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Eilenburg Anklage wegen sexuellen Missbrauchs – Eilenburger vor Gericht
Region Eilenburg Anklage wegen sexuellen Missbrauchs – Eilenburger vor Gericht
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15:21 29.05.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Eilenburg/Leipzig

Den Vorsitzenden Richter Norbert Göbel und die Mitglieder der 3. Strafkammer des Leipziger Landgerichtes beschäftigt nun ein Fall, in dem es um den sexuellen Missbrauch von Kindern und um den Besitz kinderpornografischen Materials geht. Angeklagt ist ein 54-jähriger Eilenburger, der hauptsächlich als Pädagoge tätig war. Seit einem halben Jahr befindet er sich in Untersuchungshaft und ist dort auf eigenen Wunsch in einer Einzelzelle untergebracht.

Bertram A. (Name geändert) wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, minderjährige Jungen so manipuliert zu haben, dass sie sexuelle Handlungen an sich selbst ausübten. Offenbar erregten diese Handlungen der Kinder den Angeklagten, schlussfolgerte die Staatsanwaltschaft. In einigen Fällen filmte er das Geschehen heimlich mit seiner Handy-Kamera und speicherte die Daten auf einem Speicherstift.

Vier betroffene Jungen

Es gibt insgesamt vier betroffene Jungen, die zum Tatzeitpunkt deutlich unter 14 Jahre alt waren. Bertram A. kannte die Jungen bereits seit Jahren, lernte sie teils bereits in der Kita kennen, wo er zwischenzeitlich arbeitete. Es fiel ihm offenbar leicht, das Vertrauen der Kinder, aber auch das der Eltern zu gewinnen.

Wie eine Zeugin, die Mutter eines der betroffenen Kinder, erklärte, habe sogar ein freundschaftliches Verhältnis zu Bertram A. bestanden. „Der Kontakt riss auch nach der Kitazeit nicht ab. Mein Sohn besuchte Bertram regelmäßig, blieb auch mal übers Wochenende bei ihm. Selbst einen Urlaub verbrachten sie zusammen“, beschrieb die Mutter das Verhältnis. Es bestand keinerlei Misstrauen.

Durch Zufall ans Tageslicht gekommen

Aufgeflogen ist die pädophile Neigung des Angeklagten mehr oder weniger durch einen Zufall. Als der Junge in der elterlichen Wohnung an sich selbst sexuelle Handlungen ausführte, bemerkte dies die Mutter und wunderte sich zunächst. Sie fragte ihren Jungen, was er dort mache. Der antwortete ohne Scheu, dass dies Bertram A. von ihm immer verlange, wenn er bei ihm sei. In der weiteren Befragung ihres Sohnes erfuhr sie weitere Details und konnte es kaum glauben. Unter einem Vorwand luden die Eltern ihren damaligen Freund Bertram A. zu sich nach Hause ein und konfrontierten ihn mit dem, was ihnen ihr Sohn erzählt hatte. In Anwesenheit des Jungen leugnete er vehement, diese Handlungen verlangt zu haben. Die Eltern glaubten aber ihrem Kind und erstatteten Anzeige. Daraufhin liefen die Ermittlungen an. Unmittelbar danach verlor der Angeklagte seine Stelle als Pädagoge.

Insgesamt 13 Fälle von sexuellem Missbrauch listete die Staatsanwaltschaft auf. Hinzu kam der Besitz von kinderpornografischem Material. 19 Dokumente führte die Staatsanwaltschaft auf. Darunter waren vorwiegend Filme von einer Länge von einer Minute bis zu 33 Minuten.

Geständnis angekündigt

Die Anklageverlesung dauerte knapp eine halbe Stunde. Danach bat die Verteidigerin, Rechtsanwältin Aline Luderer, den Vorsitzenden Richter um ein Rechtsgespräch. Hintergrund war die Ankündigung des Angeklagten, sich zur Sache zu äußern, um damit den vier Opfern eine Aussage vor Gericht zu ersparen. Nach gut einstündiger Beratung schienen sich die Kammer, die Staatsanwaltschaft, die Nebenklägervertreter und die Verteidigung einig: Sagt Bertram A. aus, kann er mit einem festgelegten Strafrahmen rechnen. Die Staatsanwaltschaft forderte mindestens fünf Jahre Haft, maximal fünf Jahre und sechs Monate. Dem Gericht erschien diese Strafe zu hoch und es bot dem Angeklagten einen Strafrahmen von vier Jahren bis vier Jahre und sechs Monate an. Richter Norbert Göbel machte dem Angeklagten klar, dass dieser Verständigungsvorschlag nur gilt, wenn Bertram A. ein vollumfängliches Geständnis ablegt. „Sollte sich im Prozessverlauf ergeben, dass die Straftaten doch schwerer wiegen oder Sie Ihr Geständnis zurücknehmen, ist diese Absprache hinfällig“, betonte der Vorsitzende Richter.

Bertram A. entschuldigte sich bei der Mutter eines der Opfer und hoffte an sie gewandt, dass „ihr mir verzeihen könnt“. Die Mutter nahm es zur Kenntnis. Nach ihren Informationen habe ihr Sohn keine Schäden davongetragen, bräuchte keine psychologische Betreuung.

Zwei weitere Verhandlungstage sind Mitte Juni vorgesehen. Gegen Bertram A. laufen weitere zwei Verfahren parallel.

Von Diemo Wolf

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