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Döbeln Waldheim: Hasch im Rathaus
Region Döbeln Waldheim: Hasch im Rathaus
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17:13 23.07.2019
Ein Rauschgiftladen hat im Waldheimer Rathaus noch nicht aufgemacht. Trotzdem wurden hier schonmal Drogen verkauft. Quelle: Dirk Wurzel
Waldheim/Döbeln

Das Waldheimer Rathaus als Handelsplatz für Rauschgift – darum ging es in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln. Ein 21-Jährigen hat vor Jugendrichterin Marion Zöllner gestanden, in Waldheim überwiegend Haschisch und Marihuana für seine Kumpels gekauft zu haben. Einmal war auch etwas Crystal dabei. Das große Geld hat er damit aber nicht gemacht. Es ging auch nur um kleinere Mengen. Fünf Gramm Gras für 50 Euro waren da schon der größte Batzen.

„Er ist wie ein Trottel mit dem Geld losgerannt, bis er merkte, dass er ausgenutzt wurde“, sagte Rechtsanwältin Mandy Schützel, die den jungen Mann verteidigte. Dem musste Richterin Zöllner bei seinem Geständnis förmlich jedes Wort aus der Nase ziehen. Aber er räumte mehrere Drogenkäufe -und Verkäufe ein. Mit einem der Dealer traf er sich im mehrfach im Waldheimer Rathaus, um dort Marihuana und Haschisch von dem Mann zu kaufen. Der Stoff war für seine Kumpels bestimmt. Die Taten liegen alle sehr lange zurück. Der Waldheimer gab an, vor vier Jahren Leute kennengelernt zu haben, bei denen Drogen zu bekommen waren. „Wenn die was übrig hatten, haben die mir was abgegeben“, sagte er. Für sich will er den Stoff nicht gekauft haben, sondern für Leute, die ihn zuvor gefragt haben, ob er was beschaffen kann. „Ich habe von denen Geld eingesammelt und dann das Zeug geholt.“ Er habe dann von sich aus aufgehört, den Drogenkurier zu spielen, habe erkannt, dass ihm die Leute nicht guttun, mit denen er da abhängt.

„Er hat Freunde gesucht und ist an die falschen Leute geraten. Es ging ihm darum, Kontakte zu knüpfen“, sagte Rechtsanwältin Schützel. Sie beantragte, ihren Mandanten zur Auflage zu verurteilen, 250 Euro an die Diakonie zu zahlen. Der Staatsanwalt hatte 750 Euro gefordert. Es wurden 800 Euro, die der junge Mann an die Diakonie zu zahlen hat, wo er bereits zur Suchtberatung geht. Arbeit hat er auch. „Die Taten liegen viele Jahre zurück. Er hat Reifesrückstände und stand einem Jugendlichen näher als einem Erwachsenen, weswegen zwingend Jugendstrafrecht angewendet werden muss“, sagte Richterin Zöllner, als sie das Urteil begründete. Die 800 Euro kann er in Raten abstottern. „Lassen Sie künftig die Hände von solchen Geschichten. Die Strafen für Erwachsene sind härter“, gab die Richterin dem 21-Jährigen als guten Rat mit auf den Weg. Ihr Urteil ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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