gern für uns gekocht. Zu den letzten zwei Weihnachtsfeiern der Feuerwehr in Schrebitz hat er für alle gekocht, sogar die Klöße für alle gerollt“, sagt die Tochter.

Noch viel vorgehabt

Den größten Verlust stellt Gerd Müller jedoch für seine Familie dar. „Die Eltern hatten sehr viel vor, hatten ihre Wohnung, den Garten. Er hinterlässt ein riesengroßes Loch, denn er war überall da, ob bei meiner Mutter, meinem Bruder oder bei uns und den beiden Enkelkindern“, blickt seine Tochter zurück. Besonders ihre zwölfjährige Tochter hatte ein inniges Verhältnis zum Opa. „Sie hatten viel Spaß zusammen. Sie haben sich Fotos übers Handy geschickt, das hat man nur so nebenher mitbekommen. Die Enkel waren sein Ein und Alles. Er hat sie immer abgeholt. Wenn es hieß, Opa hast du Zeit, war er immer da“, erzählt sie. Am Wochenende wollte sie groß Hochzeit feiern – mit dem Vater als Brautführer. Stattdessen wird die Trauung nun nur auf dem Standesamt vollzogen.

Am 10. Mai wird es eine Trauerfeier im Döbelner Krematorium geben, danach eine Urnenbeisetzung auf dem Friedhof in Kiebitz. Hier können alle Wegbegleiter von Gerd Müller Abschied nehmen.

Von Sebastian Fink

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