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Döbeln Waldheimer Kitabau läuft nach Plan – außer bei den Kosten
Region Döbeln Waldheimer Kitabau läuft nach Plan – außer bei den Kosten
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17:33 12.07.2019
Die neue Kita an der Waldheimer Breuningstraße wächst zusehends. Allerdings muss die Stadt für die Möbel tiefer in die Tasche greifen. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim

Die Krippe steht. In der kommenden Woche rücken die Dachdecker an und arbeiten an diesem Teil der neuen Waldheimer Kita an der Breuningstraße. Und als nächstes legen die Heizungsbauer los. Eine Waldheimer Firma hat die Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WBV) mit der Installation beauftragt. „Den Auftrag für die Elektrik haben wir ausgeschrieben und werten derzeit die Angebote aus. Sicher ist schon jetzt: Auch diesen Auftrag bekommt eine Waldheimer Firma“, sagt Ina Pugell, Geschäftsführerin der WBV.

Mehrkosten in Höhe von 113.000 Euro

Die städtische GmbH baut die neue Kindereinrichtung mit 120 Plätzen. Das soll insgesamt zweieinhalb Millionen Euro. Als Betreiber zieht die Kindervereinigung Leipzig ein. Die Stadt Waldheim wiederum zahlt für das Objekt Miete an ihre WBV. Außerdem richtet Waldheim die Kindertagesstätte mit Möbeln ein. Und während die Bauarbeiten im Kosten- und Zeitrahmen liegen, kommen die Möbel und andere Einrichtungsgegenstände die Stadt nun etwas teurer.

„Im Bereich Einrichtung sind nur Sachen förderfähig, die mehr als 5.000 Euro kosten“, erläutert Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). So fiel vieles raus. Außerdem hatte die Stadt mit insgesamt 75 Prozent Förderquote erwartet. Jetzt gibt es nur insgesamt 60. Wie das Landratsamt Mittelsachsen der Stadt mitteilte, werden derzeit keine Mittel des Bundes bewilligt. Aber der Freistaat Sachsen gibt 50 Prozent dazu, der Landkreis einen Anteil von zehn Prozent. Deswegen muss Waldheim jetzt 113.000 Euro mehr für die Inneneinrichtung einplanen, was der Stadtrat auch so beschlossen hat. Das ist wichtig, um beim Förderantrag die notwendigen Eigenmittel nachzuweisen. Insgesamt kostet die Ausstattung der Kita 240.000 Euro. Dazu gehören Einbauküche, Sonnensegel und Verdunklungsanlage sowie die Möblierung der Krippen- und Kitaräume.

Stadt könnte dank Gesetzesänderung Eltern entgegenkommen

Beim Thema Kita könnte die Stadt jetzt den Eltern entgegenkommen und die Beiträge senken. Der Landtag hat das sächsische Kita-Gesetz geändert. Das erlaubt den Kommunen, den Elternanteil bei Krippe und Kindergarten auf 15 Prozent zu senken. Das letzte Kindergartenjahr kann für sogar Beitragsfrei für die Eltern sein. Früher waren die Kommunen gesetzlich angehalten, einen deutlich höheren Elternbeitrag zu nehmen, es ging bei etwas um die 20 Prozent los.

Billiger wird die Kita in Waldheim für die Eltern deswegen aber nicht. Denn wenn sie kleinere Beiträge zahlen würden, käme insgesamt weniger Geld rein und die Stadt müsste einspringen. „Da hat uns der Gesetzgeber ein schwer verdauliches Ei ins Nest gelegt“, verdeutlicht Linken-Stadtrat Dieter Hentschel, was die von den Dresdner schwarz-roten Koalitionären betriebene Gesetzesänderung für die Kommunen bedeutet. Nämlich mehr Kosten, wenn sie den gesetzlichen Vorgaben folgen und die Eltern entlasten wollen. Dieter Hentschel regt aber an, im neuen Stadtrat über die Kita-Betriebskosten und eine mögliche Absenkung der Elternbeiträge zu entscheiden.

Von Dirk Wurzel

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