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Döbeln Sitzt Tatverdächtiger aus Chemnitz in der JVA Waldheim?
Region Döbeln Sitzt Tatverdächtiger aus Chemnitz in der JVA Waldheim?
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19:29 18.09.2018
Der mutmaßliche Messermann vom Chemnitzer Stadtfest soll in Waldheim in Untersuchungshaft sitzen.
Der mutmaßliche Messermann vom Chemnitzer Stadtfest soll in Waldheim in Untersuchungshaft sitzen. Quelle: Jürgen Kulschewski
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Waldheim

Yousif A. aus dem Irak, der drei Wochen lang in Haft saß, weil er im Verdacht stand, Daniel H. in Chemnitz getötet zu haben, ist wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Chemnitz hob gestern den Haftbefehl auf. Weiter in Untersuchungshaft bleibt jedoch der zweite Tatverdächtige Alaa S. aus Syrien. Das erklärte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstagnachmittag. Offizielle Angaben darüber, in welcher Anstalt der 23-Jährige sitzt, gibt es nicht.

Sicherheitsbedenken

Die Döbelner Allgemeine Zeitung hat jedoch erfahren, dass der Tatverdächtige mittlerweile aus der ursprünglichen Haftanstalt in die Justizvollzugsanstalt Waldheim verlegt worden sein soll. Ausschlaggebend für diesen Schritt sollen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Inhaftierten gewesen sein.

Justizministerium gibt keine Auskunft

„Ich kann dahingehend gar nichts bestätigen“, sagt die Waldheimer JVA-Sprecherin Michaela Tiepner und verweist ans Justizministerium. Doch auch dort wird sich auf DAZ-Nachfrage nur äußerst knapp zu dem Sachverhalt geäußert. Ministeriumssprecher Jörg Herold hat über die mutmaßliche Verlegung des Tatverdächtigen nach eigener Aussage keine Kenntnis. „Und wenn ich es wüsste, könnte ich dazu keine Auskunft geben“, so Herold. „Wenn es jedoch so wäre, dann wäre er wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen verlegt worden.“ Unabhängig davon bliebe die JVA Waldheim eine ungewöhnliche Wahl, da es sich bei der Haftanstalt um kein Untersuchungsgefängnis handelt.

Verdichtete Umstände

Während Yousif A. nach Haftprüfung nicht mehr unter dringendem Tatverdacht steht, da ihn niemand bei der mutmaßlichen Tat beobachten konnte, gibt es im Fall von Alaa S. konkrete Aussagen. „Die Umstände, die den Erlass eines Haftbefehls wegen gemeinschaftlichen Totschlags begründeten, haben sich im Lauf der Ermittlungen gegen ihn noch weiter verdichtet“, sagt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz.. „Zeugen haben diesen Beschuldigten als einen derjenigen erkannt, der ein Messer mit sich führte.“

Nach einem dritten Tatverdächtigen wird nach wie vor mit Hochdruck gefahndet.

Von André Pitz