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Döbeln Zeigt neues Überwachungsvideo verschwundenen Leisniger?
Region Döbeln Zeigt neues Überwachungsvideo verschwundenen Leisniger?
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14:19 14.01.2019
Die Suche geht weiter. Es stellt sich die Frage, wann endlich die Staatsanwaltschaft ermittelt. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Es kommen immer mehr Details ans Licht, die an der Version vom Verschwinden an der Fischendorfer Fußgängerbrücke zweifeln lassen. Am Vormittag vom Neujahrstag wurden zwar dort persönliche Gegenstände des 20-Jährigen gefunden. Seinen Eltern, die mit großer Anteilnahme der Öffentlichkeit nach dem Verbleib ihres Sohnes forschen, liegt nun die schriftliche Versicherung einer Frau vor: Gegen 10 Uhr, als sie über die Brücke ging, lagen Christians Sachen nicht dort.

Jacke trotz Regen kaum durchfeuchtet

Dies bestärkt den Vater in der Vermutung, die Sachen wurden dort abgelegt, lange nachdem Christian am Neujahrsmorgen verschwand. Sicher ist: Sein Handy wurde mehrere Stunden davor abgeschaltet. Die Stoffjacke sei zudem bei ihrem Auffinden kaum durchfeuchtet gewesen, so der Vater, obwohl es am Neujahrsmorgen stark regnete.Für den Vater ein Indiz mehr, dass Christians Verschwinden im Zusammenhang stehen könnte mit einer Straftat. Jemand könnte sie dort absichtlich abgelegt haben. Es ist nicht der einzige Hinweis.

Verschwunden ist der 20-jährige Christian Morgenstern seit dem Neujahrsmorgen. Die Polizei ermittelt in einem Vermisstenfall. Die Eltern gehen davon aus, es gab eine Straftat. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als dass endlich die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf der Suche nach ihrem vermissten Kind aufnimmt.

Anwalt zeigt Gewaltverbrechen an

Mittlerweile hat ein Rechtsanwalt im Namen der Familie Anzeige erstattet wegen eines Gewaltverbrechens. Das Ziel: Die Staatsanwaltschaft als Strafverfolgungsbehörde solle den Fall prüfen und mit den Ermittlungen beginnen. Im Paragraf 160 der Strafprozessordnung ist verankert, dass die Staatsanwaltshaft den Sachverhalt erforschen muss, sobald sie Kenntnis von dem Verdacht auf eine Straftat erhält.

Warten auf Ermittlung nach Strafprozessordnung

Erst dann greifen Ermittlungsmaßnahmen der Strafprozessordnung, darunter Zeugenbefragungen, Spurensicherung oder die Vernehmung eventueller Beschuldigter. Dafür müssen tatsächliche Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht einer verfolgbaren Straftat vorliegen. Aus Sicht der Eltern liegen diese vor. Die Polizei sieht das anders, zieht eine Straftat nachrangig in Betracht.

Weder Blut noch Kampf-Spuren

Das Argument: An der Fischendorfer Brücke, wo die Kleidung lag, seien weder Blut noch Spuren eines Kampfes oder andere Hinweise auf eine Straftat gefunden worden. Der Vater entgegnet dazu: „Sollte die Brücke nicht der Ort der Auseinandersetzung sein, diese stattdessen woanders in einem geschlossenen Raum stattfand, wo man weder Jacke, Mütze noch Handschuhe trägt, können daran auch keine Spuren sein. Die Sachen so auf die Brücke zu legen, sorgt einfach für Verwirrung.“

Mysteriös: Brieftasche, Bargeld, Geldkarte und Mobiltelefon fehlen

Die Auffindesituation der Kleidung und weiterer persönlicher Gegenstände reicht der Polizei nicht, um eine Straftat zu erkennen - die Eltern können das kaum glauben. Die Kleidung lag verstreut auf der Brücke, dazu einzelne Chipkarten und der Studentenausweis. Brieftasche, Geldkarte, Bargeld und Handy fehlen jedoch.

Seit Jahresbeginn wird die Mulde bei mehrfachen Einsätzen so akribisch wie erfolglos abgesucht. Sollte die Brücke jedoch nicht der Ort von Christians Verschwinden sein – wofür es Indizien gibt - kann sich dort nichts finden. „Dann müsste auch woanders gesucht werden. Doch dazu kam es bisher nicht“, so Dirk Morgenstern weiter.

Überraschendes Video vom Supermarktparkplatz

Ein Video stärkt nun seine These, sein Sohn sei etwa gegen 4 Uhr in der Umgebung des Wohnhauses verschwunden. Aufgenommen wurde es von einer Außenkamera vom Rewe-Markt. Um 4.05 Uhr passiert ein Mann zu Fuß den Kamera-Bereich.

„Er hält ein Handy in der linken Hand. Es ist angeschaltet, was am leuchtenden Display zu erkennen ist“, sagt Dirk Morgenstern. Für die Eltern ist es von größter Wichtigkeit, dass die Polizei das Video vom Rewe-Parkplatz auswertet.

Wenige Minuten zu Fuß: Plötzlich war das Handy aus

Es bestärkt ihn in der Annahme, dass sein Sohn am Neujahrsmorgen, nachdem er etwa 4 Uhr seine Tasche zu Hause abgestellt hatte, gar nicht zur Fischendorfer Brücke ging. „Das Gartentor auf der hinteren Grundstücksseite stand offen. Wir alle nutzen diesen kürzesten Weg über eine Gasse bis zum Rewe-Markt. Er dauert drei bis vier Minuten.“

Diese Zeit reicht nicht bis zum Fluss. Doch nur den Weg zum Fluss ließ die Polizei bisher mit Personenspürhunden absuchen. Der Parkplatz vom Rewe ist als öffentlicher Treffpunkt durchaus beliebt: Man verabredet sich, fährt mit dem Auto vor, trifft sich zum Reden - erst recht in der Silvesternacht, wenn dort auch Platz fürs Feuerwerk ist.

Fakt ist: Kein Toter im Fluss

Für Dirk Morgenstern erscheint es als ein logisches Szenario, dass sein Sohn aus einem unbekannten Grund dorthin gegangen sein könnte, möglicherweise um jemanden zu treffen. Die Funkzellenauswertung seines Mobiltelefons könnte über seine letzten Kontakte Aufschluss geben. Doch diese Analyse kann nur ein Richter auf Betreiben der Staatsanwaltschaft anordnen.

Ein Sturz von der Brücke jedenfalls, beabsichtigt oder nicht, erscheine hingegen immer unrealistischer. Ein weiterer handfester Fakt spricht dagegen: Trotz mehrtägiger Suche wurde der junge Mann im Fluss nicht gefunden.

Von Steffi Robak

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