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Döbeln Und der Mann im Mond lächelt über dem bunten Treiben auf der Seebühne
Region Döbeln Und der Mann im Mond lächelt über dem bunten Treiben auf der Seebühne
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20:35 16.06.2019
Bunte Kostüme, schillernde Revue: Das Ensemble des Mittelsächsischen Theaters sorgt mit „Frau Luna“ für beste Unterhaltung auf der Seebühne. Quelle: Sven Bartsch Fotograf
Kriebstein

Es gibt wohl kaum ein Stück Musiktheater, das sich besser fürs sommerlich-unterhaltsame und wenig tiefschürfende Open Air eignet, als Paul Linckes „Frau Luna“. Weil die Berliner Operette mit oft beschriebener Döbelner Vergangenheit alle Zutaten besitzt, die man für Erfolg braucht: eine weltberühmte Melodie, die sinnigerweise gleich dreimal geboten wird, leicht frivole Witzchen, was Nettes fürs Auge und eine Story, die man in wenigen Worten erzählen kann: Ein paar Berliner reisen zum Mond, erleben dort allerlei skurrile Dinge und fallen sich, nachdem sie aus den Träumen erwacht sind, paarweise um den Hals.

Höhenverwöhnter Operettentenor

Im richtigen Theater funktioniert derlei heute vor allem, wenn man es gehörig durch den Fleischwolf dreht. Wenn, wie jüngst in Berlin zu erleben, Männer Frauen und Frauen Männer spielen und mittendrin noch Katharina Thalbach als Prinz Sternschnuppe agiert. Den darf in Kriebstein jedoch ganz geschlechtsgetreu der höhenverwöhnte Operettentenor Frank Unger spielen, und immer wenn er schmachtend „Soll ich was Singen?“ fragt, ruft das Publikum von den zur Premiere nicht komplett besetzten Rängen lautstark „Ja!“ zurück.

Susanne Engelhardt begeistert die Fans

Die Thalbach von Mittelsachsen aber heißt Susanne Engelhardt, bringt zweifellos Heerscharen von Fans auf die Seebühne und spielt als Mathilde Pusebach locker mal das gesamte übrige Ensemble an die Wand. Vor allem Peggy Steiner hat‘s da in der Hauptrolle schwer, überhaupt aufzufallen. Dabei ist ihre erotisch lockende Frau Luna eigentlich eine tolle Spiegelung der im ersten Akt wunderschön verhuscht gespielten Chansonette Flora.

Stichwortgeber für aktualisierte Witzchen

Nun ist aber fein ausgearbeitete Personenführung nicht unbedingt das, was man im Kriebsteiner Sommertheater erwartet, und darum fallen hier andere Dinge ins Auge und ins Ohr: Sergio Raonic Lukovic als Theophil, Christian Härtig als Lämmermeier und Frank Ernst als Pannecke sind ein ums andere Mal Stichwortgeber für nette und auch mal aktualisierte Witzchen.

The dark side of the moon

Denn natürlich weiß Regie-Altmeister Jürgen Mai, dass sich auf der dunklen Seite des Mondes letztlich das findet, was auf der Erde verdrängt oder unter den Teppich gekehrt wird. Tilo Staudtes klar gegliederte Bühne und Stephan Stanisics schrille Mondkostüme sind da mehr als nur Wegweiser.

Luna la le lu – nicht nur der Mann im Mond schaut zu

Aber Hand aufs Herz: Wer schaut sich „Frau Luna“ an, um Neues in der verqueren Story zu finden? Schon immer war das Stück in erster Linie eine Revue, um den Hit „Berliner Luft“ zu transportieren. Juheon Han vor der Mittelsächsischen Philharmonie weiß das und hält gerade in den Massenszenen geschickt alle Fäden zusammen. Da er dafür bisweilen sein Pult verlassen muss und auf dem Vorplatz mit großen Bewegungen das riesige Ensemble aus Solisten, Tänzern, Chor dirigiert, hat er auch freie Sicht auf das schönste Detail der Szenerie: Wenn es nach der Pause dunkel ist, leuchtet nämlich der fast volle Mond vom Firmament. Und es scheint, als lächele der Mann da oben milde angesichts des bunten Treibens der Erdlinge da unten.

Von Hagen Kunze

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