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Döbeln Vom Recht auf Lüge: Harthaer Anwalt selbst auf der Anklagebank
Region Döbeln Vom Recht auf Lüge: Harthaer Anwalt selbst auf der Anklagebank
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16:31 10.09.2019
Ein Anwalt aus Hartha sitzt vor dem Döbelner Amtsgericht selbst auf der Anklagebank. Quelle: (Archiv) Wolfgang Sens
Döbeln/Hartha

Gegen ihn lief bereits ein Verfahren wegen mehrfacher Veruntreuung von Mandantengeldern, was seinen Neustart kaputt machte. Der aus Hartha stammende Mann auf der Anklagebank im Amtsgericht Döbeln war ein ehemaliger Rechtsanwalt, der 2017 eine neue Stelle als Fachkraft für Vertragsangelegenheiten bei der Agentur für Arbeit fand. Nun saß ihm ein früherer Arbeitskollege im Zeugenstand gegenüber.

Der Angeklagte saß zurückhaltend vor dem Schöffengericht. Sein Pflichtverteidiger gab eine Erklärung für ihn ab. Wenn er etwas sagte, dann tat er dies sehr leise – es waren nur Informationen zu seiner Person, nie etwas zu dem aktuellen Fall. Dem 48-Jährigen wird Betrug vorgeworfen und dass er sich einen Vermögensvorteil von rund 28.000 Euro verschafft haben soll. Der Vorwurf erfolgte durch seine Verschwiegenheit. So soll er nie angegeben haben, dass ein Verfahren wegen Veruntreuung gegen ihn laufe, obwohl dies von seinem neuen Arbeitgeber gefordert wurde.

Angeklagter soll nichts Rechtswidriges getan haben

Der Tatvorwurf wurde bestritten, der Mann habe nichts Rechtswidriges getan, war seitens der Pflichtverteidigung zu hören. Anfang 2017 erfolgte das Vorstellungsgespräch, später habe der Angeklagte per SMS sowie mithilfe eines Schreibens die Zusage seiner neuen Stelle erhalten. Dies erfolgte, noch bevor der 48-Jährige sein Führungszeugnis und die gewünschten Unterlagen eingereicht hatte, so die Argumentation für die Unschuld des Mannes.

Zur Unterzeichnung seines Arbeitsvertrages brachte er die geforderten Unterlagen mit. Bereits unterschrieben soll ihm der Arbeitsvertrag überreicht worden sein – ohne, dass seine Angaben auf den Unterlagen durchgesehen wurden. „Normalerweise wird die Unterzeichnung unterbrochen und im schlimmsten Fall wird er nicht eingestellt“, erklärte der Zeuge. Dies geschehe, wenn das Verfahren oder die Vorstrafe die zukünftige Arbeit beeinflusse. Allerdings hatte der Angeklagte angekreuzt, dass er nicht vorbestraft oder in einem schwebenden Verfahren sei. Erst nach der Probezeit sei die Lüge aufgefallen und die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses in die Wege geleitet.

Zeugin soll zu einem Urteil verhelfen

Die Pflichtverteidigung berief sich auf das Recht zur Lüge. „Vorstrafen oder das schwebende Ermittlungsverfahren berühren nicht die Einstellung des Angeklagten“, erklärte der Anwalt. Außerdem soll die geleistete Arbeit dem Entgelt entsprochen haben.

Ob die Unterlagen des Angeklagten beim Bewerbungsgespräch wirklich nicht durchgesehen wurden, soll der nächste Verhandlungstag klären. Am Montag, 23. September, wird eine Zeugin geladen sein, die Licht ins Dunkel bringen soll.

Von Nicole Grziwa

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