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Döbeln Kriminalpolizei forscht jetzt nach Vermisstem aus Leisnig
Region Döbeln Kriminalpolizei forscht jetzt nach Vermisstem aus Leisnig
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10:05 15.01.2019
Diesen Steckbrief haben Angehörige und Freunde von Christian Morgenstern hundertfach verteilt, bis hin in die umliegenden Großstädte. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Am Montag hat sich die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit der Prüfung des Falls Christian Morgenstern befasst. Es geht darum, ob genug Material vorliegt, um einen Anfangsverdacht für eine Straftat zu begründen. Erst dann nimmt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Seit dem 1. Januar ist der 20-Jährige verschwunden. Die Eltern suchen selbst mit viel Energie nach ihrem Sohn.

Die Eltern halten die Brücke schon lange nicht mehr für den Ort, wo Christian Morgenstern verschwand. Quelle: Steffi Robak

Bisher handelt es sich um einen normalen Vermisstenfall. Dennoch gibt es jetzt eine Entwicklung, die die Eltern hoffen lässt: Vom Polizeirevier Döbeln ist der Fall abgegeben worden an die Kriminalpolizei beziehungsweise forcieren jetzt die dortigen Beamten die Nachforschungen.

Kriminalpolizei schaltet sich ein

Dirk Morgenstern, der Vater des Vermissten, sieht darin eine positive Entwicklung: „Dem Verschwinden unseres Sohnes kommt jetzt eine andere Art von Aufmerksamkeit zu. Wir versprechen uns davon durchaus eine neue Qualität der Ermittlungen.“ Er stehe jetzt direkt mit einem Verantwortlichen der Kriminalpolizei in Verbindung.

Am Wochenende hatte es zudem einen Einsatz in einem Dorf bei Leisnig gegeben, nachdem die Eltern eine Vermutung zu einem Aufenthaltsort ihres Sohnes abgegeben haben. „Die Polizisten haben schnell reagiert. Das zeigt uns, der Focus verstärkt sich auf Nachforschungen nach dem Verbleib auch außerhalb des Muldebereichs, so der Vater.“

Ein Video vom Parkplatz eines Supermarktes in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses der Familie Morgenstern zeige nach den Worten vom Polizeisprecher Andrzej Rydzik eine Person. Die Eltern gehen davon aus, ihr Sohn könnte sich auch an dem Parkplatz mit jemandem getroffen haben.

Auf dem Parkplatz traf er schon früher Leute

Bis vor einem halben Jahr, vor Beginn seines Studiums, sei er im Sommer hin und wieder dort gewesen. Sollte dies auch am Neujahrsmorgen der Fall gewesen sein, müsste er von anderen Personen dort gesehen worden sein – mindestens von denen, mit denen er sich treffen wollte. Es könnte ein Beleg für seinen dortigen Aufenthalt bringen, wenn sich diejenigen Personen bei der Polizei melden.

Unterdessen sorgt der momentan hohe Wasserstand der Mulde dafür, dass die Suche in dem Gewässer ruht. Darüber informiert Rydzik. „Dennoch werden die Flussläufe weiter kontrolliert, ebenso die Wege dort hin.“

Bevor der Wasserstand der Mulde anstieg, wurde mehrfach mit Booten und Tauchern gesucht. Quelle: Sven Bartsch

Zudem würden Zeugenbefragungen ausgewertet beziehungsweise sämtliche anderen bei der Polizei eingehenden Hinweise. Davon würden schon sehr viel vorliegen, und zwar aus dem gesamten Bundesgebiet.

Steckbriefaktion ausgedehnt bis in die Großstädte

Eine Steckbriefaktion der Familie hat die Suche jetzt auf die Umgebung von Leisnig und in die weitere Umgebung ausgedehnt, womit die öffentliche Aufmerksamkeit extrem hoch ist. Unter anderem wurde der Steckbrief in Einkaufszentren bis hin nach Leipzig gebracht, dort ausgelegt und ausgehängt.

Entsprechend hoch sei jedoch der Prozentsatz der Hinweise, die mit dem Fall dann doch überhaupt nicht in Verbindung stehen, so Rydzik weiter. Das liege in der Natur der Dinge. Die Hinweise würden alle ausgewertet, bisher mit keinem entscheidenden Anhaltspunkt, dass sich Christian Morgenstern irgendwo aufhalten könnte. Er ist europaweit zur Personenfahndung ausgeschrieben.

Erneut Zeugen befragt

Über das Wochenende waren Polizeibeamte auch in Leisnig zu Vernehmungen potenzieller Zeugen unterwegs. Dabei werde nach den Worten des Polizeisprechers hauptsächlich der Personenkreis derer in den Focus genommen, die den Vermissten zuletzt auf der Silvesterfeier gesehen haben.

Etwa bis 3.30 Uhr hatte der 20-Jährige Christian Morgenstern in Leisnig mit etwa 20 Freunden gefeiert und ging dann nach Hause. Dort stellte auf dem heimischen Grundstück eine Tasche ab. Wohin er dann verschwand, ist unklar. Da Kleidung und andere persönliche Sachen von ihm auf der Fischendorfer Fußgängerbrücke gefunden wurden, geht die Polizei davon aus, er könne von der Brücke verschwunden sein.

Brieftasche, Geld und Telefon fehlen

Dass er absichtlich ins Wasser gesprungen sein könnte, dafür sehen die Eltern keinerlei Grund und auch keinen Hinweis. Die Kleidung könnte dort abgelegt worden sein von jemand anderem, um bei eventuellen Ermittlungen Verwirrung zu stiften. Die Brieftasche mit dem Bargeld, Geldkarte sowie das Mobiltelefon des jungen Mannes fehlen, so wie er selbst auch.

Die Polizei suchte den Fluss bereits mehrere Tage lang ab, kontrollierte außerdem mehrere leer stehende Gebäude in Leisnig und der Umgebung darauf, ob sich der Gesuchte dort aufhalten könnte, zuletzt eben am Wochenende, bisher ohne Ergebnis.

Von Steffi Robak

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