Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Die verbotene Liebe in Eilenburg
Region Eilenburg Die verbotene Liebe in Eilenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 13.11.2018
Sabine Ebert signiert im Eilenburger Bürgerhaus. Quelle: Ilka Fischer
Anzeige
Eilenburg

 Die Bestsellerautorin Sabine Ebert muss es wissen: „Geschichte ist spannender als man sie erfinden kann.“ Den Beleg dafür liefert sie auch mit ihrem inzwischen elften Buch „Zeit des Verrats“, das sie am Montagabend vor reichlich 250 Gästen im Eilenburger Bürgerhaus vorstellte.

Anzeige

Den ersten Beifall gab es nicht für Worte

Den ersten Beifall bekam die 60-jährige Sächsin an diesem Abend aber nicht für eine Szene aus dem Barbarossa-Epos, sondern für ihr Kleid, dessen Stickereien sie selbst gemacht hat. „Dabei“, so erklärte sie, „handelt es sich um ein Kleid, wie es Adlige im 12. Jahrhundert getragen haben.“

Sabine Ebert liest im Eilenburger Bürgerhaus aus dem Barbarossa-Epos. Quelle: Ilka Fischer

Damit waren die Eilenburger zugleich bestens eingestimmt auf das 12. Jahrhundert. Anders als bei ihren Hebammen-Romanen wird der Barbarossa-Epos aber nicht aus der Sicht der kleinen Leute erzählt, sondern aus der Sicht der Mächtigen.

Das gilt insbesondere auch für Dietrich, dem Sohn von Konrad von Wettin und späteren Markgrafen von Landsberg.

1152 auf der Eilenburg

„Zeit des Verrats“ setzt 1152 ein. Damals lebte der Markgrafensohn auf der Eilenburg. Dass in vier Kilometer Entfernung seine verwitwete Jugendfreundin Kunigunde von Plötzkau auf einem Gehöft lebte und der gemeinsame Sohn entgegen aller Regeln den Namen Dietrich erhielt, ist verbürgt.

Sabine Ebert liest im Eilenburger Bürgerhaus aus dem Barbarossa-Epos. Quelle: Ilka Fischer

Es hätte so sein können

Die ungewöhnliche Liebesgeschichte von Dietrich und Kunigunde zieht die Eilenburger auch noch heute in ihren Bann, selbst wenn sich Sabine Ebert Szenen wie die, bei der Gemahlin und Geliebte aufeinander treffen, natürlich ausdenken musste. „Aber“, so bleibt sich Ebert auch hier treu, „ es hätte durchaus so sein können.“

Wie es mit Dietrich und Kunigunde weitergeht, das verrät sie an diesem Abend nicht. Doch wer das Buch kennt, weiß, sie findet in dieser Beziehung letztendlich auch die Erklärung dafür, warum sich Dietrich nach 1157 gen Landsberg orientierte.

So schräg kann man das gar nicht erfinden

Die Eilenburger, die von Sabine Ebert auch die erste Begegnung Barbarossas mit dem Papst – „diese ist so schräg, dass man sie so gar nicht hätte erfinden können“ – oder das Hundetragen zu Worms, mit dem mal die Oberen abgestraft wurden, genüsslich erzählt bekamen, waren am Ende zufrieden.

Neuester Band ist schon mehrfach vorbestellt

Bibliothekarin Silke Altmann, die auch die Begrüßung an diesem Abend übernahm, weiß jedenfalls die zwei Exemplare schon mehrfach vorbestellt. Die 41-jährige Jeannette Angermann, die alle Ebert-Bücher kennt: „Ich habe vorher nicht gedacht, dass gerade auch unsere Geschichte so fesselnd ist.“ Und Herbert Winter, der als Mann bei der Ebert-Lesung zu der Minderheit gehörte, hat sogar schon das neue Buch ausgelesen. „Was sich Barbarossa gegenüber seiner ersten Frau herausnimmt, das hat mich schon erschrocken. Ich finde es gut, dass die Romane einen historischen Hintergrund haben.“ Nur seine Frage, wo genau das Gut der Kunigunde lag, blieb noch offen. „Die Unterlagen dazu liegen in einem Umzugskarton“, erklärte Ebert. Doch die Autorin, die schon am 4. Band arbeitet, wird ja nicht das letzte Mal in Eilenburg gewesen sein.

Von Ilka Fischer