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Döbeln Verkehrsminister verweigert Leisnig den Radweg
Region Döbeln Verkehrsminister verweigert Leisnig den Radweg
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16:26 24.04.2018
Hier ging es doch auch: Einen neu gebauten Radweg wie zwischen Leisnig und Hartha befürwortet der Grünen-Abgeordnete Wolfram Günther auch in Richtung Colditz. Doch Sachsen Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) sagt Nein. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

„Außerhalb geschlossener Ortschaften gleicht das Radfahren auf einer Bundes- oder Staatsstraße einer Partie Russisch-Roulette“. So formuliert es Wolfram Günther, Landtagsabgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der umweltpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion bezieht sich damit auf die Staatsstraße S44. Auch anderswo, so bei Mügeln, laufen Protestaktionen für Radwege entlang sächsischer Staatsstraßen.

Fahrradanbindung der Ortsteile gewünscht

Diese verläuft auf dem Abschnitt von Leisnig in Richtung Colditz, verbindet Ortsteile wie Brösen oder Gorschmitz mit der Stadt. Von dieser Anbindung versprechen sich die Stadtväter sowie Vertreter von Schulen und Vereinen mehr Mobilität für die Ortsteilbewohner, die mit dem Fahrrad unterwegs sind und Angebote in der Stadt nutzen möchten.

Personennahverkehr nicht flexibel genug

Sollen Kinder und Jugendliche beispielsweise für die Aktivitäten von Vereinen gewonnen werden, geht das oft nur, wenn die Eltern den Fahrdienst übernehmen. Der öffentliche Personennahverkehr ist dafür nicht flexibel genug. Der von Bürgern sowie Stadträten und Verwaltung schon lange geforderte Radweg entlang der S 44 zwischen Leisnig und Colditz wird in absehbarer Zeit wohl trotzdem nicht gebaut. Dies ergab Günthers jüngste Anfrage an die Staatsregierung.

Radwegbau laut „Radverkehrslage“ unnötig

Staatsminister Martin Dulig (SPD) begründet dies mit dem Ergebnis einer 2014 durchgeführten Multikriterienanalyse. Dabei erfüllte dieser Streckenabschnitt nicht die Kriterien für den Nachweis der Erforderlichkeit einer Radverkehrsanlage.

Staatsregierung sieht keinen Bedarf

Günther erklärt dazu: „Die Multikriterienanalyse der „Radverkehrskonzeption für den Freistaat Sachsen 2014“ teilt Radverkehrsprojekte anhand verschiedener Kriterien wie Verkehrsaufkommen und Kurvigkeit in drei Prioritätskategorien ein. Der von uns Grünen und vielen Bürgerinnen und Bürgern geforderte staatsstraßenbegleitende Radweg entlang der S 44 zwischen Leisnig und Colditz wurde 2014 nur in Kategorie C eingeordnet. Für die Maßnahmen in dieser Kategorie sieht die Staatsregierung keinen Bedarf.“

Sicherheit von Radfahrern leichtfertig aufs Spiel gesetzt

Ihre ablehnende Haltung begründet die Staatsregierung vor allem mit einem „zu geringen Verkehrsaufkommen“ auf dem Streckenabschnitt zwischen Leisnig und Colditz. Günther: „Dabei wird der enorme Geschwindigkeitsunterschied zwischen Autos und Fahrrädern außerhalb geschlossener Ortschaften von gut 85 Kilometern pro Stunde vollkommen außer Acht gelassen. Ich halte es für höchst bedenklich, wie leichtfertig die Staatsregierung die Sicherheit von Radfahrenden aufs Spiel setzt.“

Radfahren attraktiv auf sicheren Wegen

Günther fordert darum: „Die Staatsregierung muss alle Radverkehrsprojekte entlang von außerörtlichen Bundes- und Staatsstraßen mit der höchsten Priorität umsetzen. Nur so können die Verkehrssicherheit gewährleistet und die Attraktivität des Fahrradfahrens gesteigert werden.“

Konzeption muss aktualisiert werden

Nach Günthers Ansicht muss die von 2014 stammende Radverkehrskonzeption Sachsens aktualisiert werden. Dabei müsse das Projekt des Radweges an der S 44 in die Klasse B besser noch in die Klasse A aufgenommen werden. „Sonst warten die Menschen zwischen Colditz und Leisnig noch bis zum St.-Nimmerleins-Tag auf mehr Verkehrssicherheit. Ich bleibe an dem Thema dran“, verspricht Günther. Mit der Antwort Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) auf seine Anfrage will er sich jedenfalls nicht zufrieden geben.

Radwegeprogramm bis 2025: Umsetzung zweifelhaft

Die Maßnahmen, die im Radwegprogramm Sachsens in die Klasse A eingeordnet wurden, sollen bis 2025 umgesetzt werden. Die Realisierung ist dabei abhängig von der Erlangung des Baurechtes und der Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel. Günther ist jedoch skeptisch: „Ob es gelingt wirklich alle Radwegprojekte dieser Kategorie bis 2025 umzusetzen ist angesichts des aktuellen Baufortschrittes mehr als zweifelhaft.“

Notwendigkeit nach Klassen eingestuft

Die Maßnahmen, die in die Klasse B eingeordnet sind, sollen voraussichtlich erst ab 2025 realisiert werden können. Für Maßnahmen in der Klasse C gilt die geringste Verbindlichkeit. Bei diesen Maßnahmen ist die Notwendigkeit lediglich weiter zu prüfen. Nach derzeitigem Stand ist aus Sicht der Staatsregierung an diesen Streckenabschnitten kein straßenbegleitender Radweg erforderlich, da die Verkehrsstärke der Straße gering ist.

Von Steffi Robak

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