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Döbeln Waldheimer Kleinbahn rollt jetzt unter neuer Flagge
Region Döbeln Waldheimer Kleinbahn rollt jetzt unter neuer Flagge
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17:06 02.05.2019
Auch in diesem Jahr feiern die Rauschenthalbahner wieder ein Bahnhofsfest und laden zum Zugfahren zwischen Waldheim und Kriebethal ein. Quelle: (Archiv) Dirk Wurzel
Waldheim

Die Räder rollen wieder bei den Waldheimer Eisenbahnfreunden. Sie starten jetzt mit einem neuen Verein durch und haben auch einen jungen Lokführer in ihren Reihen. Eigentlich wollten die Waldheimer Eisenbahner nach dem Tod ihres Vorsitzenden Andreas Lässig mit den Heimatfreunden zusammengehen. Aber dafür sind sie zu schwergewichtig. „Es war von beiden Seiten etwas blauäugig gedacht“, sagt Dr. Hans-Rainer Fischer. Denn die Eisenbahner bringen mit dem Fahrgeschäft einen eigenen Wirtschaftsbetrieb mit. Und damit eine Menge Verwaltungsaufwand. So wurde nichts aus der Fusion.

Neuer Name, bekanntes Geschäft

Jetzt gibt es einen neuen Verein, der aber ein bekanntes Geschäft betreibt. Er heißt Rauschenthalbahn und lässt die Züge zwischen Lindenhof-Brücke, im Volksmund auch Krummer Hund genannt, und Kriebethal rollen. „Die Neugründung war notwendig, weil wir den alten Verein im Hinblick auf die Fusion schon abgemeldet hatten“, sagt Dr. Fischer. Nun ist die Neugründung rechtlich in Sack und Tüten. Und perspektivisch haben die Kleinbahner viel vor. Da ist zum Beispiel die Verlängerung der Strecke mindestens bis zur Schillerhöhe, was aber an der Sanierung der Lindenhofbrücke hängt. Diese ist derzeit gesperrt. Die letzten großen Stürme haben dem Bauwerk auch noch zugesetzt. Herumwirbelndes Holz haben zum Beispiel die Geländer beschädigt.

Frisches Blut im Vereinsvorstand

Aber immerhin rollen bald wieder Züge und das nicht mal in allzu ferner Zukunft. Und vielleicht fährt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Rauschenthalbahn die Lok. Andreas Röder hat in den letzten Wochen nicht nur fürs Abitur gebüffelt. Der 18-Jährige hat auch die Erlaubnis erworben, die kleinen Lokomotiven zu fahren, die die Wagen der Rauschenthalbahn ziehen. „Die Prüfung war recht anspruchsvoll, aber ich war gut vorbereitet“, sagt Andreas Röder. Mit Gerhard Helmecke, seinem Amtsvorgänger als Vizevorsitzender, hatte er aber einen guten Lehrer. Er war Betriebseisenbahner, kennt sich bestens aus. „Zudem sind unsere Betriebs- und Verkehrsverhältnisse überschaubar. Trotzdem ist die Schulung mit Prüfung wegen der Sicherheit wichtig“, sagt der junge Lokführer. In seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender will er sich dafür engagieren, Jugendliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Vorbild sind ihm die Pioniereisenbahnen, die heute Parkeisenbahnen heißen. Aktuell hat der Verein Rauschenthalbahn elf Mitglieder. Wenn es mehr wären, wäre das auch nicht schlecht. Auch weil an der Strecke einiges zu tun ist. „Da müssen Schwellen getauscht werden, die Spur vermessen und Schienenstöße verkleinert werden“, sagt Andreas Röder, der sich von Kindesbeinen an in den Vereinen engagiert, die sich um die Waldheimer Kleinbahn kümmerten und noch heute kümmern.

Bahnhofsfest im Juni

Zum Zugfahren auf der etwa 2,5 Kilometer langen Strecke laden die Kleinbahner am 2. Juni ein. Dann steigt wieder das Bahnhofsfest in Unterrauschenthal. Den Bahnhof ziert ein kleines Schmuckstück. Das hölzerne Gebäude haben die Eisenbahnfreunde als marode und zum Ziegenstall umgenutzte Ruine in Kleinmockritz vorgefunden, dort abgebaut, saniert und in Unterrauschenthal wieder aufgebaut. Das war eine Heidenarbeit. Seit mehr als zwei Jahren steht es nun in Unterrauschenthal, wo es mittlerweile auch einen richtigen Bahnsteig gibt.

Die Räder rollen lassen am 2. Juni zwischen 9 und 13 Uhr auch die Radler, die beim Waldheimer Fahrradtag mitmachen. Dazu ist jeder Radler herzlich willkommen. Die Route führt über Massanei, Grünlichtenberg, Höckendorf, Kriebethal nach Unterrauschenthal. Dort erwarten die Eisenbahnfreunde die Pedaleure mit einem Mittagsimbiss und Zugfahrten.

Von Dirk Wurzel

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