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Eilenburg Banküberfall für Videodreh: Eilenburger spielt Bella ciao
Region Eilenburg Banküberfall für Videodreh: Eilenburger spielt Bella ciao
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07:24 31.12.2018
Der Eilenburger Stefan Löwe (Mitte) mit Sara und Philip bei letzten Arbeiten am neuen Video Bella Ciao, das jetzt auf Youtube erschienen ist. Quelle: privat
Eilenburg

In der österreichischen Nationalbank in Wien lagern Millionen an Werten. Auch Instrumente wie Geigen, die teilweise an ausschließlich namhafte Musiker wie die Wiener Philharmoniker verliehen werden, sind hier sorgsam verwahrt. Eilenburger Ganoven hatten es jetzt auf eine abgesehen – eine 5,1 Millionen Euro teure ex-Carrodus Guarneri del Gesù, die zu den zehn wertvollsten und teuersten Geigen weltweit gehört und die einst Geigen-Virtuose Paganini gehört haben soll. In einer heruntergekommenen Wohnung planen sie die Tat minutiös. Trotz strengster Bewachung gelingt der Coup. Die Polizei hat das Nachsehen, das Instrument ist in den Händen der Gangster und die feiern in einer luxuriösen Limousine.

Arbeiten am Video Quelle: privat

All das ist im neuen Video zu sehen

Ja, es stimmt. Das Geldinstitut in der österreichischen Hauptstadt ist tatsächlich Heimstatt wahrer Werte. Aber den Rest der vorangegangenen Zeilen gibt es nur im neuen Musik-Video des Eilenburgers Stefan Löwe zu sehen, das am Freitag auf Youtube erschienen ist. Der 20-Jährige hatte bereits im Sommer zu Luis Fonso’s „Despacito“ seine Heimatstadt Eilenburg und seine Freunde in Szene gesetzt. Und schon zu dieser Zeit ging ihm ein anderer Hit nicht aus dem Ohr. Und auch den wollte er einspielen. „Bella ciao“ – der Elektro-Remix der Partisanen-Hymne – der Sommerhit des Jahres 2018. Erstmals hat Stefan Löwe mit seiner Akustikvioline ein solches Stück professionell in einem Leipziger Tonstudio eingespielt. Acht Stunden hat das gedauert, und um sich das leisten zu können, hat der künftige Lehramts-Student, der derzeit an zwei Schulen arbeitet, einiges ansparen müssen. Aber, es hat sich gelohnt. „Freunde von mir haben es vorab gehört, sie sagen, den Unterschied hört man deutlich.“

Bella Ciao ist die neue Single von Stefan Löwe. Quelle: privat

Netflix-Serie dient als Vorbild

Und das Video? Angestachelt von der Netflix-Serie, wo Gangster einen Überfall auf eine Gelddruckerei planen, um sich selbst Geld zu drucken, reifte die Idee: Das machen wir. Dass es um eine Geige geht – klar. Dass dafür gleich die österreichische Nationalbank als Kulisse dienen soll, klar, warum auch das nicht. Dass dann sogar die original Wiener Polizei mitmacht, ist die nicht geplante aber gern genommene Zugabe.

Doch der Reihe nach. Das Einspielen des Songs war das eine. Schließlich aber sollte ein Video dazu entstehen. Doch wie und wo? „Erstmal war ich ziemlich ratlos. Dann habe ich meinen Freunden den Song einzeln vorgespielt und sie gefragt, was jeder sich dazu vorstellt, welche Gedanken ihm so zu dem Lied kommen. Und so kam eins zum nächsten.“ Die meisten Szenen entstehen in Eilenburg, so wie der Einstieg, bei dem eine TV-Nachrichtensendung vom Überfall berichtet. Für den Außendreh geht’s nach Wien. Schon im Vorfeld ist einiges an Genehmigungen einzuholen, dass die Bank die Dreharbeiten zulässt, ist nicht selbstverständlich. Die Österreicher sind da etwas anders gestrickt, in Deutschland wär das wohl nicht möglich, sagt der Musiker. „Mitternacht waren wir in Wien, sind gleich zur Polizei, um alles wegen Sicherheitsdienst abzusprechen. Schließlich hatten wir ja rote Kostüme an und Masken auf“, so Löwe. Die Beamten waren locker drauf. „Sie haben uns angeboten, dass sie Autos für die Überfall-Szene bereitstellen. Das haben wir dankbar angenommen.“

Vier Minuten Video auf Youtube

Zurück in Deutschland wird das Material gesichtet und geschnitten. Seit Freitag sind die rund vier Minuten auf Youtube abrufbar. Stefan Löwe hätte nichts dagegen, wenn der Streifen viele Klicks bekäme. Klicks, die vielleicht mal irgendwann Geld bringen oder bei potenziellen Produzenten vielleicht auch die eine oder andere Tür öffnen. Denn Träume, noch den einen oder anderen Hit profimäßig zu covern, gibt es einige. Den vom Schippern über die Weltmeere hat Stefan Löwe wegen des anstehenden Studiums erstmal begraben. Eigentlich wollte er in diesen Monaten auf einem Kreuzfahrschiff als Kinderbetreuer unterwegs sein. Mit auf Reisen wären dann auf jeden Fall seine Geigen gewesen – denn das elektronische und das klassische Instrument hat er stets dabei, um das zu tun, was er am liebsten macht – musizieren.

Von Kathrin Kabelitz

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