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Döbeln Trotz Geständnis: Sieben Monate für unerlaubte Spritztour durch Roßwein
Region Döbeln Trotz Geständnis: Sieben Monate für unerlaubte Spritztour durch Roßwein
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17:44 29.04.2019
Verhandlung am Amtsgericht Döbeln (Symbolbild) Quelle: (Archiv) Wolfgang Sens
Rosswein

Erst im Februar hatte Christian K. im Döbelner Amtsgericht vor Richter Janko Ehrlich gesessen. Und war wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte zu einem Jahr Freiheitsentzug ohne Bewährung verurteilt worden. Auch diesmal griff der Richter gegenüber dem mehrfach vorbestraften Roßweiner härter durch, als die Staatsanwaltschaft es gefordert hatte. Sieben Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung sowie für ein Jahr und sechs Monate das Verbot, die Fahrerlaubnis zurückzuerhalten, gab es für das unerlaubte Führen eines Fahrzeugs im November vergangenen Jahres und das unerlaubte Entfernen vom Unfallort. Damals setzte Christian K. den von einem Bekannten in Roßwein entwendeten Wagen am Festplatz in Roßwein gegen ein Geländer gesetzt.

Beide Delikte räumte der Angeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, gleich zu Beginn der Verhandlung ein. Den Schaden, der am „ausgeborgten“ Pkw des Bekannten entstanden war, hatte Christian K. zwischenzeitlich zur Zufriedenheit des Besitzers beglichen. Für die rund 1.800 Euro Sachschaden am Geländer der Stadt Roßwein war noch keine Zahlungs-Aufforderung an den seit Ende 2017 arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger ergangen, der 2015 das letzte Mal aus einer Haft entlassen worden war.

Prinzip einer Bewährung nicht verstanden

Strafverschärfend kamen nicht nur die 24 Einträge im Bundeszentralregister des Angeklagten hinzu – immer wieder Fahren ohne Führerschein und ohne Fahrerlaubnis, Alkohol, Drogen, Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung –, sondern auch die Tatsache, dass dieser offenbar das Prinzip einer Bewährung nicht verstanden habe: Im Juni 2017 hatte Christian K. eine Bewährungsstrafe auferlegt bekommen, die zum Zeitpunkt des verhandelten Vergehens noch nicht abgelaufen war.

Besser weg kam der 38-jährige Angeklagte in einer weiteren Angelegenheit, die gegen ihn verhandelt wurde: Im Oktober des vergangenen Jahres soll er eine 18-jährige Döbelnerin, zu der er eine Art Beziehung pflegte, nach einem Streit in deren Wohnung eingeschlossen und geschlagen haben. Die als Zeugin geladene junge Frau musste polizeilich vorgeführt werden und weigerte sich noch im Gerichtssaal vehement, ihrer Aussagepflicht nachzukommen, weil sie panische Angst vor dem Angeklagten habe. Richter Janko Ehrlich allerdings blieb hartnäckig und ließ sich auch vom aufgelösten Auftritt der jungen Frau nicht beeindrucken. Von Tritten und Schlägen unter Alkoholeinfluss war in ihren zusammenhanglosen Schilderungen die Rede, von Psychoterror und Nötigung. Allzu großen Glauben schienen weder der Richter, noch der Vertreter der Staatsanwaltschaft den zum Teil wirren Aussagen der Zeugin zu schenken. Die junge Frau hatte auch beim Vergehen des Roßweiners eine Rolle gespielt, für das er im Februar verurteilt worden war. Da allerdings hatte Christian K. die damals zwecks Einweisung in die Jugendpsychiatrie polizeilich Gesuchte gegen die Beamten verteidigt. Das Verfahren wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung wurde eingestellt.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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