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Eilenburg Bunitzer befürchten Verdichten der Siedlung
Region Eilenburg Bunitzer befürchten Verdichten der Siedlung
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09:15 14.04.2019
Ines Köhler, Frank Kassner und Bodo Schönemeyer sind drei Eigentümer von Grundstücken am Bunitz, die sich auch weiterhin Ruhe wünschen. Quelle: Ilka Fischer
Bunitz

Oft ist es anders. Da kämpfen die Besitzer von Kleingärten eher darum, dass ihr Garten Baugrundstück wird. Am Bunitz, wo Ende der 1950er-Jahre insgesamt 24 Grundstücke parzelliert worden sind, sieht das die Mehrheit dagegen anders. „Wir wollen nicht, dass die Gemeinde daraus Baugrundstücke macht“, bringt Bodo Schönemeyer vor, was er befürchtet. Konkreter Anlass dafür sind die derzeitigen Arbeiten an der Straßenbeleuchtung und die Anstrengungen der Gemeinde, den vier Meter breiten Weg, an dem die Grundstücke beidseitig angrenzen, komplett zu erwerben. 18 der 24 Eigentümer haben deshalb sogar eine Petition unterschrieben. Deren Credo: Es besteht keine Notwendigkeit, dass die Gemeinde den derzeit in Privateigentum befindlichen Anliegerweg erwirbt.

„Wir wollen keine Verdichtung“

Frank Kassner: „Wir wollen aus unserer Siedlung im Außenbereich, bei der bisher lediglich sechs Eigentümer noch Wohnrecht aus DDR-Zeiten haben, keine verdichtende Lückenbebauung.“ Das sieht auch Ines Köhler, wie Bodo Schönemeyer Grundstücksbesitzerin ohne Wohnrecht, so: „Wir müssen doch nicht alles zubauen. Wir wollen einfach in Ruhe die Natur genießen.“

Bürgermeister: Baugebiet ist passé

Roland Märtz (CDU), Bürgermeister von Doberschütz, zu dem Bunitz gehört, versteht die Aufregung nicht. Er erklärt: „Die Verfestigung der Splittersiedlung ist ohnehin nicht zulässig. Die einzige Möglichkeit wäre, hier eine Außenbereichssatzung drauf zu legen. Genau das hat ein Bürger 2015 beantragt, der dann auch auf eigene Rechnung einen Ingenieurvertrag abgeschlossen hat.“ Im Planungsverfahren selbst habe sich das Vorhaben dann aber als nicht realisierbar erwiesen. „Damit ist das Ganze passé“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde werde das Ganze jedenfalls höchstens dann noch einmal anfassen, wenn alle Eigentümer dafür sind. „Doch selbst dann“, so schätzt Roland Märtz ein, „wäre das Ganze nicht sehr aussichtsreich.“

Gemeinde lehnt Petition ab

In Sachen Straßenkauf bleibt er bei seiner Linie und der Ablehnung der Petition. „Derzeit befinden sich noch rund 30 Prozent der Gemeindestraßen in Privatbesitz.“ Der Gesetzgeber verlangt, das zu ändern. Dass man den Weg Am Bunitz gerade jetzt erwerben will, habe mit den Arbeiten von EnviaM zu tun. Die habe einen neuen Trafo an anderer Stelle setzen müssen und verlegt in dem Zusammenhang nur Erdkabel. „Die Gemeinde will schon aus Gründen der Verkehrssicherheitspflicht die alten Strommasten, die zudem teilweise auf privaten Grundstücken stehen, nicht haben.“ Deshalb würde die Gemeinde nun eine neue Straßenbeleuchtung installieren. Dafür habe die Gemeinde auch den Weg, der laut Grundbuch noch größtenteils dem Vorbesitzer des gesamten Bereiches gehörte, gekauft. Bodo Schönemeyer besitzt dagegen in der Sackgasse die letzten rund 50 der 500 Wegemeter. Er will diese knapp 300 Quadratmeter keinesfalls verkaufen. Roland Märtz: „Ich kann und will aber niemanden zum Verkaufen zwingen.“

Kosten werden auf alle Anlieger umgelegt

Die neue Straßenbeleuchtung hört damit an dieser Grundstücksgrenze auf. 75 Prozent der Kosten würden satzungsgemäß aber auf alle 24 Eigentümer umgelegt. Wie hoch die Rechnung genau ausfällt, kann die Gemeinde derzeit nicht sagen. Roland Märtz: „Noch sind diese Arbeiten nicht mal ausgeschrieben.“

Von Ilka Fischer

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