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Eilenburg Denkmaldoktor rettet Gutshaus in Langenreichenbach
Region Eilenburg Denkmaldoktor rettet Gutshaus in Langenreichenbach
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20:25 23.08.2017
Frank Pastille erläuterte unlängst beim Rundgang anlässlich des Dorfwettbewerbs, was er mit dem Gutshaus in Langenreichenbach vorhat. Quelle: Foto. Ilka Fischer
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Langenreichenbach

Warum er sich das antue? Diese Frage ist Frank Pastille schon so manches Mal in Langenreichenbach gestellt worden, seit dem der Grimmaer vor gut zwei Jahren das ehemalige Rittergut in dem Mockrehnaer Ortsteil für einen symbolischen Preis erwarb. Denn das 1460 errichtete Gebäude ist gleichermaßen historisch wertvoll wie zerfallen. Doch der Grimmaer hat sich mit seiner Firma Denkmalrettung GmbH ausdrücklich der Rettung hoffnungsloser Fälle verschrieben. „Ich möchte solche Häuser über die Zeit bringen, sie in kleinen Schritten sanieren und damit erhalten, bis sich ein Investor findet“, so die Firmenphilosophie des Bauingenieurs, der inzwischen bei rund 30 denkmalgeschützten Häusern Bauherrenerfahrung sammelte und sich selbst auch als Denkmaldoktor sieht. Das Gutshaus in Langenreichenbach ist bei der Denkmalrettung Gesellschaft der vierte Patient. Zwei konnten schon als geheilt auf den Immobilienmarkt entlassen werden, ein weiteres Objekt bei Holzhau im Erzgebirge geht jetzt in den Verkauf.

Rettung in letzter Minute

Für das Langenreichenbacher Rittergut kam der Rettungseinsatz fünf vor zwölf. Ortsvorsteher Delef Bölke erzählt: „Wir Langenreichenbacher oder auch die Gemeinde haben keine Verwendung für das Objekt. Eine wirtschaftliche Vermarktung der Immobilie hatten wir aus kulturhistorischen Gründen zwar immer als wünschenswert, aber eben in der Realität als utopisch angesehen.“ Die Abrissfördermittel seien jedenfalls im Herbst 2014 bereits bewilligt gewesen. „Doch dann“, so Bölke, „ist etwas Sensationelles eingetreten.“ In einer Zeitschrift fand seine Frau einen Beitrag über einen selbst ernannten Denkmal-Doktor, der hoffnungslose Fälle übernimmt. Als da auch noch dessen Grimmaer Telefonnummer stand, war für ihn klar: „Den rufst Du an.“

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Im November 2014 gab es dann den ersten Termin vor Ort, die (inzwischen erfüllte) Zusage, dass die Dorfgemeinschaft beim Abschlagen des Altputzes hilft und drei Monate Bedenkzeit. Überzeugt werden musste auch Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel (parteilos), der die Fördermittel in Gefahr sah.

Gebäude nimmt wieder Formen an

Doch im April 2015 gab der Gemeindrat seine Zustimmung zum Verkauf. Seit dem ist einiges passiert. Inzwischen lässt sich auf dem einst zugewucherten Grundstück, das zu DDR-Zeiten als Schule, Kindergarten, Hort und in den 1990er-Jahren als Jugendclub diente, schon wieder die Idee des Guthauses erahnen. Dank eines Kontaktes zu einem Nachfahren der Rittergutsfamilie und dem zur Verfügung gestellten Foto hat die, im Obergeschoss bereits fertig gestellte, Fassade das Aussehen von früher.

Der vierte Patient befindet sich damit auf dem Weg der Besserung, als geheilt entlassen werden kann er aber noch nicht. Doch die Gesundheitsprognose für den einst Todgeweihten ist richtig gut.

Von Ilka Fischer