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Eilenburg Blitz setzt Dachstuhl in Brand – Haus ist derzeit unbewohnbar
Region Eilenburg Blitz setzt Dachstuhl in Brand – Haus ist derzeit unbewohnbar
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19:20 11.06.2019
Ein Blitz hat am Montagabend in einem Eilenburger Wohnhaus den Dachstuhl in Brand gesetzt. Quelle: Feuerwehr Eilenburg
Eilenburg

Tief Ivan hat zu Pfingsten für starke Gewitter in Sachsen gesorgt und dabei auch Eilenburg nicht verschont. Mit tragischen Folgen. Gegen 22 Uhr setzte am Montag ein Blitz den Dachstuhl eines Einfamilienhauses am Mühlgraben in Brand. Die Feuerwehr konnte die Flammen von der Drehleiter aus und im Inneren des Gebäudes zügig bekämpfen. Dabei wurden zwei Kameraden leicht verletzt. Sie wurden noch am Abend in der Notaufnahme der Eilenburger Klinik behandelt, „es geht aber ihnen den Umständen entsprechend gut“, so Eilenburgs Wehrleiter André Zimmermann.

Ein Blitz ist am Montagabend in ein Dach eines Einfamilienhauses in Eilenburg eingeschlagen und hat einen Brand ausgelöst.

Haus ist derzeit nicht bewohnbar

Der 79-jährige Bewohner blieb körperlich unversehrt, konnte wegen der Brandfolgen aber nicht ins Haus zurück. Er kam zunächst bei Nachbarn unter. Die obere Etage ist derzeit unbewohnbar. Wie es nun weitergeht, müssen Bauexperten klären. Laut Polizeiangaben beläuft sich der Sachschaden auf rund 50 000 Euro.

Am Tag danach

Der betroffene Hausbewohner ist Peter Burck – viele Jahre Stadtrat in Eilenburg und Vorsitzender des Vorstandes des Tierpark-Vereins. Schadensaufnahme am Tag danach. Ein Nachbar kommt auf Peter Burck zu und umarmt ihn spontan: „Ach Peter.“ Der Brand in der Nacht bewegt in der Eigenheimsiedlung noch immer. Gefasst und irgendwie geschockt zugleich erinnert sich Peter Burck an die zurückliegenden Stunden: „Ich habe gelesen, als es plötzlich gewaltig knallte. Blitz und Donner waren eins. Mir war jedenfalls sofort klar, dass es eingeschlagen hatte. Daher bin ich raus, habe aber nichts bemerkt. Etwa fünf Minuten später stand ein Nachbar vor der Tür und sagte: ’Bei Ihnen brennt es. Die Feuerwehr ist schon alarmiert.’ Und die kam dann auch fast zeitgleich an“, erzählt Peter Burck weiter. Inzwischen brannte das Dach allerdings lichterloh. Die Flammen schlugen bis zu zwei Meter hoch.

Großer Dank an die Feuerwehr

„Ich möchte den rund 20 Kameraden gern öffentlich meinen ganz großen Dank aussprechen.“ Die Feuerwehrleute hätten nicht nur sehr schnell, sondern sehr umsichtig gehandelt, lobt Peter Burck. Von dem Korb der Drehleiter aus hätten sie die Dachziegel zerschlagen, um an das Feuer zu kommen. „Sie haben dann auch nicht sinnlos draufgehalten, so dass zwar Wasser vom Dach- ins Obergeschoss, aber nicht ins Erdgeschoss geflossen ist.“ Und natürlich hofft er, dass es den beiden verletzten Kameraden schnell besser geht.

Zusehen, wie das Haus abbrennt, ist ein blödes Gefühl

Im Laufe des Gespräches gibt er zu: „Wenn Du nur zusehen kannst, wie Dein Haus abbrennt, dann ist das einfach ein blödes Gefühl.“ Peter Burck, der unter anderem als scheidender Stadtrat in der Muldestadt sehr bekannt ist, fand noch in der Nacht bei einer befreundeten Nachbarsfamilie Unterschlupf. Hier könne er dankenswerter Weise auch noch einige Tage bleiben. Sein Haus darf er nämlich vorerst nicht betreten. „Zum Glück hat mir ein Feuerwehrmann wenigstens noch meine Jacke samt Portemonnaie rausgeholt.“

Experten irrten beim Blitzschutz

Wann das Haus des Witwers repariert werden kann, hängt unter anderem davon ab, wann die Versicherung ihren Gutachter vorbeischickt. Der Versicherungsvertreter selbst war bereits vor Ort. Doch natürlich macht sich auch Peter Burck über den Blitzeinschlag so seine Gedanken. „Als wir hier Mitte der 1990er-Jahre die Häuser bauten, war in den Projekten kein Blitzschutz vorgesehen. Ich weiß noch, dass ich damals deshalb nachgefragt habe. Und von den Experten hieß es da, dass kein Blitzschutz notwendig sei, da der Blitz dann immer in die hohen Bäume hier einschlagen würde.“ Auch Peter Burck ging daher davon aus, dass sich ein Blitz wohl zuerst die große Blaufichte vor der Tür suchen würde.

Doch davon wusste der Blitz leider nichts. In der Nacht nach dem Pfingstwochenende schlug er mit voller Wucht in den Südgiebel des Hauses ein.

Von Ilka Fischer und Kathrin Kabelitz

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