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Döbeln Waldheim: Auch Rossmann baut Parkplätze
Region Döbeln Waldheim: Auch Rossmann baut Parkplätze
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17:31 21.03.2019
Bald ist Rossmann fertig. Dann könnte eine neue Parkordnung gelten. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim

Das sieht schon nach Eröffnung aus. Die Baustelle des Rossmann-Neubaus am Waldheimer Obermarkt liegt in den letzten Zügen. Schon jetzt ist der künftige Parkplatz schon deutlich zu sehen, die Fassade ist fertig und im Innenraum geht es auch voran. Aktuell bekommt der Neubau gerade seine Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom. Bis zum 27. März soll das noch dauern, weswegen der Obermarkt voll gesperrt ist. „Am 26. März kommt ein Kran. Dann wird die Brücke zur Lessing-Insel wieder aufgebaut“, kündigt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) an.

Taxistand weg, Parkplätze hin

Wenn Rossmann am 11. Mai eröffnet, dürfte sich an Parkgebühren in der Innenstadt einiges geändert haben. Allerdings nur, wenn der Stadtrat mitspielt. Der soll das in seiner Sitzung am 28. März beschließen. „Auf dem inneren Ober- und Niedermarkt soll das Parken für eine Stunde kostenfrei sein. Anderthalb Stunden Autoabstellen kosten 50 Cent, eine Stunden einen Euro“, erläutert Bürgermeister Steffen Ernst. Gemeint sind hier die Stellflächen auf den Plätzen am Brunnen und der ehemaligen Telefonzelle. An den Straßen bleibt es bei der bisherigen Regelung mit der Höchstdauer von einer Stunde, anzuzeigen mit Parkuhr.

Waldheim verzichtet auf Einnahmen

Auf dem Niedermarkt würden dadurch zwei Taxiplätze wegfallen. Dafür plant die Stadt, einen Taxiplatz am Niedermarkt in Höhe des Asia-Imbisses zu schaffen. Dafür sollen dort zwei zusätzliche Stellflächen entstehen, eine Ladesäule für Elektroautos ist ebenfalls vorgesehen. Auf dem Obermarkt, so steht es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat, will die Stadt die Parkflächen auf den Abschnitt zwischen den Hausnummern 2 bis 8 begrenzen. Außerdem muss Waldheim die Parkscheinautomaten umprogrammieren lassen. Alles in allem würden die Änderungen die Stadt 3200 Euro kosten. Und laut Schätzungen der Kämmerei würde Waldheim auf 5000 bis 10 000 Euro Einnahmen aus Parkgebühren verzichten. Den technischen Ausschuss und den Verwaltungsausschuss hat die Neureglung bereits passiert, nun braucht sie noch das Okay der Stadträte.

Eine Stunde zu knapp

Aber wie kam es eigentlich dazu? Bürgermeister Ernst: „Die Händler in der Innenstadt waren nicht zufrieden und sind an die Stadt herangetreten. Es ist letztlich schwer, allen gerecht zu werden, aber Ende letzten Jahres haben wir ein Konzept für den Ober- und Niedermarkt auf die Beine gestellt. Wegen der Ladestation für die Elektroautos sind wir im Gespräch mit der EnviaM.“ Ziel der Änderungen war es, dass die Kunden die Geschäfte in der Innenstadt besser erreichen können. Und eine Stunde Höchstparkdauer war für manche Geschäftsgänge einfach zu knapp.

Kommentar: Jetzt bitte noch Tempo 30 und Zebrastreifen

Von Dirk Wurzel

Ob eine sogenannte Brötchentaste beim Parken den Waldheimer Einzelhandel rettet? Warten wir es ab. Aber immerhin ist der Plan der Stadt, die Parkordnung zu ändern, ein ganz wichtiger Schritt, die Händler in der Innenstadt zu stärken. Erstens sollen die Autofahrer ihre Wagen künftig insgesamt zwei Stunden abstellen dürfen und das zweitens zu bezahlbaren Preisen. So kostet die erste Stunde gar nichts und für zwei Stunden ist ein Euro fällig. Das ist bezahlbar. Und bei zwei Stunden ist auch Zeit für einen Kaffee nach dem Schuhkauf.

Die Änderungen beim Parken auf Ober- und Niedermarkt sind auch nicht für lau zu haben. So muss die Stadt die Parkuhren umprogrammieren lassen und außerdem rechnet sie schon jetzt mit jährlich vier- bis fünfstelligen Einbußen bei den Einnahmen aus den Parkgebühren. Das muss man sich auch erst mal leisten können als Kleinstadt. Andererseits kann die Waldheimer Innenstadt so noch attraktiver werden. Wenn im Zentrum nichts los ist, fährt auch keiner mehr hin und steckt Geld in die Parkuhr.

Aber der ruhende Verkehr ist nicht alles. Tempo 50 auf dem Straßenzug Niedermarkt/Bahnhofstraße ist eigentlich zu schnell für eine Innenstadt. Hier würde eine Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde gut passen. Und dann noch ein Zebrastreifen. Waldheim hat auch das jetzt in der Hand, weil das Asphaltband durch die Innenstadt jetzt eine kommunale Straße ist.

„Wir wollen das dann über ein Jahr beobachten und schauen, ob es den Händlern zugute kommt“, sagt der Bürgermeister zur Zukunft der neuen Parkordnung.

Tempo 30 auch möglich

In puncto Verkehr auf dem Straßenzug Niedermarkt/Bahnhofstraße kann die Stadt Waldheim jetzt wesentlich mehr tun, als den ruhenden Verkehr neu zu regeln. Die Stadt hat die Straße mit dem Freistaat gegen die Umgehungsstraße getauscht. So ist das Asphaltband durch die Innenstadt jetzt eine kommunale Straße in der Baulast der Stadt Waldheim. Tempo 30 und ein Zebrastreifen sind so relativ leicht einzurichten. Das weiß auch der Bürgermeister. Aber: „Wir wollen diese Thematik separat behandeln“, sagt der Bürgermeister. Erstmal geht es der Stadt um die Parkplätze. Was aber nicht heißt, dass sie Tempo 30 und Zebrastreifen aus dem Auge verliert. „Es wird jetzt zeitnah eine Veranstaltung zum Thema Geschwindigkeit auf Ober- und Niedermarkt geben“, kündigt Steffen Ernst an.

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Von Dirk Wurzel

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