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Döbeln Wo es hapert und wo es läuft – Harthas Bürgermeister Ronald Kunze im Interview
Region Döbeln Wo es hapert und wo es läuft – Harthas Bürgermeister Ronald Kunze im Interview
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20:03 10.01.2020
Bürgermeister Ronald Kunze schaut optimistisch in die Harthaer Zukunft. Quelle: Andreas Neustadt
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Hartha

Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) wirft einen Blick zurück auf das Jahr 2019 in seiner Stadt Hartha. Er erzählt im DAZ-Interview, wo es gut lief und wo es noch hapert.

Frage: Kurz gesagt: Was waren die Highlights für die Stadt und auch für Sie?

Antwort: Das waren und sind in erster Linie die vielen Fortschritte und Investitionen, die hier entstehen. Unter anderem wird in Hartha aktuell ein neues Pflegeheim errichtet. Als Highlight dazu kommt noch, dass die Firma Kipping nun doch in Hartha investiert. Da hat man sich endgültig für den Standort in Hartha entschieden. Dankbar bin ich auch über die engagierte Bürgerschaft, die wir haben. Ob das nun die Feuerwehr ist oder auch in den Vereinen. Das ist für mich immer wieder sensationell, wenn man sieht, wie sich die Leute dort engagieren.

Das Ehrenamt spielt also immer wieder eine wichtige Rolle?

Ja, da ist zum einen bei der Feuerwehr so, die unheimlich viel für unsere Stadt tut und sich in die Gemeinschaft einbringt. Dort verbringen viele Menschen ihre Freizeit, um immer Hilfe für andere gewährleisten zu können. Ähnlich ist das auch in unseren Vereinen. Eine ganz tolle Entwicklung nimmt da zum Beispiel gerade der Karateverein. Aber auch die Tanzverein sind dabei: Die Black Diamonds und die Tanzperlen trainieren hier in den alten Textilwerken und der Hartharena. Und die „Middelsaxn“, der Fanclub vom RB Leipzig, entwickelt sich auch sehr gut. Dieser Fanclub hat einen sehr sozialen Gedanken. Der wird nicht nur propagiert, sondern gelebt.

Wie muss man sich das vorstellen?

Zur Weihnachtsfeier gab es zum Beispiel eine spontane Spendenaktion. Ein junger Mann aus Leisnig-Minkwitz bekam eine Dauerkarte für jedes Heimspiel dieser Saison geschenkt, mit Hin- und Rückfahrt. Es sind aber viele Vereine aus Hartha, die bringen sich in der Stadt sehr gut einbringen. Viele davon hatten auch Stände auf dem Weihnachtsmarkt. Gerade das freut mich natürlich sehr, denn es fördert auch immer die Heimatverbundenheit.

Ohne Vereine also kein Leben im Ort?

Wenn es keine Vereine, keine Feuerwehr mehr gibt, dann gibt es schnell auch keinen Mittelpunkt mehr, kein Ort, an dem sich die Menschen treffen können. Dann wird alles sehr schnell anonym.

Was hat sich denn in diesem Jahr in Hartha verbessert? Oder anders herum, wo hapert es vielleicht noch?

Man muss es vielleicht so sehen: Unsere Stadt entwickelt sich ständig. Das heißt, manchmal sind wir freier, manchmal etwas eingeschränkter in unseren Möglichkeiten als Stadt. Was uns in diesem Jahr unheimlich gut geholfen hat war zum einen die Leader-Förderung über das Sachsenkreuz Plus. Mit dieser Förderung konnten wir viele Projekte für die Industrie, für das Handwerk und auch für Privatpersonen realisieren.

Und wie steht es um die Schulen und Kindergärten? An der Pestalozzi-Schule wird ja weiter fleißig gebaut.

Insgesamt war es toll zu sehen, wie viel die Einrichtungen, ob Schulen oder Kindergärten, über das Jahr organisieren. Natürlich weiß ich aber auch, dass es für die Lehrer in der Grund- und Oberschule in der Pestalozzistraße eine Herausforderung ist und bleibt, Unterricht und Bau in Einklang zu bringen.

Sind Sie zufrieden mit dem Umbau?

Ja, wir freuen uns alle auf die fertige Schule. An der Stelle ein herzliches Dankeschön an das Planungsbüro und die Baufirma aus Hartha die jede Herausforderung, die sich bei den Sanierungsarbeiten ergaben, gemeistert haben. Aufgrund der Rahmenbedingungen die wir haben, ist es aber manchmal etwas langwierig. Das Handwerk ist überall gut ausgelastet und die Industrie oftmals sehr spezialisiert ist, was heißt es gibt wenig Anbieter. Da muss man dann auch manchmal leider länger als geplant auf Teile warten. Das wirft unseren Plan dann wieder nach hinten. Bisher gab es aber immer eine Lösung.

Wie steht es denn um Harthas Wirtschaft?

Da ist einiges passiert. Unter anderem wurde auch viel gebaut. Metallbau Martin hat zum Beispiel in eine neue Halle investiert. So auch bei Kläger-Plastik, die ebenfalls eine neue Halle haben. Und die Entwicklungen bei Pierburg zeigen, dass sich mittlerweile wieder technisches Know-How im Osten etabliert. Das spricht natürlich für den Standort Hartha. Ebenso wie die Neuansiedlung von Horizon Global.

Hartha ist ja nicht nur Wirtschaft und Schule, wie steht die Stadt sonst noch da?

Das Handwerk und die Landwirtschaft sollten nicht vergessen werden. Die landwirtschaftlichen Betriebe, die wir haben, konnten auch die zwei heißen Sommer kompensieren. Und dann investieren sie viel in Innovationen, um Abläufe zu optimieren und das Tierwohl zu erhöhen. Mir fällt da zum Beispiel Michael Wolf in Gersdorf, der im diesem Jahr auch für seinen besonders vogel- und bienenfreundlichen Hof ausgezeichnet wurde, ein. Ich wünsche mir allerdings manchmal ein bisschen mehr Verständnis zwischen Stadt und Land. Auf dem Land sind die Möglichkeiten manchmal eben anders als in der Stadt, zum Beispiel in der Mobilität.

Altes Thema: Der Breitbandausbau in Hartha, es tut sich was, oder?

Ja, also an der Stelle sind wir wirklich sehr gut unterwegs. Das liegt nicht zuletzt an unsere Mitarbeiter im Bauamt, die das sehr konsequent verfolgen und bearbeiten. Wir haben aktuell die weiteren Bauvorhaben ausgeschrieben, es gibt auch eine Firma, die ein Angebot abgegeben hat. Das wird nun geprüft und wenn es so weiter geht, können im Sommer mit dem Ausbau beginnen. Damit sind wir hier in der Region auch ganz vorn mit dabei. Wir haben eine 100 Prozent-Förderung zugesagt bekommen. Jetzt wollen wir es umsetzten. Daher geht auch ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiter.

Von Vanessa Gregor

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