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Döbeln Wieder Geschmiere im Schuldurchgang: Roßwein lockt Hinweisgeber mit Geld
Region Döbeln Wieder Geschmiere im Schuldurchgang: Roßwein lockt Hinweisgeber mit Geld
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07:03 29.08.2019
Lange ist die Fassade nicht sauber geblieben: Auf dem erst im Mai eingeweihten neuen Graffiti im Schuldurchgang (l.) haben sich schon wieder Schmierfinken verewigt. Quelle: Manuela Engelmann-Bunk
Rosswein

Das Maß ist voll: 200 Euro hat die Stadtverwaltung Roßwein ausgelobt für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Schmierfinken führen, die sich jetzt ganz frisch auf der neugestalteten Wand des Schuldurchgangs verewigt haben.

Taktik nicht aufgegangen

Irgendwann in der Nacht von Sonntag zu Montag muss die grüne und schwarze Farbe auf das erst im Mai neu eingeweihte Graffiti von Frank Schäfer gesprüht worden sein. Das Bild in dezent sandigen Farben zeigt Motive aus den Ortsteilen von Roßwein. Mit Blick auf das bevorstehende Schul- und Heimatfest im kommenden Jahrhatte die Stadt den Sprüher beauftragt, den immer wieder bekrakelten Schuldurchgang neu zu gestalten und damit ansehnlich zu machen. Das alles in der Hoffnung, es würde Schmierfinken abhalten, die Wand erneut zu verunstalten.

Belohnung für Hinweisgeber

Der Plan hat nicht funktioniert und nun will das Ordnungsamt die Täter ausfindig machen. Da sich das schon in der Vergangenheit bei zahlreichen anderen Schmierereien in Roßwein als schwierig erwiesen hat, will die Stadtverwaltung mögliche Beobachter mit einer finanziellen Entschädigung aus der Reserve locken. Auf Aushängen – die unter anderem in der Oberschule platziert sind – ruft sie dazu auf, Hinweise zu geben. Diese werden anonym behandelt. Wer also am Sonntag etwas gesehen haben sollte, kann sich beim Ordnungsamt telefonisch (034322/46620 oder 4660) oder auch per Mail an ordnungsamt@rosswein.de melden.

Farbenfrohe Tafeln verschont

Von den Verunzierungen verschont geblieben sind die farbenfrohen Tafeln, die von Jugendlichen gemeinsam in einer Bürgerhaus-Aktion gestaltet worden sind und die am Giebel des Kräutergarten-Hauses hängen. Franziska Riedel vom Team des Bürgerhauses kann sich vorstellen, dass das einerseits an den auffälligen Farben liegt, andererseits vielleicht etwas damit zu tun hat, dass die Bilder unter Beteiligung von jungen Leuten entstanden sind. Mittlerweile versuche man auch, die Schüler, die sich im Brautloch auf dem Markt treffen und dort oft lärmen, zum Mitmachen bei Graffiti-Projekten zu animieren.

Kommentar: Geld in andere Projekte stecken

von Manuela Engelmann-Bunk

Ein wenig erinnert es an den Wilden Westen, was in Roßwein gerade passiert. Die Stadt sucht die Schmierfinken, die den neu gestalteten Schuldurchgang ein weiteres Mal verunziert haben. Und das, indem sie 200 Euro Belohnung für Hinweise auslobt, die die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zum Täter führen.

Dieser Schritt zeigt, wie frustriert man bei der Stadt sein muss. Allerdings ist fraglich, ob das versprochene Geld tatsächlich zum Täter führt und wenn ja – was dann? Den Täter zu finden, und vielleicht auch zu bestrafen, ist die eine Seite. Perspektivisch dafür zu sorgen, dass es keinen Spaß mehr macht, Wände in Roßwein zu besprühen, die nicht dafür vorgesehen sind, ist die andere Seite.

Vielleicht macht es mehr Sinn, Geld in Projekte zu investieren, die potenzielle Schmierfinken einfangen. Das ist ein langwieriger Prozess und es gibt keine Garantie, dass es funktioniert. Doch die ersten kleinen Erfolge sind da. Die mit farbenfrohen Bildern aus einem Gemeinschaftsprojekt gestaltete Wand am Kräutergartenhaus ist bis jetzt verschont geblieben.

m.engelmann@lvz.de

Von Manuela Engelmann-Bunk

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