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Döbeln Gülle im Görnitzbach bei Leisnig
Region Döbeln Gülle im Görnitzbach bei Leisnig
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17:09 26.04.2019
Aus diesem Betonrohr fließt die Dreckbrühe in den Görnitzbach. Woher sie kommt, ermittelt das Umweltamt. Quelle: privat
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Leisnig

Diesen Osterspaziergang am Montag hat sich Jens Lübeck ein wenig anders vorgestellt. Zumindest hatte er nicht erwartet, den Görnitzbach derart verschmutzt vorzufinden, dass sich der schlechte Geruch schon von weitem vernehmen lässt. Für ihn war das auf jeden Fall nicht normal. „Der Bach war total verdreckt“, schildert der Hetzdorfer, der sich in der Leisniger Regionalgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) engagiert. „Aus einem Rohr floss die dreckige Brühe ins Gewässer. Es stank fürchterlich.“

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Gülleeinleitung in den Görnitzbach

So sah es am Ostermontag im Görnitzbach aus: Aus einem Abflussrohr unterhalb der Schweinemastanlage in Görnitz strömte Gülle in den Bach. Man konnt es schon von Weitem riechen!

Gepostet von BUND-Gruppe Leisnig am Dienstag, 23. April 2019

Nach seiner Einschätzung könne es sich bei dem eingeleiteten Schmutzwasser nur im Tierfäkalien handeln. Er habe auch bei einem Unternehmen angerufen, zu welchem er einen Zusammenhang vermutete. Es könne sich um eine Havarie gehandelt haben, meinte er, und darüber habe er informieren wollen. Doch er habe in dem Unternehmen nur zur Antwort bekommen, darüber sei dort nichts bekannt.

Lübeck wandte sich zudem an das Landratsamt Mittelsachsen, dort an die Untere Wasserbehörde. Er wollte diese Verschmutzung einfach nicht so im Raume stehen lassen, zumal nach seiner Wahrnehmung das Schmutzwasser aus einem Rohr in den Görnitzbach lief. „Das sieht zumindest nicht aus wie ein Zufall. Diese Verrohrung muss ja dann so gebaut worden sein “, sagt er.

Selbst eine Probe genommen, das Umweltamt auch

Eine Probe von dem stinkenden Gewässer habe er am gleichen Tag auch noch direkt genommen. „Die steht jetzt bei mir zu Hause, und wer sie haben möchte, um sie zu untersuchen, der kann sie bekommen.“

Aus dem Landratsamt Mittelsachsen wird auf Anfrage bestätigt, dass die Untere Wasserbehörde am Dienstag, 23. April, über eine angebliche Einleitung von Gülle am Ostermontag in der Tallage zwischen Hetzdorf und Görnitz in den Görnitzbach informiert wurde. Am gleichen Tag sei von der Behörde noch jemand vor Ort gewesen, um sich davon persönlich zu überzeugen.

Es wurden weitere Gewässerproben entnommen und einem zertifizierten Labor zur Untersuchung übergeben. „Die Ergebnisse liegen noch nicht vor“, heißt es weiter aus der Pressestelle vom Landratsamt. Der Ausgang ist also offen. Das Einleiten von Fäkalien in öffentliche Gewässer ist verboten. Es gilt als Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einem Bußgeld von 500 bis 50 000 Euro geahndet werden.

Von Steffi Robak

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