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Döbeln Zum 999. Mal Seniorentanz – und es geht weiter
Region Döbeln Zum 999. Mal Seniorentanz – und es geht weiter
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22:01 12.05.2019
Seniorentanz fördert Kondition, Gedächtnis und gute Laune. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Das ist doch mal ein Jubiläum: Zum jüngsten Treff zum Seniorentanz in Leisnig wurde zum 999. Mal das Tanzbein geschwungen. Seit 28 Jahren wird regelmäßig einmal wöchentlich in der Apian-Turnhalle dazu Musik aufgelegt.

Das Programm aus den Musikstücken und zuvor choreografierten Tänzen stellt Carla Lichtenstein vom Kulturbund Leisnig zusammen. Momentan sind es jeden Dienstag rund 20 Tänzer, die Aufstellung nehmen zum Fröhlichen kreis, Walzer, Nola oder Tritsch-Tratsch-Polka oder Blocktanz. Zur 999. Seniorentanz-Treff gab es aus gegebenem Anlass Kaffee und Kuchen in der Pause.

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Niemand ist zu jung dafür

Wenn es bei vielen sonstigen körperlichen Betätigungen oft heißt, dafür sei niemand zu alt, gilt für diese Art von Tanz das genaue Gegenteil: Niemand ist dafür zu jung. Carla Lichtenstein, die als ausgebildete Tanzleiterin die Treffs leitet, schildert zudem einen Vorteil dies Seniorentanzes: Wer allein lebt, muss keine Bedenken haben, beim Seniorentanz sitzen bleiben zu müssen. „Einen Partner muss man dazu nicht mitbringen“, sagt Carla Lichtenstein. Es sei kein Gesellschafts- beziehungsweise Paartanz, sondern gleiche eher dem Formationstanz. Aufstellungen gibt es verschiedene, vom Kreis- über den Blocktanz, ähnlich wie beim Line Dance, bis hin zur Gasse wie bei der Polka.

Tanzen zaubert ein Lächeln in die Gesichter

Sich in Gemeinschaft zu Musik zu bewegen, hält nicht nur Kondition und Gedächtnis in Schwung, sondern hebt auch die Laune. „Dieses Gefühl bestätigen mir auch die Tänzerinnen“, s Carla Lichtenstein weiter. „Nach nur einigen Tänzen erhellen sich die Gesichter der Menschen, die vielleicht an diesem Tag bedrückt in die Turnhalle gekommen sind. Dann wünsche ich mir manchmal, diejenigen können sich in dem Moment selbst lächeln sehen.“

Wer Mut hat, sich auf das Turnhallenparkett zu wagen, ist jederzeit willkommen, und zwar immer dienstags 14.30 Uhr bis 15.45 Uhr. Mittlerweile fanden sich schon Teilnehmer aus Waldheim, Gersdorf, Hartha und den umliegenden dörflichen Ortsteilen zum Seniorentanz ein - in dieser Hinsicht realisierte die tanzende Gilde bereits den Städtebund-Gedanken vom Sachsenkreuz und beweist: Tanzen verbindet.

Partnerstadt Bünde half Leisnigern auf die Sprünge

Einst kam der Seniorentanz aus der Partnerstadt Bünde nach Leisnig. Das erste große Vortanzen war 1991 im Saal vom Leisniger Schützenhaus mit der Seniorntanzgruppe aus Bünde. Damals fingen die Leisniger Feuer. Noch heute tanzen Frauen aus den Gründungszeit der Leisniger Gruppe dienstags mit.

Organisiert ist die Seniorentanzgruppe beim Leisniger Kulturbund. Die Tanzleiter absolvieren eine Ausbildung mit Prüfung beim Bundesverband für Seniorentanz mit Sitz in Bremen. Carla Lichtenstein rief nicht allein in Leisnig die Seniorentanzgruppe ins Leben, sondern gründete den Landesverband Seniorentanz in Sachsen mit.

Heute gibt die 79-Jährige regelmäßig im Frühling und im Herbst Kurse an der Volkshochschule Mittweida. Den Zögerlichen gibt Carla Lichtenstein folgenden Spruch des Kirchenlehrers Augustinus zur Ermunterung auf den Weg: „Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen:“

Von Steffi Robak